Bio-Kraftstoff EU gibt E10-Sprit-Kritikern Rückenwind

Schafft E10 noch den Durchbruch beim Verbraucher? Bisher tanken zu wenig Autofahrer den neuen Biosprit. Unions-Politiker würden ihn am liebsten abschaffen. Das ginge sogar, meint die EU.
Update: 04.03.2011 - 14:00 Uhr 17 Kommentare
Droht das Aus für E10? Quelle: Reuters

Droht das Aus für E10?

(Foto: Reuters)

Berlin/BrüsselDie EU-Kommission hat am Freitag klargestellt, dass es keine Verpflichtung zur Einführung des Biosprits E10 in Europa gibt. Es sei alleine die Entscheidung der Bundesregierung, ob sie Pkw-Benzin mit einem Ethanol-Anteil von zehn Prozent einführe oder nicht, sagte Kommissionssprecher Joe Hennon. Die Kraftstoffrichtlinie von 2009 legt allerdings das Ziel fest, dass bis 2020 zehn Prozent der Energie im gesamten Transportsektor aus erneuerbaren Quellen stammen muss. Wie die Staaten dieses Ziel erreichen, ist ihre Sache. Einige EU-Länder haben sich nach Kommissionsangaben dafür entschieden, einen Biosprit-Anteil von 80 Prozent für Taxis und Busse vorzuschreiben. Auch scharfe Vorgaben für Lastwagen sind möglich.

Neben Ethanol tragen Hybridfahrzeuge zum Erreichen des Zehn-Prozent-Zieles aus erneuerbaren Energiequellen bei. Intern geht die Kommission allerdings davon aus, dass Hybridantriebe bis 2020 nur einen Prozentpunkt beisteuern werden - der Löwenanteil also durch Beimischung von Biosprit erreicht werden muss. 2008 lag der Anteil an Ethanol und Biodiesel am gesamten Kraftstoff laut Kommissionsangaben EU-weit bei 3,4 Prozent.

Kritikern des neuen Sprits dürfte die EU-Ansage sehr gelegen kommen.„Dieser klimapolitische Unsinn hilft der Umwelt nicht und bestraft den Bürger. E10 wieder abzuschaffen wäre die effektivste Klimapolitik für Mensch, Fahrzeug und Umwelt", sagte Markus Ferber, Vorsitzender der CSU-Gruppe im EU-Parlament, der „Bild“-Zeitung.

Kritisch äußerte sich auch der CDU-Energieexperte im Europäischen Parlament, Herbert Reul. „Der Einsatz von E10 war überstürzt und ist falsch verstandener Klimaschutz auf dem Rücken der Autofahrer“, sagte Reul der Zeitung. „Je eher E10 von den Tankstellen verschwindet, desto besser.“

Auch Holger Krahmer, umweltpolitischer Sprecher der FDP im Europäischen Parlament, ist überzeigt, dass die Einführung von Biosprit „von Anfang an schlecht durchdacht“ gewesen sei. „In den letzten Jahren wurden unter dem Stichwort Klimaschutz eine Reihe von Gesetzen verabschiedet, ohne Folgen und Kosten vernünftig abzuwägen. Das rächt sich jetzt beim Biosprit“, sagte er. So werde durch E10 kein Gramm Kohlendioxid weniger ausgestoßen. Vielmehr steige der Kraftstoffverbrauch und im schlimmsten Fall werde „Tank gegen Teller“ ausgespielt. „Es war voreilig der EU-Richtlinie über Biokraftstoffe zuzustimmen“, betonte der FDP-Politiker. Energie-Kommissar Günther Oettinger (CDU) müsse die Richtlinie „überprüfen und am besten abschaffen“.

Seit Anfang des Jahres wird die neue Benzinsorte E10 schrittweise eingeführt. Anders als bisher enthält sie nicht fünf, sondern zehn Prozent Ethanol. Da knapp zehn Prozent der Autos die Sorte nicht vertragen, wird E10 aber aus Verunsicherung kaum getankt. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat deswegen zu einem „Benzin-Gipfel“ eingeladen. Das Bundesumweltministerium sieht die Schuld für das E10-Chaos bei den Mineralölunternehmen, weil sie die Verbraucher nur unzureichend informiert hätten.

