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BND-Affäre Merkel weist Täuschungsvorwurf zurück

Warum hat die Bundesregierung gesagt, sie erarbeite ein „No-Spy-Abkommen“ mit den USA? Weil sie es glaubte - oder nur, um keinen Unmut vor der Wahl auf sich zu ziehen? Kanzlerin Merkel distanziert sich von den Vorwürfen.
7 Kommentare
„Jeder hat nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet“, betonte Angela Merkel in Bezug auf die Rolle der Kanzleramtsminister in der BND-Affäre. Quelle: ap
Kanzlerin Angela Merkel

„Jeder hat nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet“, betonte Angela Merkel in Bezug auf die Rolle der Kanzleramtsminister in der BND-Affäre.

(Foto: ap)

Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Vorwürfe der Täuschung in der Spionageaffäre durch das Kanzleramt kurz vor der Bundestagswahl 2013 zurückgewiesen. „Ich kann hier nur in der Öffentlichkeit sagen, dass jeder nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet hat“, sagte sie am Montag in Berlin. Das gelte auch für Kanzleramtsminister Peter Altmaier und seine Vorgänger, etwa Ronald Pofalla (beide CDU), so Merkel. Regierungssprecher Steffen Seibert ergänzte: „Und wir haben nach bestem Wissen und Gewissen die Öffentlichkeit informiert.“

Pofalla hatte im Bundestagswahlkampf im August 2013 gesagt: „Die US-Seite hat uns den Abschluss eines No-Spy-Abkommens angeboten.“ Nach Berichten von „Süddeutscher Zeitung“, WDR und NDR vom Wochenende hatte das Weiße Haus aber signalisiert, dass es so ein Abkommen nicht wolle.

Mit einem „No-Spy-Abkommen“ sollte nach den Enthüllungen des Ex-US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden abgesichert werden, dass sich die amerikanischen Geheimdienste auf deutschem Boden an deutsches Recht halten.

Im NSA-Untersuchungsausschuss werde sie zu dem ganzen Komplex Rede und Antwort stehen, kündigte Merkel an. Dem Ausschuss würden auch alle Materialien aus dem Kanzleramt und vom Bundesnachrichtendienst zugeliefert. Merkel räumte ein, dass sich Nachrichtendienste wie etwa die amerikanische NSA eventuell in Deutschland nicht an deutsche Gesetze halten: „Das durchzusetzen mag vielleicht schwierig sein, auch länger dauern als man sich das wünscht, aber als politisches Ziel bleibt es für mich erhalten.“

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte: „Sollte es zutreffen, dass die USA tatsächlich nie in Aussicht gestellt haben, dass es überhaupt zu einem solchen „No-Spy-Abkommen“ (...) kommen kann, dann hat die Union im Wahlkampf 2013 gelogen.“

Hans-Christian Ströbele, der für die Grünen im Geheimdienst-Kontrollgremium des Bundestags sitzt, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es trifft ganz eindeutig nicht zu, dass die US-Seite ein solches Abkommen angeboten hat.“ Entsprechende Äußerungen des Kanzleramts seien „ganz offensichtlich“ nicht die Wahrheit gewesen. Er fühle sich von Merkel belogen. Jan Korte, Vizechef der Linksfraktion, warnte, ohne mehr Ehrlichkeit im Kanzleramt werde aus einer Regierungskrise eine Demokratiekrise.

Die FDP forderte Merkel auf, einen Sonderermittler einzusetzen. Mehrere CDU-Politiker forderten einen Geheimdienstbeauftragten des Bundestags. So äußerte sich etwa Unionsfraktionsvize Thomas Strobl in der „Rheinischen Post“. Der SPD-Obmann im NSA-Ausschuss Christian Flisek sagte „Spiegel Online“ hingegen: „Wir brauchen kein neues Gesicht, keinen Mr. oder keine Mrs. Geheimdienstkontrolle, sondern mehr Personal und Sachmittel.“

Ströbele war nach eigenen Worten am Montag auf eigene Faust bei einem unangemeldeten Kontrollbesuch in der BND-Zentrale in Pullach. Er habe Neues erfahren, dürfe darüber aber nicht reden. „Das war nicht der letzte Besuch.“ Auch der NSA-Ausschuss solle hinfahren.

