Blessing und Müller unter Druck „Commerzbank braucht neue Köpfe an der Spitze“

Noch vor sechs Jahren war die Commerzbank knapp 25 Milliarden Euro wert. Inzwischen ist das Institut an der Börse nur noch knapp sechs Milliarden Euro schwer. Der Bund als Großaktionär ist massiv verärgert.
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Unter massiven politischem Druck: Martin Blessing (li.), Vorstandsvorsitzender der Commerzbank AG, und der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Peter Müller. Quelle: dpa

Unter massiven politischem Druck: Martin Blessing (li.), Vorstandsvorsitzender der Commerzbank AG, und der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Peter Müller.

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BerlinVor wenigen Monaten ließ eine Expertise des Ratingriesen Standard & Poor's (S&P) zur Commerzbank aufhorchen. Die Experten zeigten sich damals wenig überzeugt von den Plänen von Vorstandschef Martin Blessing, die zweitgrößte deutsche Privatbank wieder auf die Erfolgsspur zurückzuführen. Der Umbau der zweitgrößten deutschen Bank werde „komplexer und zeitraubender sein als gedacht“, urteilten die Kreditanalysten damals und drohten kurzerhand mit einer Herabstufung. Heute zeigt sich: die Einschätzung der S&P-Leute fiel sogar noch milde aus.

Der Börsenwert des teilverstaatlichten Dax-Konzerns ist massiv geschrumpft – von knapp 25 Milliarden Euro vor sechs Jahren auf heute sechs Milliarden Euro.

Wie prekär die Lage ist, zeigt die erneute Kapitalerhöhung der Bank. 2,5 Milliarden Euro sollen eingesammelt werden, um den Einstieg in den Ausstieg des Staates zu schaffen. Doch für Alt-Aktionäre wir die Aktion noch schmerzhafter als befürchtet. Die Aktien werden zu einem Preis von gerade einmal 4,50 Euro pro Stück platziert. Am Montag war noch über einen Emissionspreis von rund fünf Euro spekuliert worden.

Dass die derzeitigen Vorgänge bei der Bank die Politik nicht ungerührt lassen, ist nicht verwunderlich. Die Bundesregierung hatte das Institut in der Finanzkrise vor dem Aus gerettet, indem der Bankenrettungsfonds SoFFin für 1,8 Milliarden Euro 25 Prozent an der Bank übernahm und weitere 16,4 Milliarden Euro in Form Stiller Einlagen in das Geldhaus steckte. Von den Stillen Einlagen sind noch 1,6 Milliarden Euro übrig, die nun ebenso zurückgezahlt werden sollen wie die 750 Millionen Euro schwere Mitgift der Allianz. Der Versicherer hatte die Commerzbank mit einer Stillen Einlage nach deren Fusion mit der Dresdner Bank gestützt.

Angesichts der desolaten Lage der Bank gerät nun die Konzernspitze unter massiven Druck der Politik. Die Grünen halten sowohl Vorstandschefs Blessing als auch Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller für nicht länger tragbar. Die Union will den beiden dagegen noch eine Galgenfrist einräumen.

„Kapitalerhöhung darf nicht verpuffen“
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10 Kommentare zu "Blessing und Müller unter Druck: „Commerzbank braucht neue Köpfe an der Spitze“"

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  • Blessing hat sich bisher nicht hervorgetan und gehört zu den McKinseytypen, die in Führungspositionen gut sind wenn ales gut läuft. Der eigentliche Schwachpunkt ist der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Peter Müller.

  • :) mag sein. Mir tun nur die Mitarbeiter leid. Die Quote der Coba Mitarbeiter die unter Exsistenzängsten leiden steigt ständig. So stark das der Vorstand hier bereits externe Firmen beauftragt die Mitarbeiter zu betreuen. @Herr Blessing und Herr Müller - hätten Sie besser mal Ihren Job gemacht!!! - wie können Sie Beide eigentlich noch schlafen???

  • Nein, da muss ich Ihnen heftigst widersprechen!!!
    Der TSV 1860 München verlängert in so einer Situation die Verträge!!!

  • bei dieser "Performance" hätte jeder Fussball Regionalverein seinen Vorstand und Trainer gefeuert.

  • nicht nur die Commerzbank, sondern auch unsere Bundesregierung brauchen neue Köpfe. Vielleicht ist es aber schon zu spät und nicht mehr nötig.
    Die Letzten machen das Licht aus!

