Bundeshaushalt Schäuble hat die „schwarze Null“ geschafft

Die „schwarze Null“ gilt als Prestigeprojekt der Union. Bislang war es unsicher, ob Finanzminister Schäuble sie 2015 erreichen kann. Nun steht fest: Er hat sie überraschenderweise schon im vergangenen Jahr eingefahren.
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): Die „schwarze Null“ gilt als Prestigeprojekt der Union. Bislang war es unsicher, ob Schäuble sie 2015 erreichen kann. Quelle: dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): Die „schwarze Null“ gilt als Prestigeprojekt der Union. Bislang war es unsicher, ob Schäuble sie 2015 erreichen kann.

(Foto: dpa)

BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat schon 2014 die „schwarze Null“ erreicht. Nach Informationen des Handelsblatts (Dienstagausgabe) aus Koalitionskreisen, kann Schäuble damit seinen Haushalt ein Jahr früher als geplant ausgleichen. Ursprünglich hatte er für 2014 noch mit einer Nettokreditaufnahme in Höhe von 6,2 Milliarden Euro gerechnet. Als ursächlich für die gute Entwicklung des Haushalts gelten die niedrigen Zinsen für die Schulden und die bessere Entwicklung der Steuereinnahmen.

Die „schwarze Null“ gilt als Prestigeprojekt der Union. Bislang war es unsicher, ob Schäuble sie 2015 erreichen kann. Nun ist er der erste Finanzminister seit vier Jahrzehnten, der einen ausgeglichenen Bundeshaushalt vorlegen kann.

Hauptursache für die gute Lage sind laut Berichten wohl Zahlungen der Betreiber von Atomkraftwerken von rund 2,5 Milliarden Euro an Kernbrennstoffsteuer, die kurz vor Weihnachten eingegangen seien. Die Stromkonzerne folgten damit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs, der ihre Klagen gegen die Steuer abgewiesen hatte. Zusätzlich werde der Bundeshaushalt durch höhere Steuereinnahmen und Einsparungen bei Zinsen von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro entlastet.

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26 Kommentare zu "Bundeshaushalt : Schäuble hat die „schwarze Null“ geschafft"

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  • Ziel verfehlt und falsch geplant!
    -Auch wenn wie hier, dass Resultat erfreulich erscheinen mag, gibt es nach wie vor Bedarfe in der Zieldefinition sowie in der Tranzparenz und Ergonomie der Prozesse.

  • "....die „schwarze Null“ geschafft"

    Auf kosten der Arbeitnehmer und Rentner, Arbeitslose, HartzIV-Empfänger die viele Jahre Steuern bezahlt haben und gleichgestellt werden mit "Empfängern", die keinen Cent an Steuern geleistet haben !
    Natürlich viele seriöse Unternehmen, Selbständige in unserem Land, die u.a. keine STEUER-OASEN "nutzen" können !!!

    Auf KOSTEN dieser Gruppen war diese fragwürdige "Buchführung" erst möglich !

    Bei so viel SCHULDEN käme ich nie Privat auf das Ergebnis, ich habe die schwarze Null erreicht !

    Bitte nicht vergessen, Kinder bis zum 5. Lebensjahr, erhalten ein paar Cent mehr, als ein Polizeihund, wo die Eltern leider unverschuldet HartzIV beziehen müssen !

    Das ist wirklich Zuwider Herr Heiko Maas, dieses gelesen und bestätigt zu bekommen !!!

    Es läuft vieles aus dem Ruder in unserem Land, durch Kompetenzleere und kranke Lobby-"Volksvertreter" und abhängige Medien ! Nicht alle aber zu viele !

    Eine Schande, diese "Politiker" - Generation, seit ROT/GRÜN !!!

  • U. a. Streichen aller familienpolitischen Leistungen (mit dem Wegfall der Einkommensteuer wird ein Ausgleich geschaffen) und massive Reduzierung der Anzahl und des Volumens der politischen Gremien und der staatlichen Verwaltung, die u.a. möglich wird wegen der Streichung der Einkommensteuer.

    Eigentlicher Nutznießer der Steuern sind die staatlichen Bürokraten auf allen Ebenen in Legislative und Exekutive (und auch Judikative denn alles ist verfilzt untereinander), wie hier deutlich wird.

  • Niedrigzinspolitik kostet Sparer 70 Milliarden Euro

    Ifo-Chef Hans-Werner Sinn fordert, die schwächsten Länder aus der Euro-Zone zu entlassen. Die derzeitige Niedrigzinspolitik der EZB schadet nach seinen Berechnungen vor allem den deutschen Sparern.
    Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kostet die deutschen Sparer rund 70 Milliarden Euro pro Jahr

  • Herzlichen Glückwunsch dazu. Auch von mir.

  • Herr Hoffmann,
    wenn ich Ihren Kommentar lese, dann frage ich mich, ob Sie schon einmal darüber nachgedacht haben, ob eine andere Head line bei Ihnen nicht für mehr Klarheit gesorgt hätte.

    Mein Vorschlag: 'Schäuble, die "schwarze Null"'

    Fachlich und sachlich ist natürlich das, was uns Bürgern aufgetischt wird unterste Schublade. Jeder, der mit dem Auto fahren muss, der spürt täglich wie die "schwarze Null" entstanden ist.

    Das wäre so, als wenn ein DAX-Unternehmen einen "Gewinn vor Kosten" veröffentlichen würde. Dazu ist Schäuble aber auch zu entschuldigen. Der Mann hat nie einen ordentlichen Beruf gelernt und der sieht Buchhaltung als Statistik an - was irgendwo sogar noch nachzuvollziehen ist.

