Boom hält an Neuer Rekord beim Bau von Solaranlagen

Eine Förderkürzung im Sommer soll den Zubau von Solaranlagen in geordnetere Bahnen lenken. Doch zunächst hat es 2012 wieder einen Rekord gegeben. Für die Bürger bringt der Solarenergie-Boom Zusatzkosten beim Strompreis.
17 Kommentare
Installation einer Solaranlage auf einem Hausdach. Quelle: dpa

Installation einer Solaranlage auf einem Hausdach.

(Foto: dpa)

BerlinTrotz einer Förderkürzung sind in Deutschland noch nie so viele Solaranlagen neu installiert worden wie 2012. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden im Dezember neue Anlagen mit einer Leistung von 360 Megawatt gemeldet. Damit stieg die installierte Gesamtleistung im abgelaufenen Jahr auf rund 7630 Megawatt. Der bisherige Rekord lag bei 7500 Megawatt 2011.

Das Ministerium betonte, seit Oktober greife die im Sommer beschlossene Förderkürzung, der zuvor unkontrollierte Photovoltaik-Ausbau gehe signifikant zurück. Der stärkste Monat war der Juni mit 1790 Megawatt an installierter Leistung - ein monatelanges Gezerre zwischen Bund und Ländern um das Ausmaß von Förderkürzungen hatte noch einmal aus Sorge vor harten Einschnitten den Zubau gerade im Frühjahr in die Höhe getrieben.

Für die Bürger hat der Solarboom den Nachteil, dass er die Förderzahlungen weiter treibt. Denn die Kosten für die auf 20 Jahre garantierten festen Vergütungssätze werden per Ökostrom-Umlage auf die Strompreise der Bürger aufgeschlagen, zudem kann der Netzausbau bisher mit dem Tempo nicht standhalten.

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag) kam die Erzeugung von Ökostrom die Verbraucher 2012 so teuer zu stehen wie nie zuvor. Deutschlands Ökostromerzeuger hätten für Energie aus erneuerbaren Quellen - hierzu gehören zum Beispiel auch Windkraftanlagen - erstmals mehr als 20 Milliarden Euro erhalten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf die Netzbetreiber. Fast 17 Milliarden Euro davon hätten die Stromverbraucher mit der Ökostrom-Umlage gezahlt. An der Börse, wo die Erzeuger den Strom verkaufen müssen, hätten sie dafür 2,9 Milliarden Euro bekommen.

Der Energieexperte Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale Bundesverband betonte, allein in den letzten drei Jahren seien rund 22 000 Megawatt an neuer Solarleistung installiert worden. „Damit wird die schwarz-gelbe Bundesregierung als die erfolgreichste Solarregierung in die Geschichte eingehen, aber zugleich auch als diejenige mit den höchsten Strompreissteigerungen.“

Förderung könnte schon Ende 2015 auslaufen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

17 Kommentare zu "Boom hält an: Neuer Rekord beim Bau von Solaranlagen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @insider

    Wusste sie das Yellow-Strom, welcher überwiegend fossil-atomaren Strom liefert, deutlich teurer ist, als viele rein Ökostrom vertreibende Anbieter? Komisch, wo doch Atom und Kohle soviel günstiger sein sollen? Der Verbraucher, der aber nicht auf Ökostrom schwört, merkt nichts davon.

    Im Übrigen wurden in Verbindung mit Strom aus Atom und Kohle hunderte von Milliarden an Subventionen gezahlt, zum Teil ohne eine einzige kwh Strom dafür zu bekommen (gescheiterte Projekte wie der schnelle Brüter).

  • Insider hat Recht.1999 z.B. kassierten die ersten "Absahner" 99 Pfennige auf die eingespeiste kw/h und selber wählten sie dann für sich den billigsten Anbieter yellow strom-die Differenz war ihr Gewinn.20 Jahre also bis 2019 können die dann noch hochsubventioniert ihre Gewinne genießen.
    http://www.fen-net.de/~ea2901/pages_pv/pv_eegverguetung.htm

  • 1999 kam bei uns der billigste Anbieter -"Yellow Strom"-19 Pfennige die kw/h-in Frankreich umgerechnet 22 Pfennige.Heute hat sich der Preis bei uns mehr als verdoppelt,während er in unserem Nachbarland dank Atomkraft weitgehenst stabil blieb.Im Grunde ist es doch ganz einfach,der eigenheimbesitzende grüne höhere Beamte aus Freiburg,verlangt von der Hartz4 Empfängerin aus der Berliner Platte,dass diese ihm seine Gewinne finanziert,ist ein bißchen platt,ich weiß,aber im Grunde läuft es darauf raus,wer wenig hat,hat bald noch weniger oder umgekehrt.

  • Und was diese wunderbaren Voraussagen der TGA zur EEG-Umlage angeht: Die sagt doch nur, dass demnächst aufgrund des Erreichens der Obergrenze des PV-Zubaus (52 GW), die anderen Erneuerbaren die Preistreiber sein werden.