  • Der Staat als Zocker: Das Ergebnis spricht für sich. Die WestLB, die Landesbanken, die KfW, nun die Commerzbank.
    Die Projekte der Realwirtschaft von Nürburgring. Stuttgart 21, Elbphilharmonie bis Berliner Flughafen sprechen für sich.

    Angesichts des Kursdebakels stellt sich die Frage, ob der Staat die Anteile an der Coba verkaufen kann! Sind unsere Experten denn ganz vernebelt? Die derzeitigen Kurse eröffnen die beste Gelegenheit für eine feindliche Übernahme. Das zweitgrößte Bankhaus langfristig in der Existenz bedroht. Das größte Bankhaus jeden Monat in den USA mit einer anderen Klage konfrontiert.

    Über das Bankenbashing und das Schwarze-Peter-Spiel haben unsere Politiker vergessen, daß ein guter Wirtschaftsstandort gesunde Banken braucht. Man muß die Banken und Banker nicht lieben, aber man braucht sie doch.
    Die Entwicklung bei der Coba ist nicht nur ein betriebswirtschaftliches Desaster. Die ganze Volkswirtschaft ist getroffen. Das Umsatteln auf viele Schultern hilft uns nicht weiter. Ein großes Land braucht große Banken.

    Manche Politiker in den Parteizentralen scheint zu glauben, daß sich die Wolkenkuckucksheime der Parteiprogramme mit ihren Träumereien von selbst finanzieren.

    Nein, meine Damen und Herren so geht das nicht. Gute Wirtschaftspolitik und Haushaltsführung sehen anders aus. Ein gesunder Staat entwickelt sich nur an einem gesunden Finanzstandort. Wir wickeln derzeit den Wirtschaftsstandort Deutschland ab und merken es noch nicht einmal.

  • Commerzbank soll verkauft werden.

    „Commerzbank braucht neue Köpfe an der Spitze“ - vielleicht kommen die neuen Köpfe zu spät.

    Die Bundesrepublik Deutschland hält zurzeit die Anteile von 25,00%. Laut Informationen soll die Commerzbank danach verkauft werden. Was aus der waschechten Privatbank wird ist ungewiss.

  • Puff
    Da kann man das Geld gleich zum Sozialamt tragen. Was sich der Blessing dabei gedacht hat, die neuen Aktien zu 4,50 Euro herauszugeben, ist schon eine dreiste Zumutung. Der soll sobald den Weg des geringsten Widerstandes gehen und verschwinden. Aber sofort. Mit Ihm die gesamten Ganoven. Darunter zählen die gesamten Vorstände und Aufsichtsräte. Man kann in Deutschland nicht mehr eine eigene Altersvorsorge aufbauen, geschweige einer Bank trauen, bei der das Geld sicher angelegt ist. Jeder Häuslebauer, dem ein Schicksal getroffen hat, der soll sehen wie er den Kredit zurückzahlen kann. Wenn nicht, wird versteigert. Das Blessing die gesamte Schuld auf Griechenland, Bundesregierung und EZB abwälzt, ist schon ein verdammt billiges Argument. Als Banker hat man so viele "Experten" um sich, die den auf CDS basierten Ungereimtheiten ausfindig hätte machen können, so auch bei Griechenland deren korrupte Wirtschaft und jetzt so ein billiges Argument in die Welt zu setzen, müsste eigentlich bestraft werden. Hier ist die Staatsanwaltschaft gefordert in dem sogenannten freiheitlich - demokratischen Land, genannt Deutschland. Die sollte einmal diese Geldvernichter (Verbrecher) öffentlich vorführen. Jeder kleine Ladendiebstahl wird bestraft. Hier geht es um einiges. Die größten Verbrecher lässt man "Laufen". "Deutschland eine Wintermärchen" von Heinrich Heine. Die Kleinen fasst man. Ein korruptes System ohne Ende

  • If you pay peanuts, you get monkeys !

  • Müller hat das CDU-Parteibuch und besitzt somit offensichtlich Narrenfreiheit bei der Commerzbank. Die Bundesregierung ist einer der Hauptverantwortlichen für die Schädigung der Aktionäre und des Steuerzahlers, da sie trotz erwiesener Inkompetenz stur am überforderten Führungspersonal festhält.

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