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Berufsbildung Ausbildungsberufe mit schlechtem Image haben Nachwuchssorgen

Köche und Verkäufer haben einer Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung zufolge einen miesen Ruf. Die Forscher raten, stärker für bestimmte Lehrberufe zu werben.
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Um mehr Jugendliche für Berufe mit Besetzungsproblemen zu gewinnen, müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden. Quelle: Imago/Westend61
Ausbildungsberufe

Um mehr Jugendliche für Berufe mit Besetzungsproblemen zu gewinnen, müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden.

(Foto: Imago/Westend61)

Berlin Noch sind es ein paar Wochen bis zum Start des neuen Ausbildungsjahres. Und schon zeichnet sich ab, dass längst nicht alle Firmen geeignete Nachwuchskräfte finden werden. So waren bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Juni noch fast 241.000 unbesetzte Lehrstellen registriert – zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Das hat mit dem anhaltenden Run auf die Hochschulen zu tun – die Zahl der neuen Ausbildungsverträge und die der Studienanfänger hielten sich zuletzt etwa die Waage –, aber auch mit dem Bild, das Jugendliche sich von Ausbildungsberufen machen. „Das Image von Berufen spielt eine entscheidende Rolle bei der Berufsorientierung und Berufswahl“, sagt der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser.

Das Institut hat deshalb erstmals seit 35 Jahren eine umfassende Erhebung über das Berufsprestige gestartet. Für die noch laufende Studie wurden rund 9000 Bürger befragt, die auf einer Skala von 0 (sehr geringes Ansehen) bis 10 (sehr hohes Ansehen) insgesamt gut 400 Berufe bewerten sollten. Erste Zwischenergebnisse liegen dem Handelsblatt exklusiv vor.

So schneiden unter den 25 am stärksten besetzten Ausbildungsberufen der Fachinformatiker und der Mechatroniker mit Bewertungen von mehr als sieben Punkten am besten ab. Sie rangieren damit im Ansehen der Bevölkerung ähnlich hoch wie Berufe, für die in der Regel ein Studium erforderlich ist, zum Beispiel Maschinenbauingenieur oder Notar.

Bei den Berufen am unteren Ende der Rangliste gibt es große Schwierigkeiten, die Lehrstellen zu besetzen. Köche und Verkäufer kommen in der Skala nur auf Bewertungen von unter 5 und rangieren damit etwa auf dem Ansehensniveau von Helferberufen, für die keine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich ist.

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Mindestvergütung geplant

Um mehr Jugendliche für Berufe mit Besetzungsproblemen zu gewinnen, müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden, sagt BIBB-Präsident Esser: „Hierzu gehören neben guten Übernahmemöglichkeiten nach der Ausbildung in erster Linie sichere Beschäftigungsaussichten, gute Karriereperspektiven und ein angemessenes Einkommen.“

Um die Attraktivität der Lehre zu erhöhen, will die Bundesregierung unter anderem eine Mindestausbildungsvergütung von zunächst 515 Euro im ersten Lehrjahr einführen. Aber auch die Wirtschaft selbst müsse mehr tun: „Es gelingt den Berufsverbänden noch zu wenig, den hohen Technisierungsgrad, wie ihn heute etwa auch der Beruf des Gas-, Wasser- und Sanitärtechnikers mitbringt, ausreichend zu vermitteln.“

Deshalb interessieren sich nur wenige Schulabgänger für den Job. So steht die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik seit Jahren auf der BA-Liste der Mangelberufe, in denen es zu wenige Fachkräfte gibt. Gleiches gilt aber auch für den Mechatroniker, obwohl er hohes Ansehen genießt und bei den Jungen die Liste der beliebtesten Ausbildungsberufe anführt.

Das BIBB beobachtet, dass die Erwartungshaltung vieler Eltern an ihre Kinder heute höher ist als früher, was den Run auf die Hochschulen erklärt. Umso wichtiger sei es, das Prestige von Lehrberufen auch bei den Eltern zu verankern, sagt Esser. Denn deren Meinung sei für die Berufswahl oft entscheidender als der Eindruck der Jugendlichen selbst.

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