Bund der Steuerzahler Frauenfeindliche Steuerformulare

Der Bund der Steuerzahler und die Grünen wollen weniger Diskriminierung auf den Formularen für Steuererklärungen. Männer und Frauen seien nicht gleichberechtigt. Eine Reform des Systems könnte aber vorerst scheitern.
5 Kommentare
Diskriminieren Steuererklärungen Frauen? Die Grünen und der Bund der Steuerzahler setzen sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit auf den Formularen ein. Quelle: dpa
Steuererklärung

Diskriminieren Steuererklärungen Frauen? Die Grünen und der Bund der Steuerzahler setzen sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit auf den Formularen ein.

(Foto: dpa)

BerlinDie Grünen und der Bund der Steuerzahler setzen sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit auf Formularen für Steuererklärungen ein. Der Steuerzahlerbund habe dem Bundesfinanzministerium bereits Vorschläge unterbreitet, berichtete der „Tagesspiegel“ (Dienstag). Die Kritiker stört demnach, dass auf dem Hauptvordruck zur Einkommensteuer-Erklärung der Mann zuerst genannt wird, wenn Ehepaare ihre Steuer gemeinsam erklären - auch wenn die Frau mehr verdiene. „Es wird Zeit, dass Frauen auch in den Köpfen von Steuerbeamten gleichgestellt werden“, sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Paus der Zeitung.

Wo der Staat sparen könnte
Platz 10: Computerspielesammlung
1 von 10

Das Bundeskanzleramt ließ 145.000 Euro dafür springen, die Bestände des Computerspielemuseums, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle und der bereits vorhandenen Computerspielesammlung der Zentrums für für Computerspielforschung der Universität Potsdam sowie der Zentral- und Landesbibliothek Berlin zusammenzuführen. Die Sammlung soll als digitale Datenbank veröffentlicht und später an einem Standort auch physisch zusammengeführt werden.

Platz 9: Kupferbergbau in Chile
2 von 10

Chiles Kupferbergbau ist nicht nachhaltig genug – findet zumindest das Bundesforschungsministerium und fördert ein Projekt mit 237.000 Euro, mit dem der chilenische Bergbau neue Strategien entwickeln soll. Der Bund der Steuerzahler kritisiert: „Es ist nicht die Aufgabe der Bundesregierung, Chiles Wirtschaft umzustrukturieren.“ Hinzu kommt: Das Bundesentwicklungsministerium lobt Chile dafür, dass Chile seine Rohstoffe genutzt habe, um „nachhaltiges Wachstum für alle Teile der Bevölkerung zu schaffen“.

Platz 8: Kostenlose Sprachkurse
3 von 10

Das Verteidigungsministerium verfügt über ein eigenes Bundessprachenamt, das den Fremdsprachbedarf der Bundeswehr abdeckt. Rund 20.000 Wissbegierige werden dort pro Jahr in bis zu 48 Sprachen ausbildet. Für Bundesbedienstete und Ehepartner von Bundeswehrangehörigen ist die Ausbildung kostenlos. Auch die Beschäftigten der Länder müssen für den Service nichts zahlen, ebenso die Referenten der Bundestagsfraktionen. Bundestagsabgeordnete selbst sowie deren Büro-Referenten dürfen das schon seit 1988. Insgesamt verzichtete das Bundessprachenamt in den vergangenen drei Jahren dadurch auf 470.000 Euro.

Platz 7: Konfliktärmeres Fahrradfahren
4 von 10

Gleich drei Studien hat das Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben, um den Fahrradverkehr in Deutschland zu fördern – mit 527.000 Euro. Eine untersucht das Verhalten von Radfahrern in der Fußgängerzone, eine weitere „Radfahren bei beengten Verhältnissen“ und eine dritte steht unter dem Motto „Fördern und Stärken der Fahrradnutzung bei jungen Familien nach der Geburt von Kindern“. Dabei betreffen diese Fragen gar nicht die Bundesebene, findet das BdSt: „Bei dieser Frage sind – wenn überhaupt – Länder und Kommunen gefragt.“

Platz 6: Markenfleisch von Edeka
5 von 10

2015 wurde das „Markenfleischprogramm – Integration von Tierwohl“ ins Leben gerufen. 935.000 Euro stellt das Bundeslandwirtschaftsministerium dafür zur Verfügung. Ausgerichtet ist das Programm ausschließlich auf den Lebensmittelriesen Edeka, der in der Vergangenheit Kritik für seine hauseigene Marke „Gutfleisch“ einstecken musste. Der BdSt stellt die Frage, „warum ein Marktführer Staatssubventionen erhalten soll, um seine Produktions-, Vermarktungs- und Imagepolitik aufzupolieren“.

