Besuch in Deutschland Wie willkommen ist der Emir?

Es ist nicht alles Gold, was glänzt für den Emir von Katar heute in Berlin. Sein Staat ist wichtiger Investor, aber auch der Terrorfinanzierung verdächtig. Entsprechend groß ist der Unmut in der deutschen Politik.
Update: 17.09.2014 - 13:32 Uhr 14 Kommentare
Scheich Tamim Bin Hamad al-Thani ist zu Besuch in Berlin. Quelle: Imago

Scheich Tamim Bin Hamad al-Thani ist zu Besuch in Berlin.

(Foto: Imago)

BerlinGroßer Bahnhof für den Emir von Katar: Bei seinem Besuch in Berlin wird Scheich Tamim Bin Hamad al-Thani nicht nur Bundespräsident Joachim Gauck treffen. Auch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (beide SPD) wird er empfangen. Der hohe Besuch birgt einige Brisanz. Politiker von CDU, SPD, Linken und Grünen fordern, dass in den politischen Gesprächen auch kritische Themen angesprochen werden.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Joachim Pfeiffer, plädierte allerdings auch dafür, die wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Golfstaat weiter auszubauen. „Katar ist ein wichtiger Wirtschafts-, Handels- und Investitionspartner der Bundesrepublik Deutschland und einer der wenigen Stabilitätsanker auf der arabischen Halbinsel“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Daher gelte es, in die deutsch-katarische Beziehung weiter zu investieren. „Selbstverständlich stehen dabei auch kritische Fragen, wie die Rolle Katars in Syrien und die Menschenrechtsverletzungen auf der Tagesordnung“, fügte Pfeiffer hinzu.

Pfeiffer bringt damit die Problemlage auf den Punkt. Einerseits ist Katar für die deutsche Wirtschaft von großer Bedeutung - immerhin hat der Wüstenstaat 18 Milliarden Dollar investiert; andererseits stehen Vorwürfe im Raum, die beslang nicht ausgeräumt sind.

Der neue Staatschef Al-Thani, der sein Amt im Juni 2013 von seinem Vater übernommen hat, stand zuletzt wegen des Verdachts in der Kritik, die von der Bundesregierung als Terrororganisationen geführten Hamas und Islamischer Staat (IS) zu finanzieren. Außerdem werden Katar Menschenrechtsverletzungen auf den Baustellen für die Fußballweltmeisterschaft 2022 vorgeworfen.

Dessen ungeachtet ist Deutschland für den Golfstaat ein attraktives Investitionsziel. Katar ist nach eigenen Angaben sogar der größte arabische Investor in Deutschland. Kürzlich kaufte sich ein Scheich aus Katar bei der Deutschen Bank ein und wurde so zum größten Einzelaktionär. Bei VW hält die Katar Holding 15,6 Prozent und bei Hochtief hat Katar einen Aktienanteil von zehn Prozent. Zudem investieren die Katarer in Siemens.

Katarischer Minister lobt „gute, starke Freundschaft“ zu Deutschland
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14 Kommentare zu "Besuch in Deutschland: Wie willkommen ist der Emir? "

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  • Herr C.Falk
    Vor allm hatten die Politiker früherer Jahre einen hohnen Bildungsgrad und Anstand.
    Schmidt wr dr letzte mit Anstand der von Bord ging, danach kam nur noch Schrott und seit Merkel ist es fast unerträglich

  • Kürzlich kaufte sich ein Scheich aus Katar bei der Deutschen Bank ein und wurde so zum größten Einzelaktionär
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    So langsam sollten wir mal fragen, was usn in Deutschland eigentlich noch gehört.
    Das große Erwachen -und dies wird kommen- wird sehr grausam werden

  • Man kann von den Politikern einer älteren Generationen etwa eines Franz Josef Strauss eines Helmut Schmidt oder eines Roman Herzog halten was man will, diese Männer hatten innere Souveränität und Persönlichkeit und entsprechend war auch ihre Politik.

    Ein Herr Gauck oder eine Frau Merkel spielen nur Politik und ihr hohles Gerede entweder in einem schmalzigen Predigerjargon oder als floskelhaftes
    und abgeschmacktes Politikerdeutsch und Zumutung an das Publikum offenbart nur Ihr marionettenhaftes Gebaren.

    Der Prediger Gauck, der mit "Verantwortungsgerede" auf der Münchner Sicherheitskonferenz nicht anderes als seine "Aufgabe" ansah,als dem deutschen Wähler wieder eine Art von Bellizismus beizubringen, ist ein besonders kennzeichnendes Exempel für vorauseilenden Gehorsam...

  • Wahr gesprochen, wir haben in Deutschland keine Politiker mehr von Format. Alles nur noch Technokraten und Abwickler.

    Genauso wird Deutschland abgewickelt. Die Stützen der Gesellschaft (der Mittelstand und die abhängig Beschäftigten) werden ausgeplündert zugunsten einer gefrässigen Politmaschinerie und ihrer Protagonisten.

