Berlin Flughafen-Geschäftsführer verliert Posten

Der Dauerstreit Mehdorns mit seinem Technik-Geschäftsführer ist eskaliert: Horst Amann muss gehen. Er war im August 2012 als großer Hoffnungsträger vom Flughafen Frankfurt nach Berlin gekommen.
Update: 24.10.2013 - 03:40 Uhr 12 Kommentare
Das Aus für Amann: Der Berliner Flughafengeschäftsführer Horst Amann verliert seinen Posten. Quelle: dpa

Das Aus für Amann: Der Berliner Flughafengeschäftsführer Horst Amann verliert seinen Posten.

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BerlinNach monatelangem Führungsstreit am neuen Berliner Hauptstadtflughafen greift der Aufsichtsrat durch. Technik-Chef Horst Amann verliert seinen Geschäftsführerposten, wie der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Mittwochabend sagte. Er sprach von einer Entscheidung „in gegenseitigem Einvernehmen“.

Wowereit kündigte zugleich an, dass in diesem Jahr kein Starttermin für den Flughafen mehr festgelegt wird, dessen Eröffnung schon mehrfach verschoben wurde. „Wir werden erst dann einen Zeitpunkt bestimmen, wenn wirklich erkennbar ist, dass die Sache so auf dem Weg ist, dass da wirklich nichts mehr schief geht.“

Amann war im August 2012 als großer Hoffnungsträger vom Flughafen Frankfurt nach Berlin gekommen. Dort kam es aber kurz nach dem Amtsantritt des neuen Flughafenchefs Hartmut Mehdorn im März zum Streit über die Strategie für das Milliardenprojekt, dessen Eröffnung mehrfach verschoben wurde. Mehdorn forderte mehrfach, Amann rauszuwerfen.

Nun führt Amann ab 1. November die Flughafen Energie und Wasser GmbH. Sie betreibt das Strom-, Wasser-, Abwasser-, Wärme- und Kältenetz der bestehenden Airports Tegel und Schönefeld sowie des neuen Berliner Flughafens. Amanns Bezüge behalten die bisherige Höhe. „Wir wollen, dass dieser Bereich entwickelt wird“, entgegnete Wowereit auf die Frage, ob Amann lediglich einen Versorgungsposten erhalten habe.

„Natürlich gab es Höhen und Tiefen“, sagte Wowereit zur Bilanz des Managers. Er hob hervor, dass Amann in schwieriger Zeit zum Flughafen gekommen sei und mit seiner Bestandsaufnahme der mehr als 60 000 Mängel eine Grundlage für die weiteren Entscheidungen geschaffen habe. Zugleich äußerte sich Wowereit enttäuscht, dass ein von Amann genannter Eröffnungstermin kippte. Der Aufsichtsrat erwähnte auch den öffentlichen Streit mit Mehdorn.

Dieser hatte Amann vorgeworfen, für ein Jahr Stillstand auf der Baustelle gesorgt zu haben. Die Bestandsaufnahme sah Mehdorn kritisch, weil er den Blick lieber in die Zukunft richten wollte. Amann wiederum hält nichts von Mehdorns Plan, schon im nächsten Jahr in einem Seitenflügel des Terminals einen Testbetrieb mit höchstens zehn Flügen am Tag zu starten.

Mehdorn kündigte im August an, dass im kommenden Frühjahr in einem Teil des Flughafens der Betrieb aufgenommen werde. Amann hingegen hatte Berichten zufolge dafür plädiert, den gesamten Flughafen Schönefeld in den benachbarten BER umzuziehen. Neben diesem Streitpunkt machte Mehdorn den Technikchef mit für die ungelösten Probleme und Kostensteigerungen bei dem Milliardenprojekt verantwortlich, derentwegen schon verschiedene Führungskräfte entlassen worden waren.

Mehdorn soll voraussichtlich Amanns Aufgaben übernehmen
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12 Kommentare zu "Berlin: Flughafen-Geschäftsführer verliert Posten"

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  • Mehlwurm und Wowe gleich mit rausschmeissen und den Pfusch-BER abreissen, dann kostet der BER auch nicht mehr 1,3 Millionen täglich fürs rumstehen ohne was!!!

  • Grossprojekte an eine Organisation vergeben, die mit Fachleuten und wirklichen Experten auf Ihren Gebieten besetzt ist. Diese Leute machen nichts anderes als Grossprojekte. Da können wir uns den grossen Lärm um den erbärmlichen BER sparen. Wie wäre das? Ich empfehle mal Bent Flyvbjerg als Abendlektüre.

  • Das hat heute scheinbar Methode und steht für modernes Projektmanagement: Sobald jemand fachliche Kenntnisse oder auch nur einen Funken Ahnung hat muss er ins hinterste Glied oder sogar ganz gehen. Gefragt sind ahnungs- und willenlose Erfüllungsgehilfen und Controller, die viele grüne Haken malen können.
    Nur gut, dass aus früherern Zeiten schon einiges an Infrastruktur steht. Das hätte man mit dem heutigen Pojektmanagement und dem sinnlosen Prozessgeschwafel in Jahrhunderten nicht hinbekommen!

