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Bildung Fast jedes zehnte Kind besucht eine Privatschule

Privatschulen sind immer gefragter – doch auch die Klientel ändert sich: Kinder aus Akademiker-Familien und gut situierten Elternhäusern dominieren weit mehr als früher.
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Bildung: Fast jedes zehnte Kind besucht eine Privatschule Quelle: dpa
Schule

Immer mehr Schüler besuchen eine Privatschule.

(Foto: dpa)

Berlin Privatschulen haben immer mehr Zulauf. Das geht aus dem jüngsten Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Demnach besuchen fast zehn Prozent aller Schüler in Deutschland eine Privatschule. Im Jahr 1992 lag der Anteil noch bei knapp fünf Prozent. Unter den Privatschulen seien vor allem konfessionelle und reformpädagogische Schule gefragt wie Waldorf- oder Montessorischulen.

Die Zunahme fand vor allem in Ostdeutschland statt, wo mittlerweile mehr als jeder zehnte Schüler eine Privatschule besucht. Doch auch im Westen lag die Quote zuletzt bei 8,8 Prozent, heißt es in dem Bericht.

Parallel zum Siegeszug der Privaten habe allerdings auch die soziale Spaltung zwischen öffentlichen und privaten Schulen deutlich zugenommen, sagt die Autorin des Wochenberichts, Katharina Spieß. Im Westen besuchen fast 17 Prozent der Akademikerkinder eine Privatschule, aber nur sieben Prozent der Kids aus sogenannten bildungsfernen Elternhäusern. Im Osten ist der Unterschied noch deutlicher.

Vor 20 Jahren gab es hingegen so gut wie keine Unterschiede in der Schülerschaft, im Osten waren Kinder von Eltern ohne Berufsausbildung sogar überrepräsentiert.

Das DIW plädiert für eine Trendumkehr: Letztlich gehe es darum, „sowohl private als auch öffentliche Schulen für Kinder aus allen Elternhäusern gleichermaßen attraktiv zu machen“, so Spieß. So können soziale Spaltungen verhindert werden – wenn dies politisch gewollt sei. Zudem müsse es einen „fairen Wettbewerb“ zwischen privaten und öffentlichen Schulen geben, so das DIW. Bisher erhalten Privatschulen von den Ländern vielfach deutlich weniger Geld pro Schüler als öffentliche.

Nach dem Grundgesetz dürfen Privatschulen Schulgeld verlangen, Schüler aber grundsätzlich nicht nach den „Besitzverhältnissen“ der Eltern diskriminieren, heißt es in Artikel 7. Daher muss das Schulgeld entweder nach dem Einkommen gestaffelt werden oder so niedrig sein, dass es von allen Eltern gezahlt werden kann. Das sogenannte „Sonderungsverbot“ schreibt allerdings keinen genauen Höchstbetrag oder eine exakte Einkommensstaffelung vor. Das gibt es bisher nur in einzelnen Bundesländern.

Nach der DIW-Studie bezahlen Eltern für den Besuch einer Privatschule zuletzt im Westen durchschnittlich 115 Euro im Monat, im Osten 105 Euro. Im Westen zahlt allerdings knapp ein Drittel der Schüler gar kein Schulgeld, im Osten fast jeder Fünfte. Der Rest zahlt daher im Schnitt knapp 170 beziehungsweise knapp 130 Euro. Messbar bessere Resultate lassen sich für Privatschüler allerdings in den bisher dazu vorliegenden Studien nicht feststellen.

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