Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Special

Bürgerschaftswahlen 2015

Streit über Grexit Griechenland-Kurswechsel der FDP ärgert AfD

In der Griechenland-Frage vollzieht die FDP einen Kurswechsel. Für die Liberalen ist inzwischen auch ein Euro-Austritt eine Option. Das ärgert die AfD, weil ihr im Wahlkampf damit ein Kernthema verloren gehen könnte.
20 Kommentare
Wegen Griechenland-Äußerungen unter Beschuss: der Bundesvorsitzende der Liberalen, Christian Lindner. Quelle: dpa
Christian Lindner

Wegen Griechenland-Äußerungen unter Beschuss: der Bundesvorsitzende der Liberalen, Christian Lindner.

(Foto: dpa)

BerlinDer Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland (AfD), Christian Schäfer, hat den Vorsitzenden der FDP, Christian Lindner, scharf dafür kritisiert, dass dieser sich für ein zeitweiliges Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro stark gemacht hat. Noch vor wenigen Wochen hatte Lindner davor gewarnt, den Austritt Griechenlands aus dem Euro „regelrecht herbeizureden“.

Schäfer sagte dazu dem Handelsblatt (Online-Ausgabe), jahrelang habe die FDP die Euro-Rettungspolitik für Griechenland mitgetragen. „Jetzt hat die Unglaubwürdigkeit der FDP ihren traurigen Höchststand erreicht.“ Der FDP-Chef erkläre sich plötzlich für einen zeitweisen Austritt Griechenlands und übernehme damit eines der zentralen Anliegen der AfD. In Bremen wird am 10. Mai die Bürgerschaft neu gewählt. FDP und AfD haben gute Chancen ins Parlament einzuziehen.

Schäfer nannte die FDP eine „Umfallerpartei“, die mit ihrer „jüngsten Täuschung“ auf das Vergessen der Wähler setze. „Das wird ihr jedoch schwerlich gelingen, da die dreiste Übernahme von AfD-Forderungen zu sehr im krassen Gegensatz zu jahrelang vertretenen politischen Positionen in Sachen Euro-Rettung steht.“ So könne man mit den Wählern nicht umgehen. „Die Folge dieses Plagiates wird ein weiterer Glaubwürdigkeitsverlust und eine weitere Abstrafung durch den Wähler sein.“

Linder reagierte via Twitter gelassen auf die AfD-Kritik:

Der Sprecher des eurokritischen „Liberalen Aufbruchs“ in der FDP, Frank Schäffler, zeigte sich dagegen „sehr froh“, dass Lindner das Verbleiben Griechenlands im Euro als größere Gefahr einschätze, als dessen Ausstieg. „Nicht nur hier stimme ich mit ihm überein, sondern auch, dass die Möglichkeit einer Staateninsolvenz im Euro-Raum auf die Tagesordnung muss“, sagte Schäffler dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Nur wenn Haftung und Verantwortung zusammengeführt werden, kann die Euro-Krise gelöst werden.“

„Brexit wäre geostrategisch gefährlicher als der Grexit“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Streit über Grexit - Griechenland-Kurswechsel der FDP ärgert AfD

20 Kommentare zu "Streit über Grexit: Griechenland-Kurswechsel der FDP ärgert AfD"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die FDP hat diese Eurorettungspolitik mitgetragen. Durch den Vertragsbruch der „No Bail Out Klausel“ stecken wir jetzt in einer Haftungsunion. Diese Schuldensozialisierung „Vergemeinschaftung der Schulden auf europäischer Ebene“ führt dazu, dass es Sparer und Steuerzahler in Deutschland und anderen Eurostaaten sind, die über Rettungsschirme, Schuldenvergemeinschaftung und Nullzinsen die lockere Geldpolitik der EZB finanzieren. Die herausragende Rolle bei der Sozialisierung privater Verluste und öffentlicher Verschwendung kommt dabei den „unabhängigen“ Institutionen der EZB und der Justiz zu. Die Geldpolitik der EZB hat nichts mit Geldwertstabilität zu tun, sondern mit der Umsetzung finanzwirtschaftlicher Partikularinteressen zum Schaden der Bevölkerungsgruppen, die die geringste Schuld an der Finanzkrise trifft. Keiner weiß wie groß die Risiken für Deutschland sind. Europa hat zu viele Schulden haben, die nicht mehr bezahlt werden können. Dabei geht es um Schulden von Staaten und Privaten in der Größenordnung von mindestens drei und bis zu fünf Billionen Euro. Und Deutschland gilt als Hauptgläubiger der Eurozone… Quelle: http://www.manager-magazin.de/politik/europa/restrukturierung-der-euro-schulden-waere-gut-fuer-deutschland-a-1018783.html

