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Bitkom-Umfrage Zahl der Smartphone-Nutzer unter Kindern steigt drastisch

Die Handynutzung im Kindesalter nimmt stark zu, damit auch Risiken. Der IT-Verband Bitkom sieht die Schulen bei der Internetkompetenz in der Pflicht.
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Das Handy gehört für immer mehr Kinder schon in frühen Jahren zum Alltag. Quelle: dpa
Smartphone-Nutzung.

Das Handy gehört für immer mehr Kinder schon in frühen Jahren zum Alltag.

(Foto: dpa)

BerlinDie Forderung sorgte für Aufsehen. Anfang des Jahres macht sich die Internetexpertin im Fachbeirat des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Julia von Weiler, für ein Smartphone-Verbot für Kinder unter 14 stark. Die Begründung: 9- bis 11-Jährige würden sich mit den Geräten nicht nur pornografische Bilder anschauen, sie würden auch Selbstbefriedigungsvideos von Gleichaltrigen verbreiten. „So, wie wir Kinder vor Alkohol oder anderen Drogen schützen, sollten wir sie auch vor den Risiken einer zu frühen Smartphone-Nutzung schützen“, resümierte von Weiler aus diesem Befund.

Der IT-Verband Bitkom reagierte seinerzeit mit Kopfschütteln und erklärte: „Wer schwarz-weiß denkt und Handys einfach verbieten will, macht es sich zu einfach.“ Einfach vermutlich aus deshalb, weil nach den Erkenntnissen des Verbands schon fast 90 Prozent aller 13-Jährigen heute ein Smartphone verwenden – und ein Verbot wohl auch deshalb kaum eine nennenswerte Wirksamkeit entfalten dürfte.

Neue Zahlen einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 900 Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren untermauern diese These noch. Danach gehört das Handy für immer mehr Kinder schon in frühen Jahren zum Alltag. Mehr als jedes zweite Kind zwischen 6 und 7 Jahren (54 Prozent) nutzt zumindest ab und zu ein Smartphone, vor fünf Jahren war es erst jedes fünfte (20 Prozent).

Und ab 10 Jahren ist das Smartphone sogar noch weiter verbreitet. Drei von vier Kindern (75 Prozent) haben in diesem Alter bereits ein eigenes Gerät. Besonders gefragt sind Tablet-Computer. Acht von zehn der 6- bis 7-Jährigen (78 Prozent) nutzen sie zumindest gelegentlich, bei Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren sind es nur noch 53 Prozent.

Für Bitkom-Präsident Achim Berg zeigen die Studienergebnisse vor allem eines: Smartphones und Tablets seien aus der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. „Sie sollten deshalb frühzeitig lernen, kompetent mit den Geräten umzugehen und sich sicher im Internet zu bewegen.“ Auf dem Weg in die digitale Welt müssten Eltern ihre Kinder sehr aufmerksam begleiten. Aus Bitkom-Sicht sollte die Vermittlung von Internetkompetenz zudem einen festen Platz in den Lehrplänen der Schulen bekommen, um Kindern mehr Orientierung zu geben.

WhatsApp in allen Altersklassen an der Spitze

Dass offenkundig Handlungsbedarf besteht, zeigt eine weitere Erkenntnis aus der Studie. Mehr als die Hälfte der 10- bis 18-Jährigen (56 Prozent) sagt demnach: Ein Leben ohne Handy kann ich mir nicht mehr vorstellen. Nicht das eigentliche Telefonieren ist den meisten dabei wichtig, sondern vielmehr der Medienkonsum – das Streamen von Musik oder das Nutzen der Kamera für Fotos oder selbstgedrehte Videos. Und immerhin sechs von zehn (61 Prozent) Befragten sind in sozialen Netzwerken unterwegs.

Dabei zeigt sich: Für Kurznachrichten liegt WhatsApp in allen Altersklassen an der Spitze. Bei den 10- bis 11-Jährigen ist die Video-App TikTok das populärste Netzwerk. Ein Viertel (24 Prozent) dieser Altersgruppe nutzt die App bereits. Ab dem 12. Lebensjahr dominiert die Foto- und Videoplattform Instagram (12-13 Jahre: 44 Prozent, 14-15 Jahre: 70 Prozent, 16-18 Jahre: 73 Prozent). Das mit ähnlichen Funktionen ausgestatte Snapchat rangiert dahinter.

Auf Facebook sind vor allem die älteren Jugendlichen aktiv: Zwei von vier (39 Prozent) der 16- bis 18-Jährigen geben dies an. Eine untergeordnete Rolle spielt die Kurznachrichtenplattform Twitter. Rund ein Viertel (23 Prozent) der 16- bis 18-Jährigen ist dort vertreten, von den 14- bis 15-Jährigen sind es 14 Prozent. „Online-Plattformen sind für viele Jugendliche der wichtigste soziale Treffpunkt“, so Bitkom-Präsident Berg.

Dennoch birgt das Internet auch Risiken für junge Nutzer. Zwei von fünf Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren (41 Prozent) geben an, dass sie bereits negative Erfahrungen im Web gemacht haben. Von den Älteren ab 16 bestätigen 22 Prozent, dass sie im Internet Dinge gesehen haben, die ihnen Angst gemacht haben. Bei den 14- bis 15-Jährigen sagt dies ein Viertel (25 Prozent).

Auch mit Beleidigungen und Mobbing im Netz sind einige in Berührung gekommen. Im Durchschnitt berichten 14 Prozent der Befragten ab 10 Jahren über solche Erfahrungen. „Gerade für Jüngere sollten Eltern geschützte Surfräume im Internet einrichten und sie über mögliche Gefahren aufklären“, mahnte Berg. „Kinder müssen im Netz von ihren Eltern an die Hand genommen werden.“

Mehr: Warum viele bekannte Smartphone-Apps gravierende Datenschutz-Mängel haben.

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