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Berufsabschlüsse Gesundheitswesen profitiert von ausländischen Fachkräften

36.400 ausländische Berufsabschlüsse wurden 2018 anerkannt. Fast zwei Drittel davon aus dem Gesundheitswesen. Besonders viele Anerkennungen entfallen auf Pflegekräfte.
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Besonders viele ausländische Pflegeabschlüsse wurden 2018 anerkannt. Quelle: dpa
Eine Bewohnerin und eine Pflegerin

Besonders viele ausländische Pflegeabschlüsse wurden 2018 anerkannt.

(Foto: dpa)

Berlin Es geht voran, wenn auch langsam: Die Zahl der Anerkennungen von ausländischen Berufsabschlüssen - sei es vollständig oder teilweise - ist 2018 um 20 Prozent auf 36.400 gestiegen.

61 Prozent entfallen dabei auf die Gesundheitsberufe: 10.400 Pflegekräfte und 7200 Ärzte und Ärztinnen, denen damit die Approbation erteilt wurde. Es folgen Anerkennungen für 2900 Ingenieure, 1900 Lehrer/innen und 900 Erzieher/innen.

Damit wurden seit Einführung des Rechtsanspruches im Jahr 2012 insgesamt rund 156.000 Abschlüsse anerkannt. Das ist allerdings weit weniger, als sich die Politik erhofft hatte: Die damalige Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte insgesamt 300.000 Anerkennungen angepeilt.

Sowohl Oppositionspolitiker als auch Wirtschaftsvertreter hatten zuletzt erneut geklagt, dass die Anerkennung viel zu lange dauere. Zudem würden in jedem Bundesland unterschiedliche Regeln gelten, kritisierten etwa die Arbeitgeber der Pflegebranche.

„Die gestiegenen Zahlen verdecken: Für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse gelten nach wie vor zu hohe Hürden“, kritisiert der Vorsitzende des Demografienetzwerkes (ddn), Rudolf Kast. Es sei „zu lang, zu umständlich, zu schlecht für junge Menschen“. Im ddn haben sich zahlreiche Unternehmen zusammengeschlossen, um in Kooperation mit dem Bundesarbeitsministerium die Herausforderung der Demografie besser zu meistern.

„An keiner anderen Stelle im Arbeitsmarkt gibt es so überzogene Eingangsvoraussetzungen. Wir schrecken Menschen ab und schließen sie aus, anstatt ihnen eine Perspektive anzubieten“, so Kast. Das sei „nicht geeignet, unseren Arbeitsmarkt zu stabilisieren“. Wartezeiten von mehreren Monaten bis über ein Jahr entsprächen weder den Bedürfnissen der Unternehmen, noch sind sie zumutbar für die Antragsteller.

Bei der Herkunft derjenigen, die einen Antrag auf Anerkennung stellen, führten 2018 die Syrer mit 4800 Fällen. Es folgten Fachkräfte aus Bosnien und Herzegowina (3000) Serbien (2100) und Polen (2000).   

Aus der EU kamen insgesamt 11.900 Anträge, aus dem übrigen Europa 11.500 und 10.000 aus Asien. Wer seinen Berufabscluss anerkennen lassen will, muss dafür jedoch nicht nach Deutschland reisen. Die Anträge können auch aus dem Ausland gestellt werden.

Mehr: Der Fachkräftemangel könnte 100 Milliarden Euro pro Jahr kosten, warnt Arbeitsminister Heil. Helfen soll die Nationale Weiterbildungsstrategie.

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