  • Nachdem der Papst durch seine verordnete Auszeit den armen (Noch-)Bischof von Limburg
    vorübergehend aus der medialen Schusslinie nahm, kam die Ablösung des großobjekterprobten Ex- Frankfurter Flughafen-Chefplaners, Amann (es ist nicht der Doppelolympiasieger im Skisprung!), bei dem Berliner Großflughafen gerade richtig! Jetzt haben wir Leser endlich ein anderes Thema zu bewerten!

    Dem dortigen kommissarischen Aufsichtsratchef und Berliner Oberbürgermeister „Wowe“ wurde mitgeteilt, dass bereits seit Monaten (!) zwischen Amann und dem kampf- und verlusterfahrenen sowie stets aggressivbereiten Flughafenchef Mehdorn tägliche Auseinandersetzungen stattfinden. Für Letzteren war die Annahme des Postens nach seinen alleinigen glücklosen Vorstufen bei „Heidelberger Zement“, „DB“ und „Air Berlin“ bestimmt kein Glücksgriff. Ihm gelingt es leider auch gegenwärtig noch nicht, einen geplanten Eröffnungstermin des BER zu nennen, während der degradierte Ex-Technikchef sich bei gleichen Bezügen nunmehr um die dortigen Wasser- und Abwassergeschichten kümmern soll……eine tolle Entscheidung! Da Mehdorn die bisher von Amann verwaltete Liste mit über ca. festgestellten 60.000 (!) Mängeln mit übernimmt, sollte ab sofort besser in Jahrzehntenstufen gerechnet werden, zumal die Verträge mit den beteiligten Firmen für den Einbau einer neuen Brand- und Rauchschutzanlage langsam unterschriftsreif sind……

    Ein kleines technisches Manko wurde auch noch festgestellt. In den Hauptkabelkanälen wird es durch die ständigen Ergänzungen und damit Erweiterungen nun etwas sehr eng. Das wäre nicht besonders schlimm, wenn diese nicht unter der Hauptbodenplatte des bereits fertig gestellten Hauptgebäudes liegen würden….., das nun nicht einfach zu versetzen ist!

    Während die späteren Fluglinien und Zufahrtsstraßen gedanklich festliegen, wartet ganz Deutschland nur noch auf die Flugzeuge, die vielleicht in 5-10 Jahren auf dem jetzigen Baugelände starten und landen könnten. Oder übernimmt doch Tebartz -van Elst?

  • Hauptsache Hr. Mehdorn stellt sich wieder mal gut dar.... Hr. Alleskönner hat seine Qualitäten ja schon mehrfach gezeigt ( Mainzer Hauptbahnhof, Air Berlin...) weiter so und BER wird 2030 eröffnet. Dann kann mein Baby ja seinem kind den Flughafen mal zeigen bei der Eröffnung. Aber den der was versteht rauswerfen.....

  • da schmeissen die Schauspieler den einzigen raus, der Ahnung hat
    das ist ja wohl die allerbeste Idee

  • Herr Mehdorn bleibt bei seiner Devise, sich nur mit devoten Ja-Sagern zu umgeben. Jetzt wird das Ding endgültig gegen die Wand gefahren.

  • Es ist so gekommen wie immer!

    Die politisch Verantwortlichen übernehmen keine Verantwortung (auch in finanzieller Hinsicht) sondern machen einfach weiter. Den Schaden trägt der Steuerzahler. Und die Politik wundert sich über die Politikverdrossenheit ihrer Bürger und die niedrige Wahlbeteiligung.

    Gebt den Politikern endlich mehr Gehalt! Aber nach maximal zwei Amtsperioden verabschieden sie sich ohne üppige Übergangs-/Altersversorgung in das "normale" Arbeitsleben, damit sie wieder erkennen, was das Volk wirklich erwartet!

  • Da wird auf den armen Limburger Bischof eingschlagen wegen 30 Millionen Euro die keine Steuern waren und Wowereit gibt im Monat 40 Millionen Euro Steuern aus für einen Flughafen ohne Flugbetrieb.

    In Deutschland gibt es eine große Gemeinde von
    Flugmodellen, dehnen könnte Wowereit eine Freude machen und den Flugplatz als Flugplatz für Modelflugzeuge ausrichten.

    Bis der Ber Flughafen für große Flugzeuge frei gegeben wird, fliegt die Welt bereits mit Raumschiffen durch die Welt und Raum.

  • Die Politik versagt allerorten. Aber die Damen und Herren ohne jede praktische Erfahrung, die jede Projekt aufgrund Unwissenheit zum Scheitern verurteilen, drängen sich trotzdem in die lukrativen Aufsichtsratjobs. Und wenn dann die Dinge logischerweise nicht so laufen wie geplant, rollen dann die Köpfe der zweiten Ebene. Denn unsere Politiker sind ja unantastbar. Und inzwischen rollen die Köpfe der zweiten Reiehe nicht einmal mehr. Sie werden auf gleich dotierte Versorgungsposten abgeschoben, weil die Herren Politiker sicherlich mit Ihren Untergeben entsprechend teuere Verträge geschlossen haben. Soviel Inkompetenz verbunden mit Machtgier ist einfach zuviel für unser Land.

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