Berliner Flughafen Brandenburg für Nachtflugverbot

Brandenburgs Regierungschef Woidke übt sich im Spagat: Er erhöht den Druck beim Streitthema Nachtflugverbot für den neuen Berliner Flughafen. Im Wahljahr 2014 gilt es, lärmgeplagten Anwohnern gerecht zu werden.
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Brandenburg stemmt sich gegen Berlin und den Bund: Es will ein Nachflugverbot durchsetzen. Quelle: dpa

Brandenburg stemmt sich gegen Berlin und den Bund: Es will ein Nachflugverbot durchsetzen.

(Foto: dpa)

PotsdamDer Streit um ein strengeres Nachtflugverbot am künftigen Hauptstadtflughafen verschärft sich. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt auf eine längere Nachtruhe gegen den Willen der anderen beiden Flughafen-Eigentümer Berlin und Bund. Der Regierungschef hat bei Berlins Regierendem Bürgermeister und Aufsichtsratschef Klaus Wowereit (SPD) die Einberufung einer Gesellschafterversammlung noch im März beantragt, wie Regierungssprecher Thomas Braune am Samstag sagte. Er bestätigte damit einen „Tagesspiegel“-Bericht vom gleichen Tag.

Brandenburg will die Betriebsgenehmigung ändern und so ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr durchsetzen. Dies entspricht einem Volksbegehren, das der Landtag übernommen hatte. „Der Antrag ist notwendig, um dem Willen des Landtages Rechnung zu tragen“, erklärte Regierungssprecher Braune. Der Berliner Senatssprecher Richard Meng sagte zu dem Anliegen, jeder Gesellschafter könne bei Versammlungen Themen zur Sprache bringen. Bislang gilt das Nachtflugverbot für die Zeit von 0 bis 5 Uhr.

Diese deutschen Flughäfen schrumpfen oder wachsen
Neues Terminal auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden
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Aufsteiger 1: Karlsruhe/Baden-Baden

Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden hat 2012 in Deutschland prozentual die meisten Passagiere hinzugewonnen. 15,4 Prozent Fluggäste mehr zählte der nahe Rheinmünster-Söllingen gelegene Baden-Airport. Insgesamt kam der Flughafen auf 1,28 Millionen Passagiere. Auf dem Baden-Airport werden auch immer mehr Fluggäste für außereuropäische Verbindungen abgefertigt.

Quelle: Flughafen-Verband ADV

Flughafen Leipzig/Halle - Eröffnung Landebahn Süd
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Aufsteiger 2: Leipzig/Halle

Segen für die Landebahn des Flughafens Leipzig/Halle (Archivbild): Im Jahr 2012 hat der Airport seine Passagierzahl um 13,9 Prozent gesteigert. Damit schafft es Leipzig/Halle über die Zwei-Millionen-Marke. 2,09 Millionen Fluggäste landeten oder hoben dort ab. Der Flughafen ist vor allem als Drehkreuz für das Logistikunternehmen DHL bekannt.

Flughafen Tegel
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Aufsteiger 3: Berlin-Tegel

Eigentlich sollte der Flughafen Berlin-Tegel in 2012 geschlossen werden. Stattdessen setzte er zu neuen Höhenflügen an: Das Passagierplus betrug 7,4 Prozent, 18,15 Millionen Fluggäste konnte der Airport begrüßen. Grund war der mehrfach verschobene Start des neuen Hauptstadtflughafens. Das größte Wachstum verzeichnete Tegel bei Interkontinental-Flügen.

Borussia Dortmund - Trainingslager in Murcia
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Aufsteiger 4: Dortmund

Nicht nur BVB-Trainer Jürgen Klopp fliegt ab Dortmund: Der Flughafen im Ruhrgebiet verzeichnete 2012 ein Passagierplus von 4,6 Prozent. 1,9 Millionen Fluggäste hatte der Airport.

