Berliner Pannen-Flughafen Merkel wünscht Mehdorn Glück

Dass Mehdorn den neuen Berliner Flughafen retten soll, stößt in der Politik auf ein geteiltes Echo. Die Hoffnung einiger ist, dass es ihm gelingt, den zerstrittenen Aufsichtsrat zu bändigen und das Projekt zum Erfolg zu führen.
Update: 08.03.2013 - 15:42 Uhr 14 Kommentare
Hartmut Mehdorn, früherer Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft. Quelle: dpa

Hartmut Mehdorn, früherer Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft.

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BerlinDer frühere Bahn- und Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn soll das Pannenprojekt Berliner Hauptstadtflughafen BER wieder auf Kurs bringen. Wie er das anstellen will, ist noch eine unbeantwortete Frage. Denn schon kurz nachdem Bundesverkehrsminister Peter Raumsauer (CSU) die Entscheidung der drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund mitteilte, deuteten sich schon erste Konfliktlinien an.

So machte Mehdorn deutlich, dass er ein strengeres Nachtflugverbot ablehnt. Damit stellt er sich gegen Aufsichtsrats-Chef Matthias Platzeck (SPD), der angekündigt hatte, sich als Brandenburgs Ministerpräsident für mehr Nachtruhe am Flughafen einzusetzen. Er will das bisher geplante Flugverbot auf die Zeit von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr ausdehnen. „Ich bin kein Freund von dieser Einschränkung“, sagte dagegen Mehdorn. Er wolle „sehen, ob es nicht andere Kompromisslinien gibt“. In anderen Hauptstädten gebe es auch keine Restriktion der Flugzeiten - Berlin müsse sich an diese internationalen Standards gewöhnen. Ein strengeres Nachtflugverbot sei schlecht für Flughafen und Standort, sagte Mehdorn.

Auch mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) dürfte es Mehdorn nicht einfach haben. „In der Tat hat er (Mehdorn) Ecken und Kanten, und die werden wir ihm auch nicht mehr abschleifen, nehme ich an“, sagte Wowereit. Es werde Spannungen geben, aber die seien dann immer produktiv. Der Berliner Regierungschef hatte mit Mehdorn in der Vergangenheit gelegentlich Differenzen. Wowereit hob hervor, Mehdorn habe die volle Unterstützung der drei Flughafen-Eigentümer Bund, Berlin und Brandenburg. Zwischen den Gesellschaftern hatte es in den vergangenen Wochen Querelen gegeben.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die Mehdorn-Berufung zu sehen. Nicht überschwänglich, sondern nüchtern erklärte Merkel, dass Mehdorn eine komplexe Aufgabe übernehme, die einer allein nicht schaffen werde. Nun müsse im Sinne einer guten Projektsteuerung alles auf den Tisch kommen, was verbessert werden muss. „Und ich kann nur jedem, der an den Projekt mitarbeitet, eine glückliche Hand wünschen.“

Der Vize-Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion und Chef der Berliner Liberalen, Martin Lindner, lobt die Personalentscheidung. „Ich schätze Herrn Mehdorn sehr. Er ist ein guter Sanierer, der jetzt hoffentlich Schluss macht mit dem roten Affentheater von Berlin und Brandenburg“, sagte Lindner Handelsblatt Online. Es gehe jetzt darum, den Flughafen erfolgreich zu Ende zu bauen. „Da ist einer mit dem Charisma und der Unabhängigkeit Mehdorns genau der Richtige.“

Der Ex-Bahnchef lasse sich von der Politik nicht den Schneid abkaufen. „Meine Hoffnung ist, dass er Klartext redet und den Schlafmützen Wowereit und Platzeck klipp und klar sagt, auf welch dünnem Eis sie sich bewegen“, sagte Lindner. „Mehdorn sollte in allen Belangen Tacheles reden, auch beim Thema Nachflugverbot.“ Lindner lobte in diesem Zusammenhang indirekt auch das Engagement von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). „Ich freue mich, dass der Bund hier offensichtlich seinen Einfluss geltend gemacht hat“, sagte er.

Lob kommt auch vom Berliner CDU-Bundestagsabgeordneten Karl-Georg Wellmann. "Ich habe den Namen Mehdorn schon vor einem Jahr genannt. Zu diesem Zeitpunkt war er allerdings durch sein Engagement bei Air Berlin gehindert", sagte Wellmann Handelsblatt Online. Mehdorn sei eine gute Wahl. "Er verfügt über die notwendigen Managementfähigkeiten und Durchsetzungskraft, um das festgefahrene Projekt BER endlich voran zu bringen."