Platz 5: Grüne Moscheen in Marokko
6 von 10

Die As-Sunnah Moschee in Rabat ist die erste Moschee des Landes, die mit Anlagen zur Erzeugung von Strom und Warmwasser durch Sonnenenergie ausgestattet wurde. Das Bundesentwicklungsministerium subventioniert mit fünf Millionen Euro, dass islamische Gebetshäuser in energetisch modernisiert werden. Dass die Steuerzahler in Deutschland für die Durchsetzung einer „grünen Ideologie“ im Ausland zur Kasse gebeten werden, dürfe nicht sein, meint der BdSt.

Platz 4: Internationale Fernsehserien
7 von 10

Die Serie „You Are Wanted“ mit Matthias Schweighöfer ist die erfolgreichste Serie aller Zeiten bei Amazon Prime Video in Deutschland. Finanziert wurde sie auch vom Steuerzahler. Insgesamt 10 Millionen Euro sind in dem Fördertopf des Bundeswirtschaftsministeriums, mit dem internationale Co-Produktionen von Filmen und Fernsehserien finanziert werden. Hochwertig produzierte Serien seien zwar im Trend, urteilt der BdSt, eine Notwendigkeit zur Subventionierung kann er aber nicht erkennen. Das sollten Sky, Amazon Prime oder Netflix auch alleine stemmen können.

Verbandspräsident Reiner Holznagel schlug vor, statt Ehemann und Ehefrau Ehepartner A beziehungsweise B abzufragen. So könnten Eheleute selbst entscheiden, wer zuerst eingetragen werde. Da diese Umstellung aber eine Änderung in der Software der Finanzämter nötig machen würde, sei vorerst nicht mit einer Reform zu rechnen, erfuhr der „Tagesspiegel“ aus der Finanzverwaltung.

  • dpa
Startseite

5 Kommentare zu "Bund der Steuerzahler: Frauenfeindliche Steuerformulare"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Riesener Jr. - 02.05.2017, 13:14 Uhr

    Wer in diesen Zeiten, Zeit für so einen Mist hat und sich um die innere Sicherheit einen Kehricht schert, der verliert zurecht Wählerstimmen und fliegt hoffentlich nach und nach überall raus.
    Die grünen Deutschlandhasser müssen endlich die Quittung bekommen.

  • Endlich sprechen die Grünen ein wichtiges Problem an. Wir müssen diesen Weg weiter gehen: Bei allen computergestützten Briefen muss per Zufallsgenerator bestimmt werden, ob es "Sehr geehrte Damen und Herren" oder "Sehr geehrte Herren und Damen" heißt. Wenn immer dasselbe Geschlecht zuerst genannt wird (wie z.B. auf der wirklich frauenfeindlichen Steuererklärung), wird das unser Land spalten!

    Es ist wirklich sehr schade, dass die Grünen in den Umfragen immer weiter absacken.

    Oder?

  • Herr Michael Müller - 02.05.2017, 12:10 Uhr

    Stimmt, Sie haben recht.
    WEs muss in Zukunft heißen...Sehr geehrte Personen"......der GEnderwahn läßt auch wirklich nichts aus.

    Wen unter den normalen Bürgerpersonen (:-)) interessiert denn wirklich, wer auf dem Steuerformular zuerst genannt wird.
    Das sind doch an den Haaren herbeigezogene Probleme.
    Sollen die Grünnen doch die Umstellung bezahlen.

    In Berlin kostet die Umbenennung von "Stundentenhilfswerk" in "Studierendenhilfswerk" 900 Mio Euro (inzwischen wohl mehr)
    Aber Berlin hats ja, die schwimmen ja im Geld.
    Dazu noch in einen Begriff, der zum Zungenbrecher wird, dümmer gehts nimmer.

    Ich bin auch dafür, dass in Zukunft Männer die Kinder genauso gleichberechtigt bekommen müssen, wie die Frauen. Frauen müssen als Ausgleich im Stehen pinkeln.

  • Genau Herr Müller !
    Warum bekommen Frauen KInder ?
    Da muss unbedingt der Bund der Steuerzahler ran !

  • Haben wir keine anderen Probleme?

    Wenn wir schon dabei sind:

    warum heißt es in Briefen immer "Sehr geehrte Damen und Herren,"

    Warum erhalten Frauen vor Gericht bei gleichen Vergehen geringere Strafen als Männer?

    Warum dürfen Frauen trotz höherer Lebenserwartung früher in Rente?

    ...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%