Fliegen wird immer sicherer
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Aufsteiger 5: Düsseldorf

Düsseldorf ist nicht nur einer der größten deutschen Flughäfen, sondern auch einer der am stärksten wachsenden. 2,4 Prozent betrug der Zuwachs bei den Passagieren in 2012. Insgesamt wurden 20,81 Millionen Fluggäste abgefertigt. Interkontinental-Flüge waren mit einem Plus von 11,4 Prozent der Wachstumstreiber des Flughafens in Nordrhein-Westfalen.

huGO-BildID: 10105610 ** ARCHIV ** Eine Flugzeug verlaesst am 28. Juli 2004 den Flughafen Frankfurt und hebt ueber der Skyline von Frankfurt ab. Jede
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Aufsteiger 6: Frankfurt

Der mit Abstand größte Flughafen der Republik wächst weiter. Mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent lag Frankfurt über dem durchschnittlichen Wachstum von 1,1 Prozent. 57,27 Millionen Passagiere flogen ab, nach oder über den Frankfurter Airport, der nur im innerdeutschen Flugverkehr Einbußen hinnehmen musste.

Take-off für die Lufthansa Trachten-Crew in München
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Aufsteiger 7: München

In Trachten präsentiert sich eine Crew der Lufthansa am Münchener Flughafen: In 2012 legte der Flughafen Franz-Josef-Strauß bei den Passagieren um 1,5 Prozent zu. Am zweitgrößten deutschen Airport wurden 38,22 Millionen Fluggäste abgefertigt.

Mit Brandenburgs Schritt droht der nächste Konflikt, nachdem gerade erst neue Probleme an dem Milliarden-Bauprojekt für Zündstoff gesorgt hatten. Nach einem Krisentreffen mit Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn bekam dieser zwar das Vertrauen ausgesprochen - doch der frühere Bahnchef steht unter großem Druck. Die Flughafen-Eigentümer fordern Ergebnisse. Der 71-Jährige soll so schnell wie möglich einen Zeit- und Kostenplan für den Flughafen vorlegen.

Schätzungen zufolge wird das Projekt nochmals deutlich teurer. „Wir stehen da heute bei 4,2 (Milliarden Euro), wir werden da etwas über 5 kommen“, so Mehdorn vergangene Woche. Einen Kostenplan hat er bislang nicht vorgelegt, weil auch der Eröffnungstermin noch offen ist.

Parallel zu der beantragten Gesellschafterversammlung wolle Brandenburg weiter verhandeln, betonte Regierungssprecher Braune. Ende März ist eine gemeinsame Planungskonferenz zwischen Brandenburg und Berlin geplant. Vorher jedoch sollen die Gesellschafter über ein strengeres Nachtflugverbot entscheiden.

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  • dpa
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2 Kommentare zu "Berliner Flughafen: Brandenburg für Nachtflugverbot "

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  • BER sollte ein internationales Drehkreuz sein. Intedrnational und drehkreuz mit "1 Stunde " Betriebszeit??? Schuld sind wieder einmal die Politiker, dieden Standort gegen jeder Vernunft festlegten. Wieder kommen Sie ungestraft davon!! Nicht einmal Regresse brauchen Sie und Ihre Experten zu fürchten. Warum sind echte Experten nur noch in China, wo man Flughäfen in "2 Tagen" baut??? In Deutschland zahlt man Boni für Totalversagen und Laufzeiten von min. 100 Jahren!

  • Neues vom Pannenairport BER
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    Brandenburg will ein längeres Nachtflugverbot durchsetzen. Am Besten von 20:00Uhr bis 08:00Uhr. Zusätzlich soll von 13:00Uhr bis 15:00Uhr Mittagsruhe gelten.
    Eine weitere Forderung ist, die zweite Start- und Landebahn zurückzubauen. Sie ist überflüssig.
    Das Gleiche gilt auch für die Terminals; auch hier wird die Hälfte nicht benötigt.
    BER ist - sollte er jemals eröffnet werden - doch nur ein "Provinzflughafen".
    Wer Ironie findet, darf sie behalten.

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