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Bundesnachrichtendienst Top-Geheimdienstler Gerhard Conrad geht in den Ruhestand

Der BND-Mitarbeiter und Leiter des nachrichtendienstlichen Lage- und Auswertungszentrums der EU übergibt seinen Posten an den Portugiesen José Casimiro Morgado.
Update: 30.08.2019 - 05:38 Uhr Kommentieren
Gerhard Conrad gehört zu den bekanntesten Geheimdienstlern in Deutschland. Quelle: dpa
Bundesnachrichtendienst

Gerhard Conrad gehört zu den bekanntesten Geheimdienstlern in Deutschland.

(Foto: dpa)

Brüssel Mit Gerhard Conrad geht einer der bekanntesten deutschen Geheimdienstler in den Ruhestand. Wie der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel bestätigt wurde, wird der knapp 65 Jahre alte Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) an diesem Samstag seinen Posten als Chef des nachrichtendienstlichen Lage- und Auswertungszentrums der EU (Intcen) abgeben. In dieser Position führte er in den vergangenen dreieinhalb Jahren ein rund 80-köpfiges Team, das unter anderem Erkenntnisse der Nachrichtendienste der Mitgliedstaaten zu sicherheitspolitisch relevanten Themen auswertet und daraus aktuelle Analysen und Berichte für EU-Entscheidungsträger und Ratsmitglieder erstellt.

In Geheimdienstkreisen bekannt wurde Conrad vor allem als Vermittler und Nahost-Experte. 2004 wirkte er in zentraler Funktion an einem vom BND eingefädelten Gefangenenaustausch zwischen der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah und Israel mit. Wenige Jahre später handelte er als persönlicher Beauftragter der UN-Generalsekretäre Kofi Annan und Ban Ki Moon einen spektakulären Deal aus, über den unter anderem der libanesische Top-Terrorist Samir Kuntar freikam und Israel die Leichen von zwei getöteten Soldaten zurückbekam. Zudem war Conrad auch maßgeblich daran beteiligt, dass 2011 der israelische Soldat Gilad Schalit im Austausch gegen mehr als 1000 Palästinenser freikam.

Nachfolger von Conrad als Chef des nachrichtendienstlichen Lage- und Auswertungszentrums der EU wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur der Portugiese José Casimiro Morgado. Der ausgewiesene Nachrichtendienst-Fachmann leitete in seiner Heimat seit 2010 den Auslands- und Militärnachrichtendienst Servico de Informacoes Estrategicas de Defesa (SIED) und soll nun auf den Erfolgen von Conrad aufbauen.

So wurde Intcen unter dem Deutschen aufgewertet zu einer der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini direkt unterstellten Abteilung für die nachrichtendienstliche Unterstützung von EU-Entscheidungsprozessen. Erst im Juni würdigten zudem die EU-Außenminister die jüngsten Fortschritte bei der Weiterentwicklung der zivil-militärischen Lagefeststellung und -beurteilung, die Intcen zusammen mit dem EU-Militärstab betreibt.

Nach Angaben des Bundesnachrichtendienstes kam der 1954 in Freiburg/Breisgau geborene und später promovierte Islamwissenschaftler 1990 zum Bundesnachrichtendienst. Für seine Verdienste erhielt er bereits 2008 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Mehr: Ex-BND-Chef August Hanning erkennt unmittelbare Kriegsgefahr am Golf und warnt Europa vor einer Koalition gegen die USA. Die Bundeswehr sieht er in der Pflicht.

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  • dpa
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