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„Blühende Landschaften“ Kohl wettert gegen Einheitsmiesmacher

Helmut Kohl fackelt nicht lange. Pünktlich zum 20. Jahrstag der Deutschen Einheit redet er mit seiner Lieblingsboulevardzeitung Tacheles über die Wiedervereinigung und die Folgen. Er nutzt die Gelegenheit für ein paar Klarstellungen in seinem Sinne - mit einem Seitenhieb auf Angela Merkel und einer heftigen Attacke gegen den letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière.
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Helmut Kohl bei einem Festakt anlässlich seines 80. Geburtstages in Ludwigshafen: Altkanzler-Ärger über Einheits-Miesmacher. Quelle: APN

Helmut Kohl bei einem Festakt anlässlich seines 80. Geburtstages in Ludwigshafen: Altkanzler-Ärger über Einheits-Miesmacher.

HB BERLIN. Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hat zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung eine positive Bilanz gezogen, aber auch schwere Defizite in der aktuellen Politik beklagt. Er habe Sorge um Deutschland, "weil wir mit viel zu viel Aufgeregtheit über Unwichtiges diskutieren und weil wir überhaupt viel zu viel öffentlich zerreden, statt die Dinge anzupacken", sagte Kohl der "Bild"-Zeitung vom Freitag. Ob er damit auch die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) meinte, blieb offen.

Der frühere CDU-Vorsitzende warnte zugleich vor einer zunehmenden Beschönigung der DDR. Den ersten freigewählten und zugleich letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière (CDU) nannte er in diesem Zusammenhang einen "verbitterten Menschen, der in der Bundesrepublik Deutschland nie angekommen ist". Das Verhältnis zwischen Kohl und de Maizière gilt seit langem als angespannt. De Maizière hatte kürzlich gesagt, die DDR sei kein vollkommener Rechtsstaat gewesen, aber auch kein Unrechtsstaat.

Kohl verteidigte seine Voraussage von vor 20 Jahren, es werde "blühende Landschaften" im Osten Deutschlands geben: "Ich freue mich über das Erreichte. Die neuen Bundesländer haben seit 1989/90 große Fortschritte gemacht und enorm aufgeholt. Und auch bei der inneren Einheit sind wir weit vorangekommen." Zugleich räumte er ein: "Sicher geht alles langsamer, als wir es uns damals vorgestellt haben." Gerade die innere Einheit dauere länger als gedacht.

Kanzlerin Merkel sieht die Wirtschaft in Ostdeutschland 20 Jahre nach der Wiedervereinigung „auf einem guten Weg“. „Der Produktivitätsrückstand schrumpft, die Umorientierung vom Binnenhandel hin zum Export verläuft stetig“, schrieb die CDU-Chefin in einem am Donnerstag veröffentlichten Beitrag für die Zeitschrift „trend“ des CDU-Wirtschaftsrates. Die industrielle Basis sei gewachsen und habe an Stabilität gewonnen. All dies wirke sich endlich auch auf dem Arbeitsmarkt aus. Die Arbeitslosigkeit habe sich in den vergangenen fünf Jahren in den neuen Ländern fast halbiert.

Im Einigungsprozess habe sich gezeigt, wie entscheidend der Zusammenhalt in Deutschland sei, betonte die Kanzlerin. „Der Zusammenhalt in unserem Land hat nicht nur die Deutsche Einheit zum Erfolg werden lassen, sondern auch einen entscheidenden Beitrag geleistet, dass Deutschland besser als alle anderen großen Industrieländer durch die Krise kommt.“

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24 Kommentare zu "„Blühende Landschaften“: Kohl wettert gegen Einheitsmiesmacher"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Und dann verfäschte Kohl auch noch dei Geschichte in dem Gespräch mit der bildzeitung.
    Er freute sich über die "iedrevereinigung der Ost mit der West-CDU?
    Hallo? Der Typ hat wohl in seineer Seniliät vergessen, dass die CDU Ost, also die blockpartei Teil des Polöitbüros war. Es gab schlciht keine Oppositon im der DDR. Die blockiparteien haben jeden beschluß des ZK abgwinkt und mitgetragen bis hin zum Schießbefehl
    Und dann Kohl sie alle in unsere Parteien übernommen ohne jede Überprüfung.
    Und seine späte Rache war dann Merkel.
    Eine 150%ige DDR-bürgerin. Die ahtte mit den bürgerrechtlern und der stillen Opposition überhaupt nichts zu tun

    Die bürgerrechtler, die die Wende erst eermöglicht hatten, die hat er zur Seite geschoben

  • Was ich dem Mann nie vergessen werde, seine schlechteste Leistung; sein Ziehkind Angela.