  • Das FDP-Bashing halte ich hier für unangebracht. Ja, die FDP hat in der Koalition mit der CDU/CSU ihre eigene Klientel verraten. Ich als Freiberufler in einer nicht staatlich geschützten Branche war als ehem. FDP-Wähler hierüber alleine schon deshalb besonders sauer, weil man mir die Übernachtungskosten mal eben um 12% erhöht hat. Dennoch vermisse ich eine liberale, nicht-sozialistische und staatsgläubige Partei im BT. Auch ich habe aus Wut über die FDP und die katastrophale Euro-Rettungspolitik bei der letzten BT- und Europawahl daher die AfD gewählt, deren Programm mich überzeugt hat. Inzwischen befürchte ich jedoch, dass die AfD aufgrund des hohen Einflusses gewisser Elemente aus Ostdeutschland eine Richtung einschlägt, die ich definitiv nicht mehr unterstützen kann. Da bin ich einer Meinung mit Herrn Henkel. Aber wen soll ich dann noch wählen? Doch wohl kaum eine der sozialistischen Parteien im aktuellen Parlament. Von der Nahles droht uns Freiberuflern, die keine Lobby haben, ja neuerdings neues Ungemach hinsichtlich sog. Scheinselbständigkeit, worüber in den Medien gar nicht berichtet wird. Eine Opposition, welche die Interessen der arbeitenden Bevölkerung vertritt, haben wir derzeit nicht.
    Also, sollte sich die AfD weiter den diffusen Ängsten einiger Ostdeutscher widmen hätte ich schon gerne eine Alternative zur großen sozialistischen Einheitspartei, der ich meine Stimme geben könnte. Und dass die AfD mit ihrer Euro-Kritik vollkommen Recht hatte, dürfte selbst vielen Euro-Fanatikern, die ständig die Nazi-Keule geschwungen haben, inzwischen einsehen. Wenn sich diese Einsicht nun bei der FDP durchsetzt, ist dies zwar spät. Aber besser spät als nie.

  • FEXIT - die FDP meldet argumentativ Konkurs an, tritt aus der Koalition der 'Alternativlosen' aus und versucht einen neuen, eigenständigen Weg zu finden. Gratulation.
    Wäre da nicht der begründete Zweifel, ob nicht in Wirklichkeit mit "Raffinesse" etwas vorgetäuscht werden soll, um ein sonst unerreichbares Ziel, nennen wir es Eintritt in die Union der "Über-5%'er", zu erreichen? Spätere Ent- und Aufdeckung des Betrugs wird in Kauf genommen? Man setzt auf die normative Kraft des Faktischen und das gewohnt schnelle Vergessen aller Beteiligten?
    Déjà-vu: sowas ähnliches habe ich schonmal erlebt! "Timeo Danaos et dona ferentes." (Publius Vergilius Maro, Äneis) Oder: Freie Demokraten tragen einmal mehr Eulen nach Athen.

  • Landtagswahlen in Bremen stehen bevor, da wird schnell eine Umfrage von Forsa hervorgeholt, welche die AfD auf Bundesgebiet auf 4% fallen lässt. Nun muss man wissen, dass Forsa Gründer und Geschäftsführer Manfred Güllner ein erklärter Feind der AfD ist, der immer wieder wegen angeblicher Manipulationen seiner Umfragen in der Kritik stand. Die Umfragergebnisse der AfD Forsa-Umfragen sind merkwürdigerweise immer niedriger als in allen anderen Umfragen. Somit haben Forsa-Umfragen haben leider ihre Glaubwürdigkeit verloren. Nach neuester Umfrage von Emnid kommt die Partei AfD auf 6%. http://www.wahlrecht.de/umfragen/
    Hat sie jetzt plötzlich wieder einen steilen Zuwachs hingelegt ? Eher nicht. Die freiheitlichen bürgerlich-konservativen Wähler sind der AfD über die ganze Zeit treu geblieben. Die Partei verzeichnet sogar einen Mitgliederzuwachs.
    Dem FDP Parteichef Lindner kauft man aber auch nicht ab, dass er über Nacht zum Eurokritiker geworden ist. Ein verzweifelter Versuch vor den Landtagswahlen in Bremen, der Afd noch einige Wähler abzugewinnen.

