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Bundesagrarministerium Antibiotika-Einsatz im Stall sinkt – Probleme bei Geflügel

Der umstrittene Einsatz von Antibiotika in Tierställen ist nach amtlichen Daten gesunken. Bei Geflügel werden weiterhin wichtige Wirkstoffe angewendet.
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Bei Geflügel machen besonders kritische Reserve-Antibiotika demnach zudem rund 40 Prozent der Gesamtmenge aus, bei Schweinen und Rindern weniger als 10 Prozent. Quelle: dpa
Putenzucht

Bei Geflügel machen besonders kritische Reserve-Antibiotika demnach zudem rund 40 Prozent der Gesamtmenge aus, bei Schweinen und Rindern weniger als 10 Prozent.

(Foto: dpa)

Berlin Der umstrittene Antibiotika-Einsatz in Tierställen ist nach amtlichen Daten gesunken – bei Geflügel werden aber weiterhin viele besonders wichtige Wirkstoffe angewendet. Die Verbrauchsmenge bei sechs Masttierarten nahm zwischen 2014 und 2017 insgesamt um fast ein Drittel auf 204 Tonnen ab, wie das Bundesagrarministerium am Mittwoch mitteilte. Bei der Mast von Ferkeln und Schweinen ging die Menge um mehr als 40 Prozent zurück, bei Rindern um 76 Prozent. Bei Mastputen waren es dagegen vier Prozent, bei Masthühnern ein Prozent.

Bei Geflügel machen besonders kritische Reserve-Antibiotika demnach zudem rund 40 Prozent der Gesamtmenge aus, bei Schweinen und Rindern weniger als 10 Prozent. Dabei handelt es sich um besonders wichtige Stoffe, die auch bei Menschen für schwere Krankheiten verwendet werden, wenn normale Antibiotika nicht mehr wirken. Ministerin Julia Klöckner (CDU) sagte, der hohe Anteil bei Geflügel sei nicht akzeptabel. Die Stoffe sollten nur im Notfall und nach sorgfältiger Abwägung eingesetzt werden. Die Branche stehe in der Pflicht zu handeln. Klöckner drohte ansonsten mit gesetzlichen Schritten.

Der Einsatz von Medikamenten im Stall wird seit langem kritisiert. Er soll sinken, um zu verhindern, dass Wirkstoffe nicht mehr anschlagen. Dazu sollen auch 2014 eingeführte Meldepflichten dienen. Bauern müssen demnach Anwendungen bei Schweinen, Hühnern, Puten und Rindern alle sechs Monate amtlich melden. Die Daten werden bundesweit erfasst und bewertet. Behörden können Prüfungen und Gegenmaßnahmen anordnen. Umweltschützer und die Grünen fordern weitergehende Maßnahmen wie ein völliges Verbot von Reserve-Antibiotika in der Tierhaltung.

Mehr: Große Lebensmittelhändler einigen sich auf eine Tierwohl-Kennzeichnung. Damit soll es für Verbraucher einfacher werden, sich über die Haltungsbedingungen von Schlachttieren zu informieren.

  • dpa
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