  • Schöne bunte Studie auf die Sie da verweisen. Hier wird mal wieder mit vielen bunten Kurven und Diagrammen versucht, schön zu färben, was sich halt nicht mehr leugnen lässt.
    Das Diagramm auf S. 13 zeigt doch genau, dass es sich um Folgekosten des EEG und damit der Förderung der Erneuerbaren handelt. Ob Sie das Kind nun direkte Förderkosten, Liquiditätsreserve oder Marktprämie nennen, ist doch egal. Die Nachholung aus 2012 nicht als Förderung zu bezeicchnen ist ja besonders frech. Da wird die EEG-Umlage auf politischen Druck hin (wir erinnern uns alle an Frau Merkels Aussage hierzu) ein Jahr lag stabil gehalten und muss deshalb im Folgejahr aufgrund des entstandenen Defizits besonders stark erhöht werden und das sollen dann keine Förderkosten sein?
    Dass die energieintensieve Industrie ausgenommen wird sollte auch in Ihrem Interesse sein, sonst wird es wirtschaftlich schnell eng für die Energiewende. Außerdem würden die Kosten über höhere Erzeugerpreise sowieso wieder bei den Bürgern landen.
    Und das mit dem Börsenpreis ist ja schön und gut - davon habe ich als Verbraucher leider nichts. Davon profitieren nur die die auch die Möglichkeit haben kurzfristig Strom an der Börse zu kaufen. Letztendlich Kann man es doch recht einfach darstellen: Wir haben einen gewissen Stromerzeugzngsmix bei dem normalerweise der teuerste Anbieter, dessen Strom gerade noch gebraucht wurde, den Preis bestimmt. Dieses Prinzip wurde ausgehebelt, da aufgrund des EEG der mit Abstand teuerste Strom immer eingespeist werden muss, egal wie viel und zum Pries von 0 Cent (!) und die Erzeuger immer ihre garantierte Vergütung bekommen (PV aktuell im Schnitt 35 Cent/kWh). D.h., der Börsenpreis sinkt aber der durchschnittliche Gestehungspreis steigt. Und diese Kosten müssen von irgendwem bezahlt werden.

  • Hallo "Umweltfreundlich"...Ein Stromspeicher für 3 Tage ist in einem Privathaushalt so wahrscheinlich wie ein privater Jet.

    Vandale

  • Dann aber auch ganz genau!
    Dadurch, dass die Mär vom subventionierten Atomtrom hier ständig wiederholt wird, wird sie auch nicht richtiger. Und wer sich mal die Mühe macht, die Studie von FÖS/Greenpeace-Energy (!)- ein Ökostromanbieter!!/BWE - (Bundesverband Windenergie, eine Lobby-Organisation) zu lesen, wird aus dem Staunen , bzw. Lachen nicht mehr herauskommen, solch absurde Subventionstatbestände werden dort aufgeführt (am besten gefallen mir persönlich die Folgekosten des sovietischen Atombombenbaus unter Stalin in der ehemaligen DDR!!) (http://www.foes.de/pdf/2012-08-Was_Strom_wirklich_kostet_kurz.pdf).
    Die hier angeführten Endlagerkosten sind übrigens bereits im Strompreis enthalten. Dafür gibt es sogar ene eigene Verordnung (Endlagervorausleistungsverordnung - EndlagerVlV). Die Kosten für die Zwischenlager wurden und werden komplett von den Betreibern getragen. Auch die Kosten für die Endlagersuche und die Erkundung von Gorleben werden den Betreibern jedes Jahr in Rechnung gestellt! Daher kann man meiner Meinung nach Gorleben auch nicht aus politischen Gründen aufgeben, sondern nur wenn es fachlich ungeeignet ist. Sonst müsste der Bund die bisher eingeforderten Unkosten an die Betreiber zurückzahlen. Für den Rückbau und die zukünftigen Endlagerkosten gibt es Rückstellungen, die ohne die ständigen Verzögerungen auch locker reichen würden. Selbst die staatliche Aufsicht über das alles müssen die Betreiber bezahlen (Kostenverordnung zum Atomgesetz - AtKostV)!
    All diese und weitere Kosten sind in den 2-4 Cent "Atom"stromkosten schon enthalten. Wer ständig etwas anderes behauptet, will entweder die Realität nicht wahrnehmen oder betreibt schlichte Propaganda.

  • Hallo Thomas...es ist ziemlich unwahrscheinlich dass eine Solaranlage mehr Energie erzeugt als diese für Fertigung, Installation und Betrieb benötigt.

    In den Üblichen Bilanzen und Erntefaktoren hat man sehr bewusst lediglich mehr, oder minder korrekt einen Teil des direkten Aufwands berücksichtigt. Die Gesamtenergie einschliesslich Vertrieb, Planung, Löhne die auch wiederum in Ernergie umgesetzt werden, liegt sehr wahrscheinlich über dem Ertrag.

    Wenn man berücksichtigt, dass der erzeugte Strom ohne grosse Zwischenspeicher, oder Back-up wertlos ist, unterstützt diese Aussage.

    Vandale

  • Zur Info:

    Von den 5,3 Cent/kWh EEG-Umlage beträgt der Anteil der Förderung erneuerbarer Energien 2,29 Cent/kWh. Davon wir die Photovoltaik 1,38 Cent/kWh abgezweigt.

    Siehe Seite 13 der verlinkten Studie:

    http://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-pdf-dateien/studien-und-konzeptpapiere/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.pdf

    (Einfach mal lesen und sich informieren lassen)

    Warum steht so etwas nicht in dem Handelsblatt-Artikel. Es wird suggeriert, dass der Ausbau und die Förderung der PV den Strompreis nennenswert treibt. In Wirklichketit "taugt der weiter Ausbau der PV" nicht mehr als Sündenbock.

    http://www.tga-fachplaner.de/Newsarchiv/2012/11/PV-Zubau-erhoeht-EEG-Umlage-kaum-noch,QUlEPTM4NDA1NyZNSUQ9MTA5MjU0.html

    Auch solche Informationen würden einem Wirtschaftmagazin gut tun.

  • @vandale
    Von umweltschädlich sprechend eigentlich nur die Leute, die keine dieser geförderten Anlagen installiert haben. Schon mal so gesehen?

    Ich mache meine Energie eben selber und ich habe auch eine Pufferung, die locker die Nacht durch reicht und auch mal 3 Tage Regenwetter abkann, ohne dass ich Strom zukaufen muss.

    Und die Erdwärme besorgt den Rest.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%