Blockupy Banker flüchten in den War-Room

In Frankfurt demonstrieren Blockupy-Demonstranten vor dem Finanzzentrum, um den Betrieb lahmzulegen. Doch auf den Geschäftsablauf der Banken hat das kaum Einfluss. Denn die Händler sind vorübergehend umgezogen.
Update: 31.05.2013 - 10:52 Uhr 22 Kommentare
Blockupy-Demonstranten versuchten mehrfach, die Absperrungen rund um die EZB zu durchbrechen. Quelle: ap

Blockupy-Demonstranten versuchten mehrfach, die Absperrungen rund um die EZB zu durchbrechen.

(Foto: ap)

DüsseldorfHeute soll am Finanzplatz Frankfurt nichts mehr gehen. Die Blockupy-Bewegung will im Zentrum der Finanzmetropole demonstrieren. Die Angaben über die Teilnehmer schwanken. Die Polizei sprach davon, dass sich etwa 1.000 bis 1.400 Aktivisten vor der EZB versammelt haben – die Protestler hingegen von 2.500 bis 3.000. „Die Blockade steht. Der Geschäftsbetrieb der EZB ist erfolgreich gestört“, sagte Blockupy-Sprecherin Ani Dießelmann.

Doch zumindest den Geschäftsablauf der Banken stören sie damit kaum. Die Banken sind auf den Fall seit Langem vorbereitet. Viele ihrer Händler haben am Brückentag frei genommen. Einige machen Home-Office. Wieder andere arbeiten - aber nicht an ihrem normalen Platz in Frankfurt. Für sie ist der heutige Tag ein bisschen wie eine Klassenfahrt. Sie machen einen Ausflug ins Umland.

Wohin die Reise geht, ist geheim. Banker berichten, dass sie erst zwei Tage vor den Blockupy-Protesten ihren Anfahrtsplan zum provisorischen Handelssaal bekommen hätten. E-Mails habe es dazu keine gegeben - um die Geheimhaltung zu wahren.

Die Händler einer bestimmten Bank fahren zum Beispiel mit Bahn oder Auto an einen Ort in der Nähe von Frankfurt. Dort laufen sie zu einem ganz normalen Haus - und drücken eine Klingel mit einem Allerweltsnamen. Dann sind sie angekommen im provisorischen Handelssaal. Manche Händler waren schon während der Blockupy-Proteste 2012 dort.

Blockupy blockiert Frankfurter Bankenviertel

Die Räume sind kleiner als sonst und werden nur ganz selten genutzt. Fotos sind nicht erlaubt. Solche provisorischen Handelsräume gehen zurück auf die deutsche Finanzaufsicht Bafin. Die Regeln der Bafin und die der amerikanischen Börsenaufsicht SEC verpflichten die Banken dazu, jederzeit handlungsfähig zu sein.

In den Mindestanforderungen für das Risikomanagement der Bafin liest sich das so: „Für Notfälle in zeitkritischen Aktivitäten und Prozessen ist Vorsorge zu treffen (Notfallkonzept).“ Zeitnahe Ersatzlösungen müssten zur Verfügung stehen.

Konkret bedeutet das: Ob Erdbeben, Brände, Überflutung, Blockaden oder ein Terroranschlag - die Banken müssen ihre Transaktionen abwickeln können. Um die Auflage zu erfüllen, ist zumindest bei den größeren Instituten ein Ausweichstandort nötig.

So wie in der Region um Frankfurt, gibt es auch in anderen großen Finanzzentren Ausweichstandorte für die Banken. Am Rande von London gibt es genauso provisorische Handelsräume wie in der Nähe von New York. Anders als dort geht in Frankfurt das Gefährdungspotential aber nicht so sehr von Hurrikans, Überflutungen und Terroranschlägen aus, sondern von Demonstranten.

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22 Kommentare zu "Blockupy: Banker flüchten in den War-Room"

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  • Dikipedia.ie englischsprachige W

  • @ Ockhams_Rasiermesser

    Quelle?

