Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosigkeit sinkt im Februar

Trotz Winterwetter ist die Arbeitslosenzahl im Februar stärker gesunken als von Volkswirten erwartet. Die Nachfrage nach Mitarbeitern bleibt hoch.
Update: 28.02.2018 - 14:14 Uhr 5 Kommentare
Bundesagentur für Arbeit: Arbeitslosigkeit sinkt im Februar Quelle: dpa
Arbeiter

Weniger Arbeitslose – im Vergleich zum Vorjahr und zum Januar.

(Foto: dpa)

Trotz des strengen Frostes ist die Zahl der Erwerbslosen im Februar deutlich stärker gesunken als in den Vorjahren. Mit 2,546 Million Jobsuchern rutschte die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, erklärte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg. Das seien 24 000 Jobsucher weniger als im Januar und sogar 216 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging im Februar um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent zurück.

Die Zahlen belegen nach Einschätzung von Bundesagentur-Chef Detlef Scheele die robuste Verfassung des deutschen Arbeitsmarktes - auch als Folge der kräftigen Konjunktur. Mit Blick auf andere Arbeitsmarktindikatoren gebe es keinerlei Anlass für die Annahme, dass der deutsche Job-Boom zu Ende gehe. „Ich gehe nicht von einer Trendwende oder einer Abschwächung aus“, unterstrich er und verwies auf die weiter steigende Zahl der Erwerbstätigen.

Im Jahresverlauf könnte die Zahl der Arbeitslosen auf bis zu 2,1 Millionen sinken, schätzte Scheele. „Das ist zwar ein Blick in die Glaskugel, das kann aber gelingen.“ Voraussetzung seien ein starker Frühjahrs- und Herbstaufschwung. Die Zwei-Millionen-Grenze werde aber auf keinen Fall unterschritten, sagte er.

Nicht ganz so rosig fällt das Bild aus, wenn man im Februar die Arbeitssuchenden hinzuzählt, die gerade Aus- und Fortbildungen absolvieren oder denen aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend kein Job vermittelt werden konnte. Zählt man diese zu den normalen Arbeitslosen hinzu, gab es im Februar 3,514 Millionen Jobsucher - rund 970 000 mehr. Indes sei auch dieser Wert zuletzt im Vergleich zum Vormonat um 32 000 gesunken, sagte Scheele.

Zuversichtlich zeigte sich auch die geschäftsführende Bundesarbeitsministerin Katarina Barley (SPD): „Der deutsche Arbeitsmarkt ist positiv in Bewegung und bietet viele Chancen“, kommentierte sie am Mittwoch die Daten aus Nürnberg. Den Schwung gelte es nun für die Jugend zu nutzen. Diese sollte die Möglichkeiten einer dualen Ausbildung als „Voraussetzung für ein gelingendes Berufsleben“ nutzen.

Baubranche arbeitet – trotz Minusgraden

Die sibirische Kälte, die kaum längere im Arbeiten im Freien, etwa auf Baustellen, zulässt, wird nach Scheeles Einschätzung kaum Einfluss auf die Arbeitslosenzahlen haben. Zum einen sei die Kälteperiode relativ kurz. Zum anderen sei die Baubranche auf Minusgerade eingestellt. Bei vielen Firmen werde traditionell die Bautätigkeit in Erwartung von Frost und Schnee zurückgefahren oder komplett eingestellt - ganz gleich, ob es in den Wintermonaten tatsächlich frostig werde.

Bei Flüchtlingen scheint derweil der längere Anstieg der Arbeitslosenzahlen erst einmal gestoppt. Inzwischen pendelt sich die Zahl der erwerbslosen Flüchtlinge nach den jüngsten Zahlen vom Dezember bei knapp 180 000 ein. Zusammen mit jenen, die derzeit Integrations- und berufliche Förderkurse absolvieren, waren im Dezember 2017 damit knapp 480 000 Flüchtlinge auf Arbeitssuche. Allerdings fänden immer mehr von ihnen eine Arbeit: Die Zahl der Zuwanderer aus den Hauptherkunftsländern der Geflüchteten lag im Dezember bei 209 000. Das sind 60 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Beschäftigungslage entwicklet sich weiter gut. So lag die Zahl der Erwerbstätigen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Januar bei 44,28 Millionen - ein Plus von 60 000 gemessen am Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 625 000 Erwerbstätige mehr. Regulär - also mit Sozialversicherungspflicht - beschäftigt waren im Dezember nach BA-Hochrechnungen saisonbereinigt 32,56 Millionen. Das sind 68 000 mehr als im November und 711 000 mehr als ein Jahr zuvor.

