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Bundeskanzleramt Kanzleramt bekommt 400 neue Büros – für 460 Millionen Euro

Der Platz im Bundeskanzleramt reicht nicht mehr aus. Der Bund plant nun einen Neubau mit mehr Büros für die 750 Mitarbeiter.
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Auf einer Pressekonferenz wurde ein Modell des Neubaus vorgestellt. Quelle: dpa
Erweiterungsbau des Bundeskanzleramts

Auf einer Pressekonferenz wurde ein Modell des Neubaus vorgestellt.

(Foto: dpa)

BerlinDoppelt belegte Büros, Mitarbeiter in Ausweichquartieren, umfunktionierte Gesprächsräume – im Bundeskanzleramt ist es eng geworden. Ob Migration, Terrorbekämpfung oder Cyberkriminalität: Wegen neuer Aufgaben hat sich die Zahl der Beschäftigen in der Berliner Regierungszentrale von 410 auf rund 750 Kolleginnen und Kollegen nahezu verdoppelt. Ein Neubau soll bis 2028 Abhilfe schaffen, wie Kanzleramtsminister Helge Braun am Dienstag ankündigte.

Den Auftrag für das Projekt haben die Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank bekommen, die auch das als „Waschmaschine“ oft verspottete Kanzleramt entworfen haben. Im Kanzlerpark auf dem gegenüber gelegenen westlichen Spreeufer soll ein bogenförmiges Haus mit 400 Büros entstehen. Auf sechs Geschossen werden dort auch eine Kantine, eine Kindertagesstätte und Konferenzräume unterkommen.

Die Regierungshubschrauber, die bisher im Park landen, sollen dann auf einer runden, auf dem Büroriegel angebrachten Plattform in 22 Metern Höhe niedergehen. Außerhalb des Kanzlerparks werden die Logistik und die Poststelle unterkommen. Geplant ist außerdem eine zweite Fußgängerbrücke über der Spree zum etwa 200 Meter entfernten Hauptgebäude.

„Architektonisch spielt die Musik hier“, stellte Architekt Schultes vor Journalisten im Kanzleramt klar, das neue Haus sei eher als zweckmäßige Ergänzung konzipiert. Tatsächlich wird sich, wenn die Planungen so bestehen bleiben, der Bürobogen durch eine fensterlose Mauer nach Außen abschotten. Nach innen soll sich der Licht durchflutete Riegel zum Garten öffnen.

Mit dem auf mindestens 460 Millionen Euro veranschlagten Projekt wird das sogenannte Band des Bundes vervollständigt, das als Regierungsquartier ebenfalls auf Ideen von Schultes und Frank zurückgeht. Zur Gebäudereihe, die sich als Ost-West-Klammer über beide Seiten der Spree erstreckt, gehören das Marie-Elisabeth-Lüders- sowie das Paul-Löbe-Haus des Bundestags.

In das Projekt für den Ergänzungsbau wurden Schultes und Frank eng einbezogen. Das Feder führende Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung verschaffte sich vorher Rat von Rechtsexperten, wie Präsidentin Petra Wesseler sagte. Die Behörde hatte befürchtet, dass das Architektenpaar bei der Vergabe an ein anderes Büro ihr Urheberrecht am Band des Bundes und dem Kanzleramt angemeldet hätte. Die Sorge war begründet. „Wir hätten uns mit Händen und Füßen gewehrt“, bestätigte Schultes.

Auch wenn Schultes jetzt sein wohl bekanntestes Projekt abschließen kann – zufrieden ist er mit dem Regierungsquartier nicht. Das „Monstrum Hauptbahnhof“ lasse das Kanzleramt geradezu als filigranen Bau erscheinen.

Wegen komplizierter Planungen und Abstimmung etwa mit den Sicherheitsbehörden soll der Bau erst 2023 beginnen und 2027 fertig sein. Ob er bei der Eröffnung 2028 noch im Kanzleramt sein werde - darauf wollte sich Braun nicht festlegen. Die Wege der Politik seien unergründlich. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei in die Planungen jedenfalls eingeweiht.

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  • dpa
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