    Dennoch ist für mich klar,das diese perfide Kreditvergabe der privaten Banken NICHT rechtmäßig sein kann,da die Kredite nicht aus dem Eigenkapital entnommen wurden, sondern "aus der Luft" erschaffen wurden (Bilanzverlängerung).
    Für mich ist und bleibt das rechtswidrig, da diese Kredite damit definitiv NICHT den Banken gehören, sondern von ihnen nachweisbar "erschaffen" werden, sprich sie "erschaffen" sich ein neues "Vermögen" bzw. eine ILLUSION, die jetzt wie eine Seifenblase zerplatzt!

  • Nur leider hat Daly zwar gewonnen, aber die Entscheidung des Gerichtes wurde bereits einen Tag später von einem übergeordneten Gericht widerrufen.

  • Zitat:"..Sie glaubten bisher sicher auch, dass private Banken nur das Geld verleihen, welches sie auch besitzen. Dies glaubten auch ein Richter und seine Jury in Minnesota, USA, bis sie eines Besseren belehrt wurden. 1969 verklagte die First National Bank von Montgomery den Kreditschuldner Jerome Daly auf Rückzahlung eines 14.000-Dollar-Hypothekendarlehens, welches auf seinem Eigenheim lastete. Jerome Daly, ein Anwalt, der sich selbst vor Gericht vertrat, verweigerte die Rückzahlung des Kredites mit der Begründung, es gäbe keine Gegenleistung für das Darlehen. Eine Gegenleistung sei schließlich ein wesentliches Element eines Vertrages. Die Bank hätte aber kein echtes Geld für sein Darlehen eingesetzt, so Daly...."

    Quelle: darf ich laut HB-Redaktion nicht angeben (angeblich Werbung)!

  • Für was sollte denn das eine Werbung gewesen sein, liebe HB-Redaktion?

    In dem Link war gar keine Werbung enthalten!

  • Wasserwerfer raus und dann nieder mit den Blockupy(...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • "Der neidisch linke Staßenpöbel, selber zu dumm oder eher faul um zu etwas im Leben schaffen, aber auf Kosten anderer leben."

    GENAU! Gibt ja auch 3 Mil. freie Stellen in diesem Land. Bin mal gespannt, wann die ersten Opelaner und Commerzbanker in Hartz IV fallen. Vielleicht geht dann so klugen Menschen wie dir ein Licht auf!

  • Der einzige Weg, diesem Irrenhaus was sich Globalisierung nennt, einen Strick zu drehen führt über den Entzug des Kapitals. Wie dies geht findet man unter www.geldhahn-zu.de
    Entmachtet das Geld!

  • Der neidisch linke Staßenpöbel, selber zu dumm oder eher faul um zu etwas im Leben schaffen, aber auf Kosten anderer leben.
    Mund abwischen, weiter gehts.

  • Zitat: "....Die US-Geldpolitik soll anlässlich des 100. Jubiläums der Fed komplett überdacht werden. So lautet der Plan einer republikanischen Gesetzesinitiative. Dazu gehört auch die Erörterung eines möglichen Wechsels des Geldsystems, inklusive Goldstandard.

    Es ist die Rede von der möglicherweise größten Reform des US-Notenbanksystems seit dessen Einführung im Jahr 1913. Unter der Führung des republikanischen Kongressabgeordneten Kevin Brady haben US-Politiker einen Gesetzesentwurf vorgelegt, dem in den USA gute Erfolgschancen eingeräumt werden.

    Ziel der Initiative: Das Mandat des U.S. Federal Reserve Systems soll komplett auf den Prüfstand gestellt werden. “Wir wollen eine sehr sorgfältige und sehr konstruktive Analyse der letzten 100 Jahre. Wenn das Haus in Flammen steht, wollen wir eine Diskussion darüber, welche Rolle die Feuerwehr spielen soll”, so Brady gegenüber Financial Times..."

    Siehe dazu: http://www.goldreporter.de/jahrhundert-reform-u-s-federal-reserve-soll-auf-den-prufstand/news/32328/

    Das Spiel ist AUS!

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