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Berufsausbildung Bundestag beschließt Mindestlohn für Azubis – Kritik an Abschlussbezeichnungen

Der Bundestag bringt den Mindestlohn für Lehrlinge auf den Weg. Heftig umstritten sind weiter die neuen Titel wie der „Bachelor Professional“.
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Die Regelungen für den Mindestlohn kommen. Quelle: dpa
Auszubildende in einem Motorenwerk

Die Regelungen für den Mindestlohn kommen.

(Foto: dpa)

Berlin Nach langem Streit innerhalb der Groko und mit der Wirtschaft hat der Bundestag heute die von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) vorgelegte Reform der Berufsbildung gebilligt. Demnach sollen Azubis ab 2020 im ersten Lehrjahr zunächst mindestens 515 Euro erhalten, bis 2023 steigt er stufenweise auf 620 Euro.

Im zweiten Lehrjahr ist jeweils ein Aufschlag von 18 Prozent vorgesehen, im dritten von 35 Prozent und im vierten von 40 Prozent. Auf diese Beträge hatten sich auf Bitten der Ministerin Arbeitgeber und Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) geeinigt.

Zuletzt hatten im Jahr 2017 rund 115.000 Azubis weniger als 500 Euro „Ausbildungsvergütung“ im Monat erhalten, das waren rund acht Prozent aller Lehrlinge. Die neuen Mindestlöhne gelten jedoch nur für die, die ab 2020 eine Lehre beginnen. Auf die Wirtschaft kommen damit bis 2024 Zusatzausgaben von rund 200 Millionen Euro zu – betroffen sind vor allem Teile des Mittelstandes und des Handwerks.

Daneben setzte die SPD zum Ärger der Wirtschaft durch, dass Azubis künftig am Tag vor der Abschlussprüfung frei haben und auch die Volljährigen unter ihnen  an einem Tag mit nur  fünf Schulstunden Berufsschule danach nicht mehr in den Betrieb müssen. Zudem müssen Lehrherren Fachliteratur bezahlen, die sie zusätzlich zu Schulbüchern benötigen.

Bundesrat muss noch zustimmen

Auf den Weg gebracht hat das Parlament mit Reform des Berufsbildungsgesetzes auch die neuen Abschlussbezeichnungen „Geprüfter Berufsspezialist“ für Gesellen, „Bachelor Professional“ für den Meister und ähnliche Abschlüsse und „Master Professional“ etwa für den Betriebswirt im Handwerk oder Industrie. Vor allem Bachelor und Master sollen die typisch deutschen Abschlüsse auch im Ausland verständlich machen und zudem „die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung“ signalisieren, so Karliczek, die die Bezeichnungen quasi im Alleingang durchgesetzt hatte.

Dagegen hatte sich ein breites Bündnis ausgesprochen, von den Hochschulrektoren und Arbeitgebern über die Kultusministerkonferenz bis zur SPD und der Opposition. Sie kritisieren die Vermischung mit den Hochschulabschlüssen und warnten vor Verwirrung. Karliczek und die Union im Bundestag blieben dennoch  hart.

Nun  muss das Gesetz allerdings im November noch den Bundesrat passieren, der ebenfalls bereits gegen die neuen Titel votiert hat.  Es gilt aber als gut möglich, dass die Länder das Gesamtpaket nicht noch einmal aufschnüren, weil sie die Einigung auf den Mindestlohn nicht gefährden wollen. Stimmt die Länderkammer zu, kann die Modernisierung des vor 50 Jahren geschaffenen Berufsbildungsgesetzes zum 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Mehr: Immer mehr Auszubildende kritisieren ihre Arbeitsbedingungen. Die Betriebe könnten daran viel ändern – vor allem in Sachen Digitalisierung gibt es Nachholbedarf.

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