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Bundesnetzagentur Kampf gegen Stromausfälle kostete 2017 rund 1,4 Milliarden Euro

Der Ausbau von Wind- und Solarenergie stresst die Netzbetreiber. Für deren Stabilisierung mussten sie im vergangenen Jahr eine Rekordsumme aufwenden.
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Für die Betreiber des Stromnetzes ist der Boom der erneuerbaren Energien zu einer Herausforderung geworden. Quelle: ZB
Stromnetz

Für die Betreiber des Stromnetzes ist der Boom der erneuerbaren Energien zu einer Herausforderung geworden.

(Foto: ZB)

DüsseldorfFür den Klimaschutz ist der Boom der erneuerbaren Energien zweifellos ein Segen. Im vergangenen Jahr deckten sie schon 36 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland ab.

Für die Betreiber des Stromnetzes ist der Boom aber eine Herausforderung. 2017 mussten die großen Übertragungsnetzbetreiber die Rekordsumme von 1,4 Milliarden Euro aufwenden, um das Netz zu stabilisieren – und letztlich Stromausfälle zu vermeiden. 2016 waren dafür nur 880 Millionen Euro nötig gewesen.

Hintergrund: Das Angebot vom Wind- und Solarstrom steigt zwar insgesamt, der Ertrag schwankt aber abhängig vom Wetter stark. Zudem werden zunehmend Windräder im Norden installiert, während im Süden der Verbrauch besonders groß ist und Kernkraftwerke vom Netz gehen.

Damit Angebot und Nachfrage trotzdem stets im Einklang sind, müssen die Betreiber des Übertragungsnetzes regelmäßig eingreifen. Unter anderem fordern sie kurzfristig Strom aus konventionellen Kraftwerken an, um Lücken im Angebot auszugleichen. Bei einem Überangebot werden aber auch Kraftwerke oder sogar Windräder vom Netz abgeklemmt.

Die Bundesnetzagentur bestätigte am Montag den Anstieg der „Redispatch- und Einspeisemanagement-Maßnahmen“, wie die Eingriffe von den Netzbetreibern genannt werden. In der Tendenz hatten die Unternehmen schon Anfang des Jahres über den drastischen Anstieg von Zahl und Kosten der Eingriffe berichtet.

Insgesamt summierte sich das Stromvolumen, das in konventionellen Kraftwerken beeinflusst wurde, auf 20.439 Gigawattstunden. Zudem wurden 5.518 Gigawattsunden an grünem Strom nicht ins Netz eingespeist. Nach vorläufigen Angaben der Netzbetreiber war 2017 das Jahr mit der bislang höchsten Einspeisung aus Windenergieanlagen.

Allerdings entspannte sich die Lage nach Darstellung der Bundesnetzagentur im vierten Quartal, weil eine neue Stromtrasse im September 2017 in Betrieb genommen wurde: Die Thüringer Strombrücke, die Windstrom aus dem Norden nach Süden bringen soll.

Die Strombrücke habe die zuvor häufig überlastete Leitung „Remptendorf-Redwitz“ deutlich entlastet. Auf dieser Strecke sei es im vierten Quartal nur noch rund 18 Stunden lang kritisch gewesen. Im vierten Quartal 2015, als die Lage besonders angespannt war, seien es noch 1.836 Stunden gewesen.

„Die Thüringer Strombrücke hat zu einer Senkung des Redispatchbedarfs und der Kosten bei einem zuvor hoch überlasteten Netzelement geführt“, erläutert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Nur der Netzausbau kann langfristig die hohen Kosten für die Netz- und Systemsicherheit senken“, hielt Homann fest.

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1 Kommentar zu "Bundesnetzagentur: Kampf gegen Stromausfälle kostete 2017 rund 1,4 Milliarden Euro"

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  • Wir brauchen Reservekapazitaeten um die unausweichlichen Schwankungen der Solar-
    und Windstromerzeugung auszugleichen. Waere nicht notwendig gewesen, wenn die
    AKWs weiterlaufen wuerden. Wird kritischer, wenn wir Kohle abschalten. Kann man nur
    in den Griff kriegen mit Speicher- oder Gaskraftwerken. Die letzteren koennten auf dem
    Grund der AKWs installiert werden, dann hatte man schon mal die Anbindung.