Zufrieden zeigte sich Bundesagentur-Scheele mit den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag. „Wir sehen uns als Bundesagentur schon beachtet und unterstützt“, sagte er und verwies dabei unter anderem auf die vorgesehenen vier Milliarden Euro für einen sozialen Arbeitsmarkt für schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose. „Die vier Milliarden Euro bis 2012 - das ist ein unglaublicher Schub, um beispielsweise in bestimmten Regionen des Ruhgebietes und des Ostens geförderte Beschäftigung sozialversicherungspflichtig einzubinden.“

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Bundesagentur für Arbeit - Arbeitslosigkeit sinkt im Februar

5 Kommentare zu "Bundesagentur für Arbeit: Arbeitslosigkeit sinkt im Februar"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Gesellschaft ist gespalten und die Arbeitslosenzahlen werden kaum noch weiter sinken.

    Der größte Teil, der eine solide Ausbildung hat, kann sich in vielen Branchen inzwischen den Arbeitsplatz aussuchen. Da ist der Markt an Arbeitsuchenden auch leergefegt und die Firmen suchen händeringend nach Ersatz für die Arbeiter und Angestellten, die in den Ruhestand gehen. Es ist schon heute absehbar, dass in den nächsten Jahren noch nicht einmal genug Leute aus der Lehre und von Universitäten kommen, um den altersbedingt Ausscheidenden nach zu folgen.

    Und dann gibt es einen Teil, der keine Ausbildung hat oder noch nicht einmal einen Schulabschluss hat. Für diese Menschen ist es nur ganz schwer möglich, einen passenden Arbeitsplatz überhaupt zu finden. Ob man den dann auch bekommt, steht noch auf einem anderen Stern. Die Folge ist, dass sich viele Menschen mit diesen Voraussetzungen in ihrer Langzeitarbeitslosigkeit eingerichtet und sich ansonsten aufgegeben haben.

    Bei den Jüngeren Einheimischen und bei den neu Zugereisten, die dauerhaft bei uns bleiben wollen (und dürfen) und auch häufig jünger sind, besteht ja noch die realistische Chance, dass sie mit einem Vorlauf von 4 oder 5 Jahren in der Lage sind, einen gut bezahlten Job zu bekommen und auf Sicht von 30-40 Jahren ein erfülltes Arbeitsleben bestreiten können. Gerade Asylbewerber werden ja immer häufiger in eine reguläre Arbeit vermittelt.
    Bei den Älteren, so etwa ab 40+ sehe ich diese Chance kaum noch. Da wird es extrem schwierig, diese Menschen sozusagen als "Spätberufene" in einen soliden Ausbildungsberuf zu bringen.

  • Fake-News ab in den Papierkorb.

  • Bei den monatlichen Zahlen über die Arbeitslosigkeit in Deutschland muss berücksichtigt werden, dass noch immer über 2,5 Mio. ("offiziell") arbeitslos sind. Dass also nach fast 30 Jahren seit der Wiedervereinigung der Zustrom von fast 17 Mio. Unterbeschäftigten in die Deutsche Volkswirtschaft noch immer nicht völlig "verdaut" ist. Die Politik der Umverteilung der vergangenen Jahre hat also eher zu einer Verzögerung des Fortschrittes Richtung Vollbeschäftigung geführt. Die häufig beklagten Unterschiede zwischen Ost und West in Deutschland sind ebenfalls ein Zeichen, dass die gebremste freie Marktwirtschaft noch mehr Zeit benötigt bis zum erstrebten Ziel der gleichen Lebensbedingungen in allen Teilen Deutschlands.
    Die Forderungen an die Politik muss deshalb lauten: 1. Mehr liberale freie Marktwirtschaft! 2. Weniger bloße Umverteilung, die nicht zielführend sein kann, weil die Armutsdefinition eine Tautologie ist ! 3. Generelle Reform der gesetzlichen Rentenversicherung gegebenenfalls mit einer staatlich garantierten Verzinsung der Beiträge, um zukünftige Renten aus einem (angesparten) Kapitalstock zu finanzieren! - Wenigstens -

  • Unternehmen, die qualifiziertes Personal suchen, sollten endlich mehr für die Aus- und Weiterbildung tun. Es gibt qualifizierte 50+ Arbeitskräfte, die gegenüber unerfahrenen Hochschulabsolventen wirklich sehr preiswert sind. Warum greift keines dieser händeringend suchenden Unternehmen zu und trifft z.B. eine Einarbeitungsvereinbarung, dafür gibt es sogar noch Geld vom Amt? Sind Unternehmen wirklich bereit, neue Mitarbeiter 50+, wenigstens befristet und mit einem Anfängergehalt vergütet, einzustellen?
    Ich merke nichts davon.

  • "Die Arbeitslosenquote lag bei 5,7 Prozent."


    Und wieder wird - wie in jeden Monat - uns eine hoffnungslos geschönte Arbeitslosenstatistik präsentiert, in der eine bis eineinhalb Mio Arbeitslose garnicht erst mitgezählt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%