Bildungsdebatte Experten geißeln Lehrer als Reformbremser

Der Aktionsrat Bildung hat harsche Kritik an Deutschlands Lehrern und dem Ausbildungssystem für Lehrkräfte geäußert. Der Lehrerverband zeigt sich empört und spricht von „dümmlichen Stammtischparolen“.
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Düsseldorf/HamburgDer Deutsche Lehrerverband hat mit scharfen Worten auf Kritik des „Aktionsrates Bildung“ an den Lehrern in Deutschland reagiert. In Deutschland sei es wie in keinem zweiten Land Volkssport geworden, ehrenrührig über Lehrer daherzureden. „Nun toppt mit dem ‚Aktionsrat Bildung’ ein Gremium von sogenannten Bildungsexperten die dümmlichen Stammtischsprüchen eines Gerhard Schröder über Lehrer als angeblich faule Säcke, indem dieses Gremium mit professoraler Geste Deutschlands Lehrern zu geringe Reformfreudigkeit und mangelnde Professionalität glaubt vorhalten zu können“, sagte Verbandspräsident Josef Kraus Handelsblatt Online.

Nach Kraus’ Ansicht hätte der Aktionsrat gut daran getan, Lehrer in Schutz zu nehmen und um Verständnis für deren komplexen und schwierigen Aufgaben zu werben. „Wenn nun aber auch von vermeintlich wissenschaftlicher Seite eine Breitseite gegen alle 800.000 Lehrer in Deutschland abgefeuert wird, braucht man sich nicht zu wundern, wenn junge Leute die Schule nicht ernst nehmen“, sagte er. „Vielmehr sollte man froh darüber sein, dass die Lehrerschaft nicht hektisch auf jede noch so unausgegorene von der Politik inszenierte Reform aufspringt und damit im Interesse der Kinder ein stabilisierendes Element darstellt.“

Der Aktionsrat Bildung hatte harsche Kritik an Deutschlands Lehrern und dem Ausbildungssystem für Lehrkräfte geäußert. In ihrem neuen Jahresgutachten bemängeln der Hamburger Bildungsforscher Dieter Lenzen und seine Mitarbeiter, dass Teile der Lehrerschaft Widerstand gegen Reformen leisteten. Die Qualität der Lehrerausbildung habe mit den veränderten Anforderungen nicht Schritt gehalten. Um die Qualität des Unterrichts besser zu kontrollieren, empfiehlt der Aktionsrat daher regelmäßige Schulinspektionen. An den Hochschulen sieht das mit prominenten Bildungsforschern besetzte Gremium dagegen ganz andere Probleme: Überarbeitung und Burnout der Dozenten und Professoren.

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4 Kommentare zu "Bildungsdebatte: Experten geißeln Lehrer als Reformbremser"

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  • Eine solch pauschale Verunglimpfung hilft niemandem.
    Fakt ist, dass in der Lehrerausbildung vieles falsch läuft, da können Lehrer aber nichts dafür.
    Ein Lehrer muß nicht zwangsläufig ein komplettes Chemie- Studium absolvieren und dann merken, dass er für die Wissenschaft nicht so geeignet ist und dann "macht man eben mal auf Lehramt", das ist sicher keine gute Voraussetzung für einen guten Lehrer. Von Pädagogik hat so einer nie was gehört. Daran mangelt es dann erheblich
    Eine Grundschullehrerin/Lehrer gehören völlig weg von der Uni sondern auf eine pädag. Hochschule und in 3-4 Jahen zum Grundschullehrer ausgebildet mit dementsprechener Pädagogik.
    Ein einjähriges vorgeschaltetes Praktikum an Schulen sollte dringend gemacht werden, das würde viele schlechte Lehrer ersparen. Lehrer sein muß man wollen, alles andere ist Mumpitz. Lehrer ist nicht einfach nur ein Job.
    Bedenken muß man aber auch, dass Lehrer zunehmend mit vielen asozialen Gören zu tun haben, die nicht erzogen sind, die Lehrer aber auch keinerlei Macht mehr haben, z. B. zu strafen.
    Hier läuft gesellschaftlichw was falsch.
    In Schulen hat in erster Linie mal wieder Ordnung und Disziplin Einzug zu halten.
    Und Fakt ist auch, dass es nicht Grundvoraussetzung für den Lehrerberuf zu sein hat, dass die Lehrer stramm links sind und teilweise unsere Kidner schon ind en Schulen auf grün und links gedreht werden.
    Und so lange es so ist, dass der schlechteste Abiturient Lehrer wird, brauchen wir uns nciht wundern

  • Es dürfte sich langsam rumgesprochen haben,dass "Wissen" und "Bildungsstand" mit einer Halbwertszeit von 5 Jahren abzuschreiben ist; das gilt auch für Lehrer und den fatalen Einfluss auf kommende Generationen !

  • Ja, Lehrer sind vielfach technikfremd, innovationsfeindlich und rückwärtsgewand. Ich habe als Vater 5 Kinder durch alle möglichen Schulformen begleitet und diese Erkenntnis gewonnen. Die Ursachen dafür sind sehr vielfältig. Meiner Beobachtung nach fehlt es u.a. an Weiterbildung für die Lehrer und vielfach auch an der Einstellung dem Beruf gegenüber. Es wird zuviel Weltverbesserung betrieben und zu wenig die reale Welt betrachtet. Häufig stellen sich Lehrer auch über ihre persönliche politische Einstellung selbst ein Bein.

  • Nach meine Erfahrungen trifft das zunehmende Burn-Out nicht nur auf Hochschulen zu. Ich habe beobachtet, dass Lehrkräften immer neue administrative Verpflichtung aufgebürdet wurden, die dann letztlich zu Lasten der Unterrichtsvor- und nachbereitung gingen. Ja, auch bei Lehrkräften ginbt es Menschen die mit Veränderungen nicht umgehen können, wie in jeder berufsgruppe, das zu pauschalieren halte ich jedoch für unangemessen. Als Vater dreier Kinder, die nun ihre Schulausbildung nahezu abgeschlossen haben, bleibt für mich ein Fazit:

    Noch jede Regierung, sei es auf Landes- oder Bundesebene hat propagiert, dass mehr geld in die Bildung unserer Kinder gesteckt werden muss, vorzugsweise vor anstehenden Wahlen. Was tatsächlich passiert ist, war das Gegenteil. Mittel wurden umverteilt oder ganz gestrichen. Da half auch die vollmundige Unetrstützung des Bundes mit 2 oder drei Milliarden nicht viel, wenn daraus ein verteilungswettsreit wird, der personaell gar nicht vollzogen werden kann (siehe sogenannte Ganztagsschulen).

    Fakt ist, wer bessere Bildung will muss dafür auch die Mittel bereit stellen. Das Fehlen derselben kann weder durch Neustrukturierung der Aubildungsinhalte noch undifferenzierten Schuldzuweisungen kompensiert werden.

    Ein Anfang wäre die Bildungshoheit an den Bund zu übertragen und somit die Streiterei der Kultusministerkonferenzen ein füur allemal zu beenden. Der Föderalismus ist gut zur Wahrung unserer demokratischen Strukturen, dafür war er auch gedacht, dem Bildungssystem nutzt er nichts.

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