Bundeskanzlerin zu Griechenland Die Tür ist noch nicht ganz zu

Das ist die Botschaft der Kanzlerin für Athen. Aber vor der Volksbefragung am Sonntag wird sich kaum etwas bewegen. Die Opposition warnt vor verheerenden Folgen der Merkel-Politik. Die Kanzlerin sieht indes keine Gefahr.
Update: 29.06.2015 - 18:16 Uhr 29 Kommentare

Merkel: „Verhandlungszug ist noch nicht gänzlich abgefahren“

BerlinKanzlerin Angela Merkel (CDU) ist für weitere Verhandlungen mit der Regierung in Athen zur Abwendung einer Staatspleite offen - allerdings erst nach dem für Sonntag angesetzten Referendum in Griechenland. Sollte die griechische Regierung um Gespräche bitten, „werden wir uns solchen Verhandlungen selbstverständlich nicht verschließen“, sagte Merkel am Montag nach einem Treffen mit den Partei- und Fraktionschefs von Union, SPD, Linke und Grünen in Berlin. „Wenn jemand mit uns sprechen möchte, sind wir jederzeit bereit zu sprechen.“

Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern hatte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras ein Referendum angesetzt. Er forderte seine Landsleute auf, die Vorschläge für ein Reform- und Sparpaket abzulehnen. Bereits an diesem Dienstag muss Athen 1,6 Milliarden Euro an den internationalen Währungsfonds (IWF) überweisen.

Ebenso wie SPD-Chef und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel betonte Merkel, es sei das legitime Recht der Griechen, eine Volksabstimmung anzusetzen. Auch das Ergebnis werde man akzeptieren. „Wir müssen sehr vorsichtig sein, was für Botschaften wir senden“, sagte Merkel.

Niemand dürfe den Eindruck erwecken, den Griechen etwas vorschreiben zu wollen. Für einen Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs gebe es vor der Abstimmung am Sonntag keinen Grund. Auch eine kurzfristige Reise nach Athen sei nicht geplant.

Deutlicher als Merkel sagte Gabriel nach dem Treffen, die Abstimmung am Sonntag werde darüber entscheiden, ob Griechenland im Euro bleibe oder nicht.

Den Griechen müsse die Tragweite bewusst sein: „Es ist im Kern die Frage, Ja oder Nein zum Verbleib in der Eurozone“, sagte der Vizekanzler. Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone kann auch nach Ansicht von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem noch verhindert werden.

„Ja das ist noch möglich“, sagte Dijsselbloem dem niederländischen Radio in Den Haag am Montag. „Ich wiederhole, dass die Tür bei uns offen bleibt, auch wenn die Möglichkeiten und die Zeit sehr begrenzt sind.“ Der niederländische Finanzminister äußerte sich erneut sehr enttäuscht, dass die griechische Regierung die Verhandlungen am Samstag abgebrochen habe.

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29 Kommentare zu "Bundeskanzlerin zu Griechenland: Die Tür ist noch nicht ganz zu"

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  • Dieses anhaltende Gebaren der Kanzlerin, partout ein totes Pferd weiterreiten zu wollen, gepaart mit fehlender Einsicht in politische Fehlentscheidungen ist mehr als unerträglich. Ich frage mich allerdings, wann ihre ganz und gar unverdienten "positiven" Umfragewerte endlich bereinigt werden. Wie dumm und uninteressiert muss die Mehrheit der Wähler sein, die verheerend schlechte Euro-"Rettungs"-Politik in Berlin und Brüssel auch nach Jahren noch nicht zu erkennen.

  • "Die Tür ist noch nicht ganz zu"

    Hallo Frau Merkel, es wird teurer für den deutschen Steuerzahler, nicht günstiger, wenn es so bleibt, wie es ist !

    Es wäre verantwortungslos, wiedermal auf Zeit zu "spielen", es wäre fahrlässig und man sollte endlich auch die Verantwortlichen dieser unseriösen Machenschaften zur Rechenschaft ziehen !!!

    Erlöst die unschuldige griechische Bevölkerung endlich von dem € - Gefängnis !
    Dieses Korsett passte nie zu diesem Land und das wird nicht das letzte Land sein !

    Verantwortungsloser konnten unsere "Volksvertreter" unsere Steuergelder nicht vernichten !
    Profitiert haben wenige, die Haftung jedoch übernimmt die Mehrheit der Bevölkerung in unserem Land ! Dank des kranken Lobbyismus in D und in der EU !!!