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17 Kommentare zu "Bio-Kraftstoff: EU gibt E10-Sprit-Kritikern Rückenwind"

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  • Es ist schon erstaunlich, das allerorten der Blödsinn der Politik und der Lobbyisten nachgeplappert und abgedruckt wird. Auch die Presse die sich gerne eines investigativem Journalismus brüstet schreibt munter die als Pressemeldung ausgegeben Volksverarsche ab. Dabei wäre es so einfach wenn man mal das Vorblatt der 10 BImSchV lesen. Da steht unter Punkt E "Eine Preiserhöhung des Ottokraftstoffs mit 10 Volumenprozent Ethanol im Vergleich zum jetzigen Preis für Ottokraftstoff ist nicht auszuschließen, da Ethanol, insbesondere das voraussichtlich verwendete Bioethanol, im Vergleich zum mineralölstämmigen Kraftstoff teurer in der Herstellung ist. Zudem muss gegebenfalls der Grundkraftstoff aufgrund der gleichbleibenden technischen Anforderungen an E-10 Kraftstoff gegenüber dem bisherigen Grundkraftstoff für E5 verändert werden. Auswirkungen auf Einzelpreise, das Preisniveau, insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau, sind in geringem Umfang nicht auszuschließen." Daraus folgt: Eigentlich müßte E-10 jetzt teurer sein als E5, wenn es erst mal auf dem Markt ist wirds erst richtig teuer und es verwundert nicht, dass die Hersteller keine Garantien geben wollen, da sich die Zusammensetzung des Grundkraftstoffs verändern kann und der Wassergehalt durch sa Ethanol auch größer wird. Deshalb kann es nur heißen "Finger weg vom E-10"

  • Die Preise sind inzwischen in miener Heimatstadt über 1,62 bei Super plus, ich frage mich wo das alles noch hinführen soll. Allein der Staat verdient über 90cent pro liter.

    Desweiteren find ich es eine Frechheit dass fast in jedem Artikel geschreiben wird, dass die Bürger E10 aus Unwissenheit nicht tanken würden.
    Dabei weiß doch jeder, dass knapp über 90% sehr wohl über den neuen Biosprit informiert ist; und ich finde es eine Unverschämtheit uns als die Dummen darzustellen.
    Der neue Kraftstoff E10 hat einen genauso hohen ausstoß wie herkömmliches E5 Benzin, da bei E10 höherer Verbrauch ensteht. Desweiteren können Motorschäden durch das 10% Ethanol Gemisch entstehen... und das nicht nur bei Autos die E10 nicht vertragen sondern auch bei den Kraftfahrzeugen, die fürs E10 Tanken vorgesehn sind.
    Stellt sich noch die Frage, was noch weitere Mängel von dem neuen Kraftstoff wären.
    Darunter sind zum einen die meines Erachtens viel höheren Produktionskosten des E10 Sprits dem Herkömmlichen gegenüber. So wird allein ein großer Anteil aus anderen Ländern wie Brasilien in unsere Land importiert. Darunter befinden sich Getreide, Mais, Stroh und noch andere Pflanzen, die viel eher genutzt werden sollten um hungernde Länder zu versorgen, als damit unser Benzin zu strecken.


    LAUT WIKIPEDIA
    "Um die Glucose für die Ethanolproduktion zu gewinnen, muss der Rohstoff je nach Art aufbereitet werden:

    * Stärkehaltige Rohstoffe wie Getreide werden vermahlen. Durch enzymatische Zerlegung wird in der Verflüssigung/Verzuckerung die Stärke in Zucker umgewandelt.
    * Zuckerhaltige Rohstoffe wie Melasse können direkt fermentiert werden.
    * Cellulosehaltige Rohstoffe wie Stroh müssen ebenfalls durch Säuren und Enzyme aufgespalten werden."


    Letztendlich sehe ich das ganze alles nur als eine einzige Abzocke und wir müssen darunter leiden

  • Viel unnötige Aufregung hier! In Brasilien fahren sie mit E85, selbst in den USA mit höherem Ethanol-Anteil! Schauen Sie einfach in die schicke Liste, ob Ihr Auto den Sprit verträgt - und gut! Da wird mir hier einfach zu viel Panik gemacht. Den Mineralölkonzernen, welche übrigens durch den höheren E-Anteil Einbußen haben, schustern Sie durch die (zu 90% UNNÖTIGE) Abnahme des Super Plus im Übrigen einen netten Bonus zu.

    www.dat.de/e10liste/e10vertraeglichkeit.pdf

  • Schuld tragt die Regierung niemand sonst....es besteht keine Verpflichtung der EU zur Einführung von E 10. Sammelklage und weitere Verweigerung notfalls nicht mehr zur Arbeit fahren und boykottieren aber das ist in dem zwischenzeitlich verblödeten Deutschland nicht mehr möglich.....Bürger ihr werdet abgehockt betrogen und bestohlen wehrt euch endlich......

  • Heute gesehen:
    E10 = 1,569€/l
    Super =1,569€/l
    Motortausch ab 6.500€ (z.B. Golf 55kW)
    Da tanke ich doch das normale Super!

  • Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht in den Tank.
    Und diesmal ist nicht die EU schuld, sondern die BundesreGIERung!
    Schäubele hatte schon die $-Zeichen in den Augen, wegen der Mehreinnahmen durch der 5-7%igen Mehrverbrauches.
    Für die Umwelt bringt E10 absolut nichts; hier werden Anbauflächen, welche bisher für Lebensmittel genutzt wurden, für Spritpflanzen genutzt und (Regen)Wälder abgeholzt. Dafür werden jetzt die Lebensmittel, da knapper, teurer.
    In der 3.Welt verhungern täglich tausende von Menschen, aber die deutschen Gutmenschen stecken die Lebensmittel lieber in den Tank. Das ist pervers!
    E10 schadet auch nachweißlich dem Motor. Die Haltbarkeit liegt bei 2 Monaten. Es greift Aluteile, Gummi- und Blechteile an. Schon ein einmaliges Fehlbedanken kann zu einem Totalschaden führen. Und keiner gibt eine schriftliche Garantie!
    E10, das ist wie die Kombination von Pest UND Cholera!

  • Wir werden doch nur noch abgezockt...und zwar von allen Seiten! Mir kommt dieser Sprit nicht in den Tank und das liegt nicht an der mangelnden Aufklärung! Mein Motor hat die letzten 10 Jahre Normalbenzin...dann Superbenzin bekommen. Keiner weiß wie er nun auf diese Brühe reagiert. Auch wenn mein Hersteller das freigibt...wenn mein Motor kaputt ist, hafte einzig und allein ICH! Es gibt keine Langzeittests...der Leidtragende ist wieder mal der Verbraucher! Unsere Politiker können das Zeug tanken...wenn deren Auto kaputt geht, kaufen sie ein neues...wir bezahlen's ja! Weg mit den Politikern, die nur der Industrie dienen! WIR sind das Volk und WIR sind die Geldgeber!

  • Liebe Johanna!
    Der Untergang des "Homo sapiens" wird in Ländern wie China und Indien abgeschlossen. Da können wir in unserem Miniländle alle Fahradfahren und nur noch Tomaten und Tofu essen.
    Das ist dem Weltklima sowas von sch... egal!

  • Irgendwie schade!
    Schlechteres Benzin zum gleichen Preis, damit höherer Verbrauch und höhere Steuereinnahmen. War doch eine geniale Idee. Und wieder fällt unsere Regierung dabei auf Grosskonzernen im Energiebereich die Taschen voll zu machen.
    Ein Schelm der Böses dabei denkt, dass alle am Ende Ihrer Karriere bei Energiekonzernen unterkommen. Ich wette auch zu Googleberg wird da bald wieder auftauchen.
    Ich habe inzwischen von Mehrverbrauch von 10 % und mehr auf 100 Kilometer gehört. Nochmal: Und das zum gleichen Preis... Ungeheuerlich. Kann auch nicht doll für die Umwelt sein, oder?
    Ich werde das Gemüsebenzin jedenfalls nicht nehmen.
    Schönes Wochenende
    Dumbledoor

  • Der Biosprit soll ist nur ein hübsches Alibimäntelchen, um die Ignoranz weiter Bevölkerungsteile (sind ja schließlich alles Wähler!) gegenüber dem wahren Problem nicht zu gefährden. Letztendlich führt aber kein Weg daran vorbei, dass die dicken Spritschleudern (insbesondere die SUVs aus den Häusern Audi, BMW und Porsche) von der Straße verschwinden. Bisher hat die deutsche Automobilindustrie das zu verhindern gewusst - die Drohung "Arbeitsplatzverlust" wirkt bei jedem Politiker. Aber auch die Fahrer von sparsamen Kleinwagen schädigen die Umwelt nachhaltig, wenn sie täglich 100 km in der Gegend herumfahren. Es ist also auf allen Ebenen ein Umdenken erforderlich.

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