  • Einen satirisch-humoristischen beitrag zur Einheitsfeier liefert auch Martin Sonneborn (Ex-Titanic/Die Partei), indem er fordert, die Mauer wieder aufzubauen: http://bit.ly/aitPSq

  • Es gibt einige Punkte, für die man Helmut kritisieren kann. Auch wenn er als Einheitskanzler in die Geschichte eingehen wollte muss man es fairer halber zugestehen, dass er die Einheit mit allen Mitteln durchboxte, sogar massive Fehler in Kauf nahm, weil das nächste Zeitfenster vielleicht erst in 10, 20 oder 30 Jahren da gewesen wäre.

    Als massiven Fehler meine ich die 1:1 Währungsumstellung, entgegen aller Ratschläge seiner berater. Otto Pöhl ist deshalb sogar zurückgetreten.
    Doch Helmut fürchtete einen Aufstand der DDR-ler, bzw. dass diese alle innerhalb kürzerster Zeit in die bRD auswandern.
    Die Alternative dazu wäre gewesen, die Grenzen wieder dicht zu machen, um die DDR-ler daran zu hindern. Seine Entscheidung war also nicht unbedingt falsch, weil damit noch größerer Schaden abgewendet werden konnte.
    Als Folge der 1:1 Umstellung ist die gesamte DDR-Wirtschaft zusammengebrochen. Der Tauschhandel mit den brüderstaaten kam zum Erliegen. Die Aufträge brachen komplett weg, Arbeiter mussten entlassen werden und die meisten betriebe schließen.

    Die Lösung des Problems war, den Arbeiter- und bauernstaat in eine moderne und konkurrenzfähige industriegesellschaft zu führen, mit vielen Milliarden, die aber in ein paar Jahren wieder zurückfließen würden. Eigentlich ein genialer Schachzug.

    Doch Helmut hatte sich verrechnet. Nicht nur bei den geplanten Milliarden, die nicht mal für das marode Schienennetz reichten, sondern vor allem bei der Mentalität der DDR-ler.

    Wie wird aus einem staatlich promoviertem „Mistgabel-Schwinger, Erbsen-Zähler, Stasi-Denunziant“ usw. ein qualifizierter Facharbeiter wie im Westen? Und von einem Wessi lässt man sich schon zweimal nichts sagen, mit überzeugendem Resultat. Daran ist Helmut gescheitert.

    Die Kritik an Helmut kann sich also in Grenzen halten. Man blicke nur mal zu den Tschechen, die nach dem Ende des kalten Krieges in atemberaubendem Tempo an der DDR vorbeigezogen sind – ohne einen einzigen Pfennig aus dem Westen!!! Alles eine Frage der Mentalität. Geschenktes Geld ausgeben ist auch lange nicht so anstrengend, als es selbst verdienen zu müssen. Mit 1600 Mrd. Euro hätte man ganz Europa aufbauen können, nicht nur die DDR. Aber damit wurde / wird jegliche Kreativität im Keim erstickt. Die Trümmerfrauen, die das Wohlstandswunder Made in Germany aus den Ruinen des ii.WK mit umgerechnet 70 Mrd. Euro aufgebaut haben, würden sich im Grabe herumdrehen, wenn sie diese gigantische Verschwendung von Steuergeldern mit ansehen müssten.

    Nicht mal im Großraum Stuttgart, der Wiege des europäischen Wohlstands, habe ich so viel Luxus gesehen, als in Leipzig und Dresden. Die Milliarden der Solidarpaktmittel werden ganz ungeniert illegal für den privaten Konsum abgezweigt, straffrei natürlich. Unsere Einkaufscenter brechen aus allen Nähten, nicht nur an Weihnachten. Und im Westen können immer mehr Kommunen nicht mal mehr die Zinsen für die Kredite aufbringen, die sie zur Finanzierung des Solidarpakts aufgenommen haben. So macht die deutsche Einheit richtig Spaß. Die einen malochen und die anderen geben das geschenkte Geld mit vollen Händen aus.

