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Berufsschuldirektor Ronald Rahmig Wie die Berufsausbildung wieder attraktiv werden kann

Ronald Rahmig fordert attraktivere Bedingungen für die Lehre – und Geduld. Auch die Kommunikation muss besser werden, sagt der Berufsschuldirektor.
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Heute wird von Absolventen der 10. Klassen viel mehr erwartet als früher, so der Direktor. Quelle: Ronald Rahmig
Ronald Rahmig

Heute wird von Absolventen der 10. Klassen viel mehr erwartet als früher, so der Direktor.

(Foto: Ronald Rahmig)

Ronald Rahmig ist Vorstand des Berufsschulleiter-Verbands. Er selbst leitet ein Berliner Oberstufenzentrum, also eine Berufsschule, für Kfz-Technik. Unter seinen 2.000 Schülern sind 150 Flüchtlinge.

Herr Rahmig, der Mangel an MINT-Kräften ist dramatisch, gerade bei beruflich Ausgebildeten. Was tun?
Vor allem Jungs wollen gutes Geld verdienen und eines Tages Chef werden. Sie wissen aber viel zu wenig über die theoretisch sehr guten Chancen in diesen Berufen. Man muss sie also viel besser informieren. Und die Lehre selbst attraktiver machen: Die Azubi-Löhne müssen steigen, der Mindestlohn kann nur der Anfang sein. Und die oft guten – vorhandenen – Aufstiegsmöglichkeiten müssen einfacher werden und besser kommuniziert werden.

Lernen sie genug in der Schule?
Heute wird von Absolventen der 10. Klassen viel mehr erwartet als früher. Zugleich bleibt oft unklar, was essenziell, was weniger wichtig ist. Also fühlen sich viele überfordert und denken, dass sie es ohnehin nicht schaffen.

Was ist essenziell?
Die Grundrechenarten, Dreisatz und Geometrie. Dazu ordentliches Deutsch und ausreichendes Umgangsenglisch. Das braucht heute jeder Geselle. Wenn jemand dann noch Türkisch oder Arabisch kann, ist das ein nettes Extra, kann aber vor allem Englisch nicht ersetzen.

Als großes Potenzial für den MINT-Bereich gelten die Flüchtlinge. Zu Recht?
Viele sind enorm motiviert und sehr interessiert an diesen Berufen. Aber: Die meisten brauchen auch schnell Geld, um Fluchtschulden abzuzahlen und ihre Familien zu unterstützen, und können sich vier oder fünf Jahre Vorbereitung und Lehre schlicht nicht leisten. Dazu kommt, dass das Qualifizierungsniveau extrem gesunken ist: Wir haben heute bis zu 50 Prozent Analphabeten unter ihnen. Wenn wir das Potenzial heben wollen, müssen wir folglich weit mehr Zeit und Geld investieren.

Mädchen interessieren sich noch immer kaum für MINT-Berufe.
Ich habe den Eindruck, dass es sogar schlimmer geworden ist. Die Medien vermitteln ihnen, dass es reicht, sich hübsch zu machen, um als Influencerin Geld zu machen. Helfen kann nur eine viel bessere und frühe Orientierung in der Schule und im Elternhaus.

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