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Berliner Wirtschaftssenatorin Kritik nach IAA-Vergabe: Der Flop der Ramona Pop?

Die größte deutsche Automesse geht nach München und nicht in die Hauptstadt. Viele Berliner lasten das ihrer Wirtschaftssenatorin an.
04.03.2020 - 17:44 Uhr Kommentieren
Die Berliner Grünen votierten im Dezember gegen die IAA. Die Wirtschaftssenatorin nahm diese Entscheidung ihrer Partei zähneknirschend hin. Quelle: Sebastian Pfütze/laif
Ramona Pop

Die Berliner Grünen votierten im Dezember gegen die IAA. Die Wirtschaftssenatorin nahm diese Entscheidung ihrer Partei zähneknirschend hin.

(Foto: Sebastian Pfütze/laif)

Düsseldorf Berlin geht leer aus bei der Wahl des neuen Orts für die Automesse IAA. Und manche wollen jetzt die Schuld bei Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop sehen. Dabei war die 42-Jährige eigentlich eine Befürworterin einer IAA in der Hauptstadt. Sie hätte gerne die Chance genutzt, die „neuen Mobilitätserfordernisse von Sauberkeit, Freiheit von fossilen Brennstoffen und Digitalisierung in den Vordergrund“ zu stellen.

Ihre eigene Partei war es, die sie öffentlich brüskierte: Ein Parteitag der Grünen votierte im Dezember gegen die IAA in Berlin. Pop, die auch Stellvertreterin des IAA-Fans und Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) ist, reagierte genervt, aber einen Aufstand machte sie nicht. Sie nahm nur zur Kenntnis, „dass es ein klares Misstrauen in die Automobilindustrie gibt“. Die Messe habe in Berlin keine Perspektive.

Das sahen viele Bewohner allerdings anders: Eine Umfrage der Berliner Messegesellschaft zeigte, dass eine überwiegende Mehrheit die neue IAA in Berlin gut finden würde.

Doch nun twitterte Pop vor der Entscheidung am Dienstag: „Wer auf Zukunft setzt, stellt sich selbstbewusst der Debatte und wagt Neues – hin zu einer modernen, innovativen und klimafreundlichen Mobilität. Dafür gibt es keinen besseren Ort als Berlin. #MutzurZukunft“ Das kann als Seitenhieb auf ihre Partei gedeutet werden. Der Mut fehlte am Ende aber auch ihr.

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    Das Scheitern reiht sich ein in mehrere Flops der Senatorin, die bei der nächsten Berlin-Wahl Spitzenkandidatin der Grünen und dann Regierende Bürgermeisterin werden will. Ihr anderes großes Projekt, eine landeseigene Digitalagentur, steht auf der Kippe. Berlins Rechnungshof zweifelt an der Sinnhaftigkeit. Bei der Wirtschaft machte sie sich zudem unbeliebt, weil sich ihre Partei dem Volksbegehren für Enteignung von Immobilienkonzernen angeschlossen hat.

    Auch was ihren Arbeitsethos angeht, fiel Pop negativ auf: Eine Senatssitzung musste im vergangen Jahr wegen Beschlussunfähigkeit abgesagt werden, weil zu wenige Senatoren anwesend waren. Pop hatte ihren Rückflug aus dem nicht genehmigten Urlaub verpasst.

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