    Für die, die überhaupt noch Steuern zahlen, bleibt nichts über!

    Es geht nur noch um´s Geld, alles Andere zählt für diese Polit- und Wirtschaftsmafia nicht. Dafür wird alles geopfert.

    Der Ausverkauf Deutschlands ist voll im Gange!

  • @G.Nampf

    ...glauben sie wirklich wenn wir alle Fahrradfahren, dass dann der Terrrorismus austrocknet?

    Schliesslich ist der Terrorismus dort am verbreitesten wo es kaum Autos gibt.

  • Die Oligarchen und Milliardäre geben sich bei Merkel die Klinke in die Hand: Erst Timoschenko, dann Poroschenko, nun der Emir. Zwischendurch zwielichtige Gestalten wie Klitschko und Jazeniuk.
    Wo sind wir nur hingekommen? Merkel, Gauck, Steinmeier, Gabriel und Flinten-Uschi werden es schon schaffen unser Deutschland zum Teufel zu jagen.
    Ich denke mal, bald werden deutsche Soldaten in Syrien für amerikanische Geopolitik und Öl sterben.

  • Der Emir von Katar - persona non grata?
    -------------
    Katar ist in Deutschland als Investor beliebt.
    Katar hält Anteile an VW, Deutsche Bank, Hoch-Tief, etc.

    Andererseits finanziert Katar auch die Hamas und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

    Und Deutschland liefert Katar auch noch Panzer!

  • @W.Dillig

    Zustimmung, die Aktivitäten des IS bieten den USA wieder die Gelegenheit offensiv in das Spiel einzugreifen, auch auf dem Gebiet Syriens, was durch den diplomatischen Erfolg Russlands in der Giftgasentsorgung vorerst nicht
    mehr möglich war. Falsch ist allerdings, den IS nur als Mittel um Zweck anzusehen, die Sunniten spielen durchaus ihr eigenes Spiel und dazu ist der IS ein Bauer auf dem Schachbrett, der freilich bei einem Durchmarsch auch das Zeug hat, zur Dame zu werden.

  • Sie bleiben in Ihren Überlegungen auf dem ersten viertel des Weges hängen, denken Sie ein paar Schritte weiter.

    Es geht in der Regel mittelbar wie unmittelbar um die Kontrolle über Ressourcen. Dumm ist im Falle der Ressource Öl nur, das ein nicht gerade unerheblicher Teil auf "islamisch" kontrollierten Gebieten liegt. Wer diese langfristig kontrollieren will muss zuerst für Chaos sorgen, die unterschiedlichen Gruppierungen gegeneinander ausspielen um dann als Retter den "Frieden" wiederherzustellen. Ich gebe zu das ich aus Zeitgründen hier nur eine Kurzfassung der tatsächlichen Abläufe wiedergeben kann, aber jeder kann sich im Netz im Detail informieren und ist frei sich seine eigene Meinung zu bilden.

  • „Mehrere deutsche Politiker hatten zuletzt den Verdacht geäußert, dass Katar die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak unterstützt.“
    „Hier muss die Bundesregierung ein deutliches Stoppzeichen setzen, wenn sie sich nicht zum Gehilfen einer blutigen Diktatur machen will.“

    ZIAT(E):
    „Mehrere deutsche Politiker hatten zuletzt den Verdacht geäußert, dass Katar die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Nordirak unterstützt.“

    „Hier muss die Bundesregierung ein deutliches Stoppzeichen setzen, wenn sie sich nicht zum Gehilfen einer blutigen Diktatur machen will.“

    Alles nur Mutmaßungen und Verdächtigungen! Wo liegen die Beweise?

    Ganz ehrlich, es wird so kommen wie es immer kommt; nämlich (wie bei den Gesprächen mit der chinesischen Führung) es wird das Thema "Menschenrechtsverletzungen" in einem Satz kurz angesprochen und dann sofort zur Tagesordnung (Wirtschaftsbeziehungen) übergegangen.

    Weder wird groß über Katar´s vermeintliche Unterstützung der ISIS gesprochen noch wird die Fussball WM 2022 in Frage gestellt. Wie auch, in 8 Jahren soll´s losgehen. Wenigstens müssen wir uns Dank deutscher Hilfe keine Sorgen über Verspätungen machen!

    Katar ist milliardenschwerer Großabnehmer deutscher Präzisionswaffen und anderer Technik und zugleich ebenso schwer in Deutschland investiert. Ich persönlich, so wie auch ein anderer Leser, können auf solche Geschäfte gern verzichten. Frau Merkel, Heckler & Koch und Krauss-Maffei aber wohl nicht! Die nächsten Wahlen wollen ja auch gewonnen werden. Allerdings mit solch´ dubiosen Methoden?

    Den Umsatzausfall sowie die vielen damit im Zusammenhang resultierenden Arbeitslosen werden wir uns wahrscheinlich nicht leisten können.

    So tragisch das für die betroffenen Menschen aus Asien auf den Großbaustellen in Katar auch sein mag.

    Geschäft geht vor, das war in Deutschland schon immer so.

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