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Brexit Umzug britischer Firmen: Bundesregierung ist über Brexit-Effekt nicht informiert

Berlin weiß nicht, wie viele britische Unternehmen aufgrund des Brexits nach Deutschland umgezogen sind. Die FDP sieht darin eine verpasste Chance.
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Bundesregierung: Keine Zahlen zur Neuansiedlung britischer Firmen Quelle: dpa
Brexit

Regierungen versuchten im Zuge des Brexits gezielt, abwanderungswillige britische Unternehmen anzuwerben.

(Foto: dpa)

Berlin Die Bundesregierung weiß nicht, wie viele Unternehmen wegen des Brexits bereits ihren Firmensitz nach Deutschland verlegt haben. Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der FDP hervor, die dem Handelsblatt vorab vorliegt. Darin heißt es: „Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse darüber vor, wie viele Unternehmen aufgrund des bevorstehenden Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU ihren Firmensitz verlegt haben.“

Auch die Wirtschaftsverbände BDI und DIHK haben keine Erhebungen darüber, wie viele Firmen aufgrund des Brexits ihren Sitz verlegt haben. Die aktuellsten Zahlen der deutschen Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing GTAI, die dem Bundeswirtschaftsministerium untergeordnet ist, stammen aus dem Jahr 2017.

Demnach wurden 2017 mehr als 150 geplante Investitionsprojekte aus Großbritannien in Deutschland verzeichnet. Das sei ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zu 2016 gewesen. Neue Zahlen will die GTAI im Frühjahr veröffentlichen.

Jüngst hatte das niederländische Wirtschaftsministerium mitgeteilt, dass 42 britische Unternehmen im Jahr 2018 wegen des Brexits in die Niederlande umgezogen seien. Damit seien rund 291 Millionen Euro Investitionen verbunden, rund 2000 neue Arbeitsplätze seien geschaffen worden.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer, der die Anfrage gestellt hatte, wirft der Regierung vor, eine wichtige Chance für den Standort Deutschland zu verschlafen. „Die Bundesregierung agiert beim Brexit weiter vollkommen planlos“, so Theurer.

Andere Regierungen versuchten gezielt, abwanderungswillige britische Unternehmen anzuwerben, verbessern dafür ihre Wettbewerbsfähigkeit und beobachteten die Entwicklung sehr genau. „Die Bundesregierung hingegen treibt weiter mehr Steuern ein als sie wirklich braucht, damit sie fleißig Wahlgeschenke verteilen kann.“

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte auf die Frage, mit welchen Maßnahmen die Bundesregierung dafür sorgt, dass sich Unternehmen mit Umsiedlungswunsch den Standort Deutschland aussuchen, auf die Aktivitäten der GTAI verwiesen.

Das Vereinigte Königreich sei ein Kernzielmarkt der neuen Dachkampagne „Germany works“, für die im laufenden Haushaltsjahr 2019 insgesamt circa 5,6 Millionen Euro bereitstünden. Die GTAI prüfe zur Zeit einen gezielteren Einsatz der Dachkampagne zur weiteren Stärkung des Finanzplatzes Deutschland.

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