Lob aus der Wirtschaft, Ablehnung von den Grünen
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14 Kommentare zu "Berliner Pannen-Flughafen: Merkel wünscht Mehdorn Glück"

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  • Wenn es nach den Grünen ginge, würden wir sowieso alle mit dem Fahrrad fahren und die sind ja sooooo leise.
    Herrn Medorn wünsche ich viel Erfolg, gleichzeitig soll er den ganzen blinden Fachidioten kräfzig in den verlngerten Rücken treten.

  • Meine 8jähr. Tochter könnte es besser als Mehdorn.

  • Diese Bestätigung, wenn sie denn richtig sei, die können Sie nicht unbedingt aus Heidelberg oder doch aus Wiesloch haben?

  • Nun, sie sind anscheinend jemand der große Töne spuckt, ohne die Noten zu kennen.
    Wenn ich so manche Einlassung wie die Ihre lese, dann fällt mir das Bonmot ein, jung dynamisch, erfolglos und glänzt durch nachhaltige Unwissenheitß

  • Teil2:
    Die Bilanz bei Airberlin ist eindeutig positiv. Er brachte den Laden schnell und entschlossen auf Kurs.

    Bei Exmitarbeitern gilt Mehdorn als hart und fordernd, aber auch als fair, verlässlich und herzlich.
    Ob er diesen Berliner Sumpf lange erträgt, wage ich zu bezweifeln, doch ich hoffe es,
    DENN BERLIN IST EINE REISE WERT!

  • Teil1:
    Soso, die alte Dampflok läßt sich wieder vor den Zug spannen und dass mit so einem Sumpf, den andere nicht haben wollten. Jetzt muß er auch noch mit Wowi und Platzi zusammenarbeiten, die Hauptschuldigen an diesem epochalem Desaster.
    Und Mehdorn selbst, wie waren seine bisherigen Erfolge?
    1. Bei EADS (Chef der Deutsche Airbus) verdienter Manager, immerhin wollte man ihn 2010 sogar zurück holen. Mit seiner dortigen Fortentwicklung nicht zufrieden, wechselte erzur DB.
    2. Bei der DB ist die Bilanz gemischt. Mit Ecken und Kanten behaftet scheute er nicht sich mehrfach mit der Politik anzulegen, deshalb hat er auch heute noch bei vielen Politikern Liebesentzug, speziell bei den Grünen, die nehmen es schnell übel, wenn man unangenehme Wahrheiten ausspricht.
    Bei der DB war er jedoch der Erste der moderne Mangementmethoden eingeführte, selbst der legendäre Verbrauch von Kugelschreibern wurde eingedämmt. Da das Beseitigen der Raucherkippen an den Bahnöfen erstaunliche Summen kostet, legte er sich auch mit den Rauchern an und verbot das Qualmen kurzerhand.
    Er trimmte die Bahn radikal auf Börsenkurs und auch hier eckte er bei der der Politik an, außerdem war sein Renditetrimm zu radikal es wurde zuwenig investiert und repariert.
    So war er auch mitschuldig an den vielen Verspätungen und dem Ausfall der Züge im Sommer und Winter. Die Bilanz bei der DB hat also Licht und Schatten.
    3. AirBerlin
    Wie üblich handelte er Konsequent und hart, trat dabei auch dem Gründer von AB und Miteigentümer gelegentlich auf die Füße. Doch die Airline kam voran, unter seiner Regie kam es zum Eintritt des Großaktionärs Ethihad, der 30% erwarb.
    Diese Zusammenarbeit entwickelt sich sehr gut und brachte enorme Kosten vorteile und Gewinne ein. ETIHAD/Dubai ist naturgemäß sehr stark im arabischen Raum, wie auch in Asien und den USA.
    Denen war Mehdorn jedoch zu sperrig, vor allem war dieser wohl nicht begeistert von der nun anstehenden Allianz/Zusammenarbeit mit Airfrance/KLM.

  • Diese SPD Sozis sind doch echt nicht zu toppen! Bei BER geht gar nichts mehr, und die einzigen Sorgen die Platzeck hat ist Nachtruhe am Flughafen??? gehts noch?? Platzeck, geh schlafen! Los ab ins Bett!

    PS: Wer Ruhe will, der sollte nicht in die Nähe eines Flughafens ziehen! Evtl. sollte man dann sogar überhaupt gar nicht erst in eine Großstadt ziehen! So einfach ist das. Was für eine blöde Logik, komm wir bauen einen Flughafen, aber wenn er fertig ist dann bitte Ruhe, bloß kein Fluglärm machen.

  • ja, aber auf unsere Kosten, das ist das Delikate !

  • ALLES ist kleinwuechsig was unter der MERKEL forciert wird
    und wir lassen es zu, aber WER ist WIR ??

  • wir haben also nichts anderes als diesen 70jaehrigen Greis der bisher NICHTS erfolgreich zu Ende gefuehrt hat. MERKEL
    schafft die Bundesrepublik nach und nach ab und keiner merkt es ? Parteienmief und Filz ohnen Ende, BRD eben !

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