  • Warum diese Aufregung? Die birne hatte doch mal wieder nur ein „Ex-Kanzler-black-out“. Meine Schwiegermutter im Altenheim, redet ähnlich. Und was die blühenden Landschaften anbelangt, ist dagegen die Wüste Gobi ein botanischer Garten.

    Das kommt davon, wenn Dilettanten das Sagen haben. Ein zwölf-jähriger Sonderschüler hatte sicher nicht geglaubt, dass die Wiedervereinigung aus der Portokasse bezahlt werden könnte. Dieser Stümper, ich verweise auf Karl-Otto Pöhl hat dem westdeutschen Steuerzahler rund eine billion DM gekosten. Seltsam, dass nur noch die Franzosen, Engländer und Russen richtig rechnen konnten.
    Dieser Kerl gehört, wie einer seiner Vorgänger, gänzlich aus den Geschichtsbüchern getilgt.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Sehr geehrter Herr Dr. Kohl,
    niemand wird Erfolge kleinreden, wenn sie denn welche sind!!
    Schon lange vor ihren Aktivitäten hat meine Familie in der damaligen DDR Hilfe geleistet, in Sachgütern, weil es einfach fehlte.
    Nun zu ihnen: Sagen Sie endlich, warum Sie die Elf-Aquitaine Angelegenheit nicht aufklären wollen.
    (Das damalige Minol Tankstellennetz wurde dem Elf Aquitaine Konzern zugeschlagen.)
    Sie waren möglicherweise der maßgebliche Drahtzieher, haben aber vor Gericht die Aussage verweigert.
    Herr Dr. Kohl, Ehrenmänner sagen wenigstens die W a h r h e i t.

  • @Friedrich Meyer: Es bezweifelt doch kaum ein seriöser Mensch, dass auch die bewohner der DDR hart gearbeitet und ihre Familien ernährt haben. Genauso ist jedem denkenden Menschen klar, dass ein zentralistisches und diktatorisches System trotz kluger und fleissiger bürger auf Dauer nicht erfolgreich sein kann.

    Was mich allerdings sehr irritiert, ist die verbreitete Meinung im Osten, dass der Sozialismus doch nicht so schlecht war. Da fehlt mir der Lerneffekt. Ausserdem sollten die Ossis sich bewusst sein, dass die Wessis ernorme Wohlstandsverluste in Kauf genommen haben für den Aufbau im Osten. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

  • Die Einheit hat nur ein Problem:
    Solange die Lebensleistung der Ostdeutschen nicht anerkannt wird, gibt es keine Einheit in den Köpfen!

    Wir sind auch jeden Tag racken gegangen, haben die Produktion am Laufen gehalten und die Kinder in der Schule unterrichtet!Woher sollten wir wissen, daß es vergebens war?

    Hinterher ist man immer schlauer - begreift das doch endlich mal im Westen!!!

  • ich sag nur eines: bimbes-kohl!

  • @Lafo hat alles gesagt die DDR bevölkerung taumelte halb blind in den Anschluss,und das kapital hat sich dermassen ausgetobt das die segnungen des spekulativen kapitalismus nur mit den steuerzahler gerettet wurden der kapitalismus mus vor den kapitalisten geschützt werden.Zu Kohl Leuna schon vergessen ein staatsmann sieht anders aus,menschliche grösse sieht anders aus.egal wir müssen nun bezahlen und es war nicht nur lafo klar,Kohl und Waigel stehen für den beginn einer maslosen umverteilung mit garantierter straffreiheit.breul für gnadenlose vollstreckung,jeltzin kohls bester freund hat Russland in den abgrund geführt,erst Putin hat es wieder erhobe.schröder hat alles nur weiter laufen lassen mir gehts doch gut.und merkel ist mit der leyen am ende mit dem tehma sozialterrorismus.Alkohol und zigaretten sin das beherrschende Thema,bei harz viiiiiier ihr armleuchter

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