Bundesnetzagentur
Regulierer beklagen „Rosinenpickerei“ beim Breitbandausbau

Bei der Bundesnetzagentur sammeln sich Beschwerden über die großen Netzbetreiber. Der Präsident der Agentur, Jochen Homann, kritisiert das Verhalten der etablierten Anbieter beim Breitbandausbau als „Rosinenpickerei“.
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BerlinBei der Bundesnetzagentur sammeln sich Beschwerden über das Verhalten etablierter Telekommunikationsnetzbetreiber beim Ausbau des Breitbandnetzes. „Es ist verwunderlich, wenn Unternehmen einerseits die hohen Kosten des Breitbandausbaus im ländlichen Raum beklagen, andererseits aber offenbar genug Geld dafür vorhanden ist, punktuell gerade dort einen parallelen Breitbandausbau zu finanzieren“, sagte der Präsident der Agentur, Jochen Homann, dem Handelsblatt.

Nach Angaben der Agentur gibt es Beschwerden über alle großen Netzbetreiber. Bundestagsabgeordnete und Landräte beklagen etwa, dass etablierte Anbieter wie die Deutsche Telekom auf Nachfrage in ländlichen Regionen kein Interesse am Ausbau des Breitbandnetzes bekunden. Investierten daraufhin regionale Initiativen, würden die Etablierten plötzlich doch den Aufbau eines Netzes ankündigen.

So fordert der Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing in einem Brief an die Netzagentur, „Rosinenpickerei, die im Endeffekt zulasten des Steuerzahlers geht, zu vermeiden“. Der Brief liegt dem Handelsblatt vor.

„Dieses Rosinenpicken würde erschwert, wenn Unternehmen, die bei der Verteilung von Fördermitteln kein Interesse an einem bestimmten Ausbaugebiet zeigen, für eine gewisse Zeit an diese Aussage gebunden wären“, erklärte Chefregulierer Homann. „Hier sind aber in erster Linie die Beihilfe gewährenden Stellen und Fördermittelgeber gefragt."

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Der Herr Homann „wundert“ sich und BT-Abgeordnete und Landräte beklagen das mangelnde Interesse z.B. der DTAG beim Ausbau des Breitbandnetzes im ländlichen Raum. Das hätten die Politiker anders haben können, indem sie die Privatisierung der Staatsbetriebe Post und Bahn verweigert hätten, dann wäre ein geregelter flächendeckender Ausbau vonstatten gegangen. Das Aktiengesellschaften sich nicht auf ertragsarme Geschäftsbereiche oder Gegenden stürzen, dürfte auch den Beklagenden klar sein, denn die Aufgabe einer AG ist es, den Gewinn der Aktionäre zu maximieren und die Betriebsverluste zu minimieren. Kabel in die Erde zu verlegen kostet sehr viel Geld und die Gefahr, daß danach der Konkurrent, mit Hilfe des Regulierers, dieses Kabel nutzt und sein Geschäft macht, st groß, gerade dort, wo lange Strecken zum Kunden zu überwinden sind. Das hat nichts mit „Rosinenpickerei“ zu tun. Wenn den Abgeordneten und Landräten soviel an diesem Ausbau liegt, sollen sie ihn bezahlen.

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