  • Der Schuss geht nach hinten los. In ihrem blinden Eifer, politisch wieder aufzuerstehen, begeht die FDP denselben strategischen Fehler wie die Union unter Merkel. Weil aus reiner Machtgier sozialdemokratische und grüne Positionen übernommen wurden (Populismus pur!), fühlten sich konservative Stammwähler verprellt. Die suchten sich schließlich eine Alternative (AfD = CDU/CSU 1.0). So wird es auch der FDP ergehen, die aus reiner Existenzangst meint, sie müsse nun plötzlich in der Programmatik der verhassten AfD wildern. Eine solche Heuchelei werden die wenigen verbliebenen FDP-Wähler nicht goutieren, sondern dann eben gleich die AfD wählen. Bereits bei der letzten Bundestagswahl waren es 400.000!

  • Die FDP ist so unglaubwürdig wie nur was.
    Die vielen Fehler, die die in der Merkel-Regierung gemacht haben, sind doch nicht vergessen

  • Wenn ich eine linke Regierung haben will, wähle ich "Die Linke" und nicht eine Partei, wie Grüne oder SPD. Wenn ich für einen Euro-Austritt Griechenlands bin, wähle ich die Partei, die das schon seit Jahren fordert und nicht eine FDP, die sich jetzt, wo der Griechenland-Zirkus ins Absurde abrutscht, mit den selben Argumenten beim Wähler anbiedert. Und siehe da - auf einmal sind die Argumente der AfD richtig und der "Euro-Rebell" Schäffler ist hokuspokus rehabilitiert und wieder salonfähig. So ein Gebaren ist doch nur noch abstoßend. Ich hoffe nur, daß die Bremer Wähler auch so schlau sind, dieses widerliche Spiel zu durchschauen und entsprechend zu "honorieren".

  • Ach – nein! Bisher hieß es, die AfD sei eine „FDP 2.0“, nun will diese eher eine "AfD 2.0“ sein. Es scheint nicht so gut um die FDP zu stehen, wenn sie – reichlich spät – Maximen der „braunen Soße“ (Yasmin Fahimi / SPD zur AfD) übernehmen will. Der mittelständische Wähler hat noch nicht vergessen, dass die FDP ihr Klientel ganz gemein hintergangen und verraten hat, indem sie beim sozialistischen EU–Einheitsstaat, der Schulden–Vergemeinschaftung und Bankenrettung der Merkel–Regierung in allen Punkten folgte. Herr Lindner merkte offenbar auch noch nicht, dass die AfD–Leitlinien weit mehr ausmachen als einen "Grexit“ oder "Dexit".

  • Dem Lindner bleibt doch nichts anderes übrig, als FÜR einen Grexit zu sein. Die Mehrheit der Bürger will ihn – und da er um JEDE Stimme kämpft, muss er auch dafür sein.
    Glaubhafter macht ihn das nicht. Sympathischer auch nicht. Jeder erinnert sich doch daran, wie sich die FDP in der Vergangenheit für die Bürger einsetzte – nämlich gar nicht (außer für die Hoteliers, pardon). Kompetent war die FDP auch nicht. Im Gegenteil, die wenigen kompetenten Leute wurden regelrecht weg gebissen -GERADE von Lindner.
    Wer wählt schon die Kopie, wenn er das Original haben kann.

  • Gab es seinerzeit nicht einen - in den Sand gesetzten bzw. bewußt an die Wand gefahrenen - Mitgliederentscheid, zumindest zum ESM?

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote