Bundesbank Frührentner Thilo Sarrazin wird Millionär

Parteiordnungsverfahren, Rückzug aus dem Vorstand der Bundesbank, öffentliche Häme: Thilo Sarrazin kann das nur recht sein. Schließlich dient alles einem Zweck – dem Verkauf seines Buches „Deutschland schafft sich ab“. Und der lohnt sich enorm für ihn.
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Als Buchautor erfolgreich: Thilo Sarrazin. Quelle: Reuters

Als Buchautor erfolgreich: Thilo Sarrazin.

(Foto: Reuters)

FRANKFURT. Der scheidende Bundesbankvorstand dürfte für jedes Exemplar, das über den Ladentisch geht, mindestens 2,30 Euro einstecken, denn branchenüblich sind zehn bis dreizehn Prozent des Ladenverkaufspreises. „Herr Sarrazin hat einen ganz normalen Vertrag wie jeder andere Autor in diesem Haus hier auch“, sagt Markus Desaga, Sprecher des DVA-Verlags, der zu Bertelsmann gehört.

Bereits drei Wochen nach Erscheinen liegt die Druckauflage bei 650 000 Büchern. Zum Vergleich: Der Gewinner des deutschen Buchpreises 2008, „Der Turm“ von Uwe Tellkamp, wurde binnen zwei Monaten 450 000-mal gedruckt.

Beim Internethändler Amazon ist das Buch seit Wochen Nummer eins der Bestsellerliste. Der Verlag DVA nennt bisher keine Verkaufszahlen. Doch sollte bald die elfte Auflage vergriffen sein, hätte Sarrazin knapp 1,5 Mio. Euro verdient. Auch wenn davon fast die Hälfte an das Finanzamt fließt, blieben ihm immer noch 750 000 Euro.

Auch frühere Kollegen versuchen, von dem Verkaufserfolg zu profitieren. Bundesbanker sollen sich angeblich bemüht haben, eine Unterschrift des Autors zu erhalten, um das signierte Werk zu versteigern. Der erhoffte Gewinn blieb bisher allerdings aus: Die Gebote liegen bei Ebay zum Teil unter dem Neupreis für ein unverziertes Buch.

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11 Kommentare zu "Bundesbank: Frührentner Thilo Sarrazin wird Millionär"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • bemerkenswert auch die beschreibung Sarrazins (der im Februar d. J. 65 Jahre alt geworden ist) als Frührentner. Vielleicht ein weiterer Versuch, Sarrazin als arbeitsscheuen, aber gierigen banker zu desavouieren?

  • Dieser Artikel ist ein weiterer beweis dafür, dass unsere Medien politisch gekauft sind. Der verzweifelte Versuch den Normalbürger vom Kauf des buches abzuhalten. "ich bin selber arm, also soll Sarrazin auch nicht an mir verdienen" oder "Der hat das buch nur geschrieben um reich zu werden!" Das sollen die daraus resultierenden und politisch aufdiktierten Meinungen werden. Davon abgesehen, wird jedem halbwegs intelligenten Menschen klar sein, dass ein bundesbänker ohnehin schon so hohe bezüge hat, dass er nach ein paar Jahren im Vorstand sowieso schon Millionär ist. Der buchverkauf wird wohl nur ein willkommener Zuschuss sein. Unsere Politik und unsere Medien sind an Primitivität nicht mehr zu unterbieten.
    Man sollte sich den ganzen Ablauf nochmal auf der Zunge zergehen lassen: Sarrazin spricht aus, was alle denken. Merkel baut öffentlich Druck auf, um Sarrazin zu demontieren. Die anderen Parteien hauen in die selbe Kerbe. Sarrazin geht. Die SPD will Sarrazin ausschließen. Merkel greift das Thema integration auf und macht es zur eigenen idee. Gabriel will Wählerstimmen und tut so, als würde sich die SPD schon immer mit dem Thema befassen. Plötzlich ist das Wort "integrationsunwillig" kein Tabu-Wort mehr. Nur warum musste Sarrazin erstmal die Wahrheit auf den Tisch bringen, damit sich in unserer Politiker-Riege überhaupt etwas dazu regt? Und warum hat man ihn so demontiert, wenn plötzlich alle der gleichen Meinung sind? Das zeigt wie verlogen Regierung und Opposition tatsächlich sind und wie unsere Medien sich zu Handlangern unserer berufslügner machen lassen.

  • Zu (3) AP: Die "PR-Aktion" wurde parteiübergreifend von der Politik und den Medien gegen eine unbequeme Person aufgebaut, die ein unbequemes buch geschrieben hat. in Unternehmen nennt man das Mobbing. Und wenn man schon von der deutschen Machtelite "rausgemobbt" wird, kann man ja wohl noch etwas mitnehmen. ihre Ausführungen über die Dummheit der anders Denkenden passen ganz wunderbar zu dieser Kampagne. ich frage mich nur, ob meine Dummheit erblich bedingt ist, ich bin nämlich Ostfriese.

  • Oh Schreck, der Herr Sarrazin verdient am Verkauf seines buches Geld!!
    Eine weitere unglaubliche Gemeinheit, man sollte ihn dafür einsperren.

    Wenn ihr nichts mehr zum Schreiben habt, dann regt ihr euch dafür auf, dass Hr Sarrazin mit seinem buch Geld verdient.

    Frau Kunz/Rezmer, wieviel verdienen Sie denn pro Artikel?

  • @ AP: Danke für das Kompliment mit der Dummheit. ich habe jedoch bei zahlreichen Forenbesuchen den Eindruck gewonnen, dass die Dummheit eher auf der Seite derjenigen ist, die Andersdenkende mit beleidigungen traktieren.

  • Soso es dient also alles dem persönlichen wirtschaftlichen interesse des Hernn Dr. Sarazzin.

    Das mag man zwar gerne mutmaßen, wenn man sich die charakterlichen Profile unserer heutigen Politiker so anschaut und das Erstarken des Politischen Einflusses auf die bundesbank,

    aber bei all der zu erwartenden Anfeinung hätte Herr Srazzin sein Geld wahrliche einfacher verdienen können. Als Durchschnitts-Politiker geht man scheinbar immer den Weg des geringsten Widerstandes.
    Man mag sich nur den Gabriel anschauen - charakterloser geht es ja kaum und solche Menschen stehen im Rampenlicht der Presse und sollten eigentlich bedenken, dass das Volk nicht völlig hirnlos ist und nicht vergisst, was ein Herr Gabriel vor noch nicht mal einem Monat zu diesem Thema bzw. eher über Sarazzin zu sagen hatte.

    ich bin Herrn Sarazzin sehr dankbar darüber, dass er nicht den Weg den geringsten Widerstandes gegangen ist. Das Volk scheint aufgewacht und hat erkannt welchen Politik in diesem Land betrieben wird. Mit dem Willen des Volkes hat diese nichts zu tun. Und das wird sich ändern müssen - sonst ist die Demokratie bald nichts mehr wert.


  • AP

    Wer hindert Dich daran Deine ideen umzusetzen und auch damit Geld zu verdienen? Seid wann ist "Geld verdienen" ein unehrenhafter Vorgang? Die Marketinginstrumente, die Sarrazin mit seinen beratern angewandt hat, sind für alle Produkte mehr oder weniger die gleichen. Und das System, in dem wir leben nennen wir demokratisch. Jeder hat das Recht Geld zu verdienen und reich zu werden. Das System legt jedem die entsprechenden instrumente in die Hand. Sie müssen nur genutzt werden.

    Neidhammel!



  • Zitat:"...Doch sollte bald die elfte Auflage vergriffen sein, hätte Sarrazin knapp 1,5 Mio. Euro verdient. Auch wenn davon fast die Hälfte an das Finanzamt fließt..."

    Nicht zu fassen, oder?!
    Von 1,5 Millionen will das Finanzamt die Hälfte! Unglaublich! Lohnt sich´s überhaupt noch gute ideen umzusetzen? Wie die Zuhälter!

    Und wofür? Damit das Geld in allen möglichen Ecken dieser Welt verteilt wird, die medizinische Versorgung von 10 Millionen anatolischer Familienclans finanziert wird oder 7 Millionen lebenslange Müßiggänger lebenslang durchgefüttert werden können. Kein Wunder, dass jährlich 150 Tausend leistungsfähige Menschen das Land verlassen. Denn es ist nicht etwa so, dass der Mittelstnd kleiner oder ärmer wird. Die Leute gehen einfach. Sie verlassen das Land und flüchten in Systeme, in denen jeder das bekommt was er verdient.

  • Eine grandiose PR-Aktion, die auf der Dummheit schwimmt. Eine langfristig aufgebaute populistische Medienpräsenz. Und am Ende zielstrebig zu Geld gemacht. Es zeigt den wahren Charakter des Herrn "ich würde jederzeit für 5 Euro arbeiten gehen". Vergoldeter Rausschmiss und abkassieren, ganz gleich was ich damit anrichte.

  • Wenn Sie mit öffentlicher Häme die Häme der Medien meinen, dann haben Sie recht. Dieser Artikel ist doch nur die Fortsetzung der öffentlichen - entschuldigen Sie bitte - der von ihnen und ihren Medienkollengen inszenierten Gehirnwäsche. Was verdienen Sie eigentlich pro Ausgabe?

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