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Bildungsungleichheit Ganztag, gemeinsames Lernen, Kitapflicht: Was die Deutschen am Bildungssystem ändern würden

In Deutschland mangelt es an Chancengleichheit, kritisieren viele. Eine neue Studie zeigt: Die Deutschen wollen, dass der Staat entschiedener dagegen vorgeht.
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61 Prozent der Befragten plädieren dafür, dass Grundschüler bis einschließlich zur sechsten Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Quelle: dpa
Grundschüler

61 Prozent der Befragten plädieren dafür, dass Grundschüler bis einschließlich zur sechsten Klasse gemeinsam unterrichtet werden.

(Foto: dpa)

Berlin Immer wieder gerät Deutschland für mangelnde Chancengleichheit im Bildungssystem in die Kritik. Der Schulerfolg beispielsweise hängt nach den Pisa-Tests hierzulande weit mehr als in anderen Ländern vom Elternhaus ab. Ein Großteil der Deutschen hätte nichts dagegen, wenn der Staat mit eindeutigen Maßnahmen dagegen angehen würde, zeigt das neue „Bildungsbarometer“ des Münchner Ifo-Instituts, für das 4000 Bürger befragt wurden.  

Danach plädieren 61 Prozent der Befragten dafür, die Kinder erst nach der sechsten Klasse auf die weiterführenden Klassen zu verteilen. Das ist aktuell nur in drei Bundesländern – Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern – möglich. Der Deutsche Philologenverband hingegen – ein gewerkschaftlicher Zusammenschluss von Lehrern, die auf das Abitur vorbereiten – hatte unlängst gefordert, diese Modelle abzuschaffen, damit die Gymnasiasten mindestens acht, beziehungsweise neun Jahre Zeit für die Vorbereitung zum Abitur haben.

Die höchste Zustimmung von mehr als 80 Prozent findet der Vorschlag, Stipendienprogramme für einkommensschwache Studierende auszubauen. Fast eben so viele Bürger sind dafür, staatliche Ausgaben für Schulen mit vielen Lernenden aus benachteiligten Verhältnissen zu erhöhen. Knapp zwei Drittel finden, dass Lehrer an diesen Schulden mehr Geld erhalten sollten. Die Einführung eines Ganztagsschulsystems befürworten 56 Prozent.

Drei von vier Deutschen meinen, der Staat solle für Kinder ab vier Jahren die Kindergartengebühren komplett abschaffen. Gut zwei Drittel sprechen sich zudem für eine Kindergartenpflicht ab dem vierten Geburtstag aus. In der Vergangenheit haben viele Länder die Kita-Gebühren für einzelne Jahre abgeschafft.

Auch von den Milliardensummen des Gute-Kita-Gesetzes, das Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) aufgelegt hat, fließt ein Teil in weitere Gebührensenkungen: Von den acht Ländern, die bisher eine Vereinbarung mit dem Bund geschlossen haben, wollen sieben die Bundeshilfe zumindest teilweise dafür verwenden.

Experten hatten kritisiert, dass es sinnvoller sei, das Geld in die Steigerung der Qualität zu stecken, also etwa in mehr und besser ausgebildete Erzieherinnen oder eine bessere Ausstattung der Einrichtungen. Zum Zwischenstand der Verhandlungen sagte Giffey, bislang flössen rund 25 Prozent der verplanten Mittel in Gebührensenkungen, 75 Prozent in die Verbesserung der Qualität.

Für die größte Herausforderung im Bildungssystem halten die Befragten – fälschlicherweise – die Ungleichheit zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. 60 Prozent sagen, das sei ein ernsthaftes oder sehr ernsthaftes Problem. Unterschiede zwischen sozial besser und schlechter gestellten Kindern hält die Mehrheit hingegen für weniger problematisch.

Das Gegenteil ist der Fall: Die TIMMS-Studien zeigen, dass der Unterschied in den Mathematik-Leistungen zwischen Viertklässlern mit und ohne Migrationshintergrund 29 Punkte beträgt – bei Kindern aus guten beziehungsweise schwierigen sozialen Verhältnissen hingegen liegt die Differenz bei 34 Punkten.

Mehr: Immer mehr Lehrlinge haben Abitur. Eine Allianz für Ausbildung wirbt vehement um Oberstufenschüler – auch um Studienabbrüche zu verhindern.

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