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Bertelsmann-Studie Mütter verdienen über das Erwerbsleben hinweg erheblich weniger als kinderlose Frauen

Der Rückstand beträgt nach einer Bertelsmann-Studie 40 bis 70 Prozent – und könnte durch die Coronakrise noch größer werden.
22.06.2020 Update: 22.06.2020 - 14:15 Uhr Kommentieren
Die Entscheidung für Kinder führt zu erheblichen Abstrichen beim Erwerbseinkommen. Quelle: dpa
Mutter mit Kinderwagen

Die Entscheidung für Kinder führt zu erheblichen Abstrichen beim Erwerbseinkommen.

(Foto: dpa)

Mütter verdienen einer Studie zufolge auf das gesamte Erwerbsleben gerechnet deutlich weniger als kinderlose Frauen. Diese „lebenslange Strafe der Mutterschaft“, die sogenannte „Motherhood Lifetime Penalty“, ist im Verlauf der Zeit sogar größer geworden, wie eine Auswertung der Bertelsmann-Stiftung belegt, die am Montag veröffentlicht wurde. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Nach Prognosen der Autorinnen dürften sich die Ungleichheiten durch die Coronakrise noch weiter verschärfen, da dadurch etwa zusätzliche Betreuungsarbeit notwendig geworden ist.
Um Aussagen darüber machen zu können, wie sich Kinder auf die Löhne von Frauen auswirken, konzentriert sich die Studie auf den Vergleich von Einkommen über das gesamte Erwerbsleben hinweg.

Die Entscheidung für ein Kind führt bei Frauen demnach durchschnittlich zu Einbußen von rund 40 Prozent. Bei drei oder mehr Kindern sind es sogar bis zu 70 Prozent. Diese massiven Einschnitte erklären sich vor allem dadurch, dass viele Mütter nach der Geburt eines Kindes im Erwerbsleben zeitweise pausieren und auch danach oft in Teilzeit weiterarbeiten.

„Gerade in Zeiten der Coronakrise müssen wir durch bessere Rahmenbedingungen für Mütter einer Retraditionalisierung entgegenwirken“, forderte Manuela Barišić, eine der beteiligten Forscherinnen. So müsse etwa eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet sowie das Ehegatten-Splitting reformiert werden.

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    „Eine Familiengründung darf für Frauen kein lebenslanges Hinterherhinken beim Einkommen bedeuten“, forderte auch die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Katja Mast. Die Coronakrise zeige, wie wichtig dafür Kita und Schule seien.

    Neben den insgesamt 2,5 Milliarden Euro, die die Bundesregierung im Rahmen des Konjunkturpakets in Kitas und Ganztagsschulen investiere, müsse auch ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung kommen, sagte Mast.

    Außerdem forderte sie eine bessere Bezahlung in sozialen Berufen, mehr Frauen in den Vorständen und „Ideen, wie wir mehr Partnerschaftlichkeit bei der Sorge- und Erwerbsarbeit hinbekommen“.

    • fsp
    • dpa
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