  • rtr
  • dpa
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Mehr zu: BND-Affäre - Merkel weist Täuschungsvorwurf zurück

7 Kommentare zu "BND-Affäre: Merkel weist Täuschungsvorwurf zurück"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • cc Nampf
    Es gibt wenigsten noch ein Politiker mit Gewissen in Deutschland: Bremens Bürgermeister. Er tritt zurück, da er versagt hat!!

  • Wieder Merkel! Reicht es nicht, wenn diese Frau Ihren persönlich Wirtschaftsfeldzug gegen Russland führt? Reicht Ihr nicht die Belastung der Deutschen durch Ihre unselige Politik wie Energiewande ? Muss wirklich je kw/h 1000 Euro kosten und wir nur noch Atomstrom einführen müssen? Sind überall nur Trottel? Warum weigert sich diese Person ein Blick auf die Weltkugel um zu segen, Deutschland ist nur sogroß wie eine Laus? Hat Sie schon einmal etwas von Winden gehört und damit die Abschaltung der Windkrafträder dadurch erzwungen werden ? Wo kommt nur der Deutschenhass der Frau Merkel her?

  • „Und wir haben nach bestem Wissen und Gewissen die Öffentlichkeit informiert.“

    Da unsere Politiker weder Wissen noch Gewissen (und schon gar kein Anstand) haben, stimmt das sogar.

  • Das sehe ich auch so und absofort darf von 5 rückwärts gezählt werden.

    Ob die Frau wirklich nicht gemerkt hat, dass sie für das Bundeskanzleramt verantwortlich ist?

    Was sagt eigentlich der Koalitionspartner dazu? Kann und will er mit diesen Leuten noch zusammenarbeiten. Letztlich sind auch sie Teil der Bundesregierung.

    Es ist ja schon unglaublich, was da abgeht und dreist wie Verantwortung von den eigenen Beinen losgebunden werden soll.

  • >> Merkel weist Täuschungsvorwurf zurück >>

    Wer Landesverrat bzw. Hochverrat begeht, der kann Täuschungsversuche natürlich zurückweisen.
    Denn diese zählen bei Landesverrat nichts mehr.

    >> „Ich kann hier nur in der Öffentlichkeit sagen, dass jeder nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet hat“, >>

    Lachnummer !

    Gearbeitet hat von diesen Schmarotzern noch keiner. (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Tja, das wars wohl für die Kanzleramtsminister. Frau Merkel hat ihnen das Vertrauen ausgesprochen: der politische Genickschuss, den bisher noch keiner überlebt hat.

  • "Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in der BND-Affäre den Kanzleramtsministern ihr Vertrauen ausgesprochen. „Ich kann hier in der Öffentlichkeit sagen, dass jeder nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet hat“, sagte Merkel am Montag in Berlin. „Das gilt für den heutigen Kanzleramtsminister, aber auch die Vorgänger, auch für Ronald Pofalla.“"

    In einer Zeugnissprache lautet diese Formulierung: "Sie haben sich stets bemüht."

    Vorgesetzte dieser Minister, denen sie ihr Vertrauen ausspricht ist sie. Als Verantwortliche für das Kanzleramt muss sie die Verantwortung für ihre fehlende Aufsicht übernehmen und den eigenen Rücktritt einreichen.

    Dessen ungeachtet verstehe ich die Opposition und ihre Parteifreunde nicht. Das was die Bundesregierung hier zugelassen hat, Missachtung der Grundrechte der Bürger, Verrat persönlichster Kommunikation, muss die Frage zulassen: Wie hießen diese Minister und die Bundeskanzlerin noch einmal, die sich nicht um die Grundrechte der Bürger kümmerten.

    Ich verlange ein Dokumentationszentrum, ähnlich der Gaubehörde, bei der jeder Bürger einsicht nehmen und sich informieren kann, ob er ausgespät wurde oder nicht. Den Bürgern im Westen darf man Rechte, die den Bürgern im Osten bereits eingeräumt wurden, nicht verwehren.