  • @ Frank Rindermann,
    "Seit Jahrzehnten leben die Griechen auf Kosten anderer."
    Gut, aber genau das haben "die Anderen" genau gewusst und dies nicht als Beitrittshindernis gesehen.
    Im übrigen; Bruch des Maastrichts Vertrag (jetzt haften alle für staatliche Einzelschulden), Steuersparmodelle quer durch die EU zum Nachteil aller Mitglieder. Das wurde auch umgesetzt und hat auch nichts mit "Gemeinsinn" zu tun.
    Vor diesem realen Hintergrund ist die Idee "Europäische Gemeinschaft" leider gestorben.
    Selbst wenn die "Hilfsprogramme" nun entfallen, es werden dann (GR ist auch nach einen Austritt aus der Währungsunion immer noch Mitglied der EU) Hilfszahlungen für echt notleidende Bürger auf uns zu kommen.
    So wurde, dank dem IQ von Politikern, der Teufel mit dem Belzebube ausgetrieben.

  • Es kommt, wie es kommen mußte. Die Interessen der griechischen Regierung und der Gläubiger widersprechen sich diametral. Syriza wollte einen von Beginn an Schuldenschnitt auf 60% des BIP und eine komplette Einstellung aller Sparauflagen. Das kann man in dem Buch des Syriza-Ökonomen Costas Lapavitsas über die EURO- und Griechenland-Krise, das er zusammen mit dem ehemaligen Staatssekretär von Oskar Lafonteine, Heiner Flassbeck, schon 2014 veröffentlicht hat, glasklar nachlesen. Sie sprechen in diesem Zusammenhang von der "unmöglichen Triade", da sie der Überzeugung sind, daß diese beiden Forderungen mit der dritten Forderung eines Verbleibs im EURO unvereinbar ist. Die Gläubiger könnten nämlich den beiden Hauptforderungen in ihrem eigenen Interesse niemals zustimmen, womit sie eindeutig recht haben. Scheinbar haben die verhandelnden Eurokraten diese offene Positionierung von Syriza weder zur Kenntnis noch ernst genommen. Sie war aber für die Verhandlungsstrategie und -Taktik von Syriza durchgängig richtungsweisend. Das Positive dabei ist, daß durch die Zuspitzung des Widerspruchs seitens Syriza der bisherigen Politik der faulen Kompromisse der Boden entzogen worden ist. In dieser Hinsicht gebührt Tsipras und Varoufakis der Dank all derjenigen, die schon lange dafür plädieren, daß Staatsinsolvenzen nicht verschleppt werden dürfen.

  • Griechenland ist pleite, wer hätte das gedacht?
    -------------------
    Jahrelang predigte Schäuble: "Griechenland ist auf einem guten Weg"!
    Merkel sagte: "scheitert Griechenland, dann scheitert der Euro"!

    Und jetzt weigern sich die Griechen, unsere Geldgeschenke anzunehmen. Das ist gemein!Sie fordern sogar ein Referendum.

    Heute blieben die Banken geschlossen, viele Geldautomaten waren leer. Sie sollen bis zum 6.7. geschlossen bleiben.

    Griechenland verweigert auch die fällige Rate von 1,6 Milliarden Euro an den IWF.
    Die fälligen Raten von 6,5 Milliarden an die EZB AUCH nicht zahlen.
    Aber Gehälter und Pensionen sollen sicher sein. Wovon?
    Werden jetzt Schuldscheine ausgegeben?

  • Eins ist sicher, DER EURO!
    ----------------------------
    Das sagen Merkel, Gabriel, Juncker und Schulz.
    Aber das ist nicht die Wahrheit.

    Banken sind geschlossen, Börsen gehen weltweit auf Talfahrt, Europa zittert vor dem griechischen Referendum - und Merkel macht auf Beruhigung?

    Nach der Pleite wird Merkel wohl erklären müssen, dass es sich bei den "Hilfen" für Griechenland nicht um "Bürgschaften, die nie gezogen werden" handelt, sondern dass das Geld futsch ist.
    Für den deutschen Steuerzahler geht es um 90 Milliarden Euro. Hinzu kommen noch 26% an ELA-Krediten von der EZB. Die hat der griechischen Nationalbank 90 Milliarden ELA genehmigt.

    Aber Griechenland ist ja auf einem guten Weg! Schäuble.
    Wir (gemeint ist der deutsche Steuerzahler) werden Griechenland retten, koste es, was es wolle! Merkel.

  • Warum nur schweigt Frau Merkel nicht einmal und wartet ab. Immer und immer wieder Gespräche anbieten bringt doch nichts. Wir sind NICHT am Zug. Also abwarten und nichts sagen.

  • Was stellt sich die Kanzlerin denn vor? Selbst bei einem nicht vorstellbaren Wirtschaftswachstum von 10 Prozent (Marc Faber) hat Griechenland keine Chance, die Schulden nur teilweise zurückzuzahlen. Für wie blöd werden wir denn gehalten? Griechenlsnd im Euro behalten, bedeutet eine ewige Transferunion. Ich glaube, das ist was sie auch will. Wenn das der Sinn der EU ist, dann gute Nacht.

  • Tut sie aber nicht und ihre Wähler finden das ganz in Ordnung, sonst hätten sie sie ja nicht wiedergewählt.

  • "Raute-Goldman-Merkel" ist die grösste Diktatorin aur dem Kontinent Europa.

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