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Bundespräsident Steinmeier „Bundeswehr hat Vertrauen verdient“

Die Affäre um einen terrorverdächtigen Offizier hat einen Schatten auf die ganze Bundeswehr geworfen. Zu recht? Der Bundespräsident nutzt seinen Antrittsbesuch bei der Truppe, um ein Signal zu setzen.
20.06.2017 - 15:46 Uhr Kommentieren
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) und der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer. Bei seinem Antrittsbesuch im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam will der Bundespräsident unter anderem die in Auslandseinsätzen der Bundeswehr getöteten Soldaten ehren. Quelle: dpa
Antrittsbesuch des Bundespräsidenten

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) und der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer. Bei seinem Antrittsbesuch im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam will der Bundespräsident unter anderem die in Auslandseinsätzen der Bundeswehr getöteten Soldaten ehren.

(Foto: dpa)

Geltow Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bei seinem Antrittsbesuch bei der Bundeswehr klar hinter die Soldaten gestellt. Beim Einsatzführungskommando in Geltow bei Potsdam betonte der frühere Außenminister am Dienstag, die Bundeswehr brauche die Unterstützung und das Vertrauen der Gesellschaft. „Ich habe dieses Vertrauen, und die Bundeswehr hat es verdient“, sagte Steinmeier. Zuletzt hatten unter anderem der Fall eines rechtsextremen, terrorverdächtigen Offiziers und der Vorwurf menschenunwürdiger Praktiken in mehreren Kasernen für Wirbel gesorgt.

Steinmeier wurde bei seinem Besuch mit militärischen Ehren empfangen. Er habe die Einsatzzentrale für den Antrittsbesuch ausgewählt, weil hier zum einen alle Teilstreitkräfte der Bundeswehr vertreten seien, sagte Steinmeier. Zum anderen zeige das hier beheimatete Führungskommando für alle Auslandseinsätze das breite Spektrum der Bundeswehraufgaben. „Hier wird uns besonders deutlich, was wir jungen Menschen abverlangen, die im Einsatz für unser Land Risiken auf sich nehmen.“

Steinmeier ließ sich auch die Operationszentrale zeigen, in der derzeit unter anderem die Einsätze in Afghanistan, im Irak oder auch in Mali gesteuert werden. In dem mit modernster, abgeschirmter Computertechnik ausgestatteten Raum sind rund um die Uhr und an allen Tagen im Jahr acht Soldaten im Einsatz, um auf aktuelle Ereignisse reagieren und die derzeit rund 4000 Soldaten im Ausland unterstützen zu können. Die Zentrale liegt in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Geltow, einem Ortsteil der Gemeinde Schwielowsee bei Potsdam.

In einem auf dem Kasernengelände angelegten Wald der Erinnerung legte Steinmeier im Anschluss einen Kranz nieder. In dem Wald wird an die im Einsatz ums Leben gekommenen Soldaten gedacht. Zahlreiche Namen sind an mehreren Stelen und in sogenannten Ehrenhainen angebracht. Die im Jahr 2014 eingeweihte Gedenkstätte ist nach Anmeldung auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

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    In