    Geht man auch noch davon aus, dass das Steuerrecht die "Statistik" bestimmt, schließt sich der Kreis. Nirgendwo auf der Welt gibt es dann soviel Literatur zu vorgenannter "Statistik" wie in Deutschland.

    Da kann, ja da muss ein Schäuble geradezu vergessen was in seinen Schubladen ist.

    Herr Hoffmann, sind wir uns einig, korrekt hieße die Überschrift 'Schäuble, die "schwarze Null"'.

  • nun ja, wenn ich mir die Finanzpolitik weltweit anschaue, dann ist das doch schonmal ein erster Schritt. Nun muss halt noch die Rückführung der Schulden angegangen werden. Bayern hat's ja schon vorgemacht.
    Das gejammere über die niedrigen Zinsen kann ich nicht verstehen. Die Altervorsorge geht ja nun größtenteils über den "Generationenvertrag" und der profitiert eher von den niederigen Zinsen, da Investitionen erleichtert werden.
    Diejenigen, die sich privat absichern müssen (Privatiers mit großem Kapitalpolster, Freiberufler etc.) müssen ihr Geld ja nicht auf die Bank legen, sondern können es produktiv investieren. Das fördert wiederem die Zukunft unseres Landes.

    Ehrlich gesagt, ich habe es satt, dass nur dauernd die "Schwarzseher" sich hier eintragen. Diese unverbesserlichen Pessimisten und Nörgler sagen ja schon seit 30 Jahren den Untergang des Abendlandes voraus und haben wohl deshalb ihre Reserven nicht der deutschen Wirtschaft zur Verfügung gestellt. Das sind doch die eigentlichen Schädlinge des Systems! Aber sie haben nicht recht behalten - es ist bis auf kleine Schwankungen seit diesen 30 Jahren immer noch bergauf gegangen. Die "German Angst" kommt wohl daher, dass wir auf einem sehr hohen Niveau leben. Da besteht natürlich immer die Gefahr, dass es auch mal ein wenig bergab geht.

    Also nicht Miesepetern - sondern positiv mitgestalten!

  • liebe handelsblatt-redakteure und handelsblattleser! bei den kommentaren wird viel durcheinandergeschmissen, bis sich niemand mehr zurechtfindet. hier eine kleine rechnung aus der schulzeit:
    1. die brd hat ca. 2,2 bio.schulden (2,200.000.000.000 euro). 10% davon müssen jedes jahr "umgewälzt/umgeschudett" werden. das bedeutet z.z. eine um ca. 3% zinsen günstigere geldaufnahme von herrn schäuble als noch vor etlichen jahren.
    2. die spargelder der bürger werden z.z. mit max. 1% zinsen verzinst gegenüber "normal" etwa 4%. dadurch werden die zu versteuernden kapital-einnahmen von herrn schäuble (25% aller zinseinnahmen der steuer-clienten)
    erheblich gemindert.
    3. was bedeutet das für herrn schäuble, wenn die zinsen wieder minimal steigen sollten? herr schäuble hat einen sack voll wertpapiere, die nur zu ca. 1% verzinst werden. PRIMA! gleichzeitig steigen aber auch die zinseinnahmen der wertpapiere der steuerzahler (25% davon wieder für herrn schäuble)!
    3. damit man eine sinnvolle abschätzung/gegenüberstellung allein betreff "kapital" durchführen kann, sollte man wissen,wie hoch das bei den banken "angelegte/gesparte geld" tatsächlich ist. dazu habe ich noch keine aufstellung gesehen. vielleicht kann das handelsblatt diese zahlen eruieren?!
    FACIT: der liebe herr schäuble sitzt zur zeit gemütlich im schlaraffenland und darf sich täglich einen schoppen rotwein genehmigen - auf kosten von uns braven steuerzahlern!

  • Die Meldung kommt nicht unerwartet. Schäuble hat konsequent ein enorm großes Vorderwasser aus nicht eingeforderten Forderungen an EU, nicht abgerufenen Bundesbankgewinnen und Sondervermögen, frühzeitigen Überweisungen an EU etc. und entgegen wirtschaftlicher Logik nicht liquidierten Sondervermögen jenseits des Haushalts aufgebaut. Insgesamt ist nach EU Richtlinien ein riesiger Überschuss in 2014 nicht nur im Staatsbereich insgesamt, sondern auch im Bund entstanden, der weitgehend nicht ausgewiesen wird. Dies stellt die demokratische Kontrolle und die Kompetenz der Mitglieder des Haushaltsausschusses des Bundestags in Frage. Die gigantischen, verheimlichten Haushaltsüberschüsse in Deutschland sind ein wesentlicher Grund für die deflatorischen Tendenzen im Euro-Raum und das geringe Wirtschaftswachstum. Sollte dies demokratisch gewünscht sein, ist dies OK. Allerdings wird dies verheimlicht, da Schäuble glaubt, dass dann ein Abbau der Schulden auf das von Maastricht vorgegeben Ziel von 60% BIP nicht erreicht würde --> ein Angriff auf die demokratischen Grundwerte.

  • Still und heimlich hat der Finanzminister ganz allein schon 2014 die "schwarze Null" geschafft. Hatte der Finanzminister nicht einmal einen Sprecher dabei? Das übrige Ministerium, der Wissenschaftliche Beirat, der Hauhalt- und der Finanzausschuss des Bundestages, die übrige Wirtschaft und die Steuerzahlenden Bürger haben gar keinen Beitrag geleistet, oder?
    Der Finanzminister hat es so sehr verheimlicht, dass sogar investigativen Journalisten nichts aufgefallen ist?
    Die besten Wirtschaftsexperten des Sachverständigenrates, der Forschungsinstitute und der besten Wirtschaftsmedien Deutschlands haben rein gar nichts von diesem Coup mitbekommen? Das ist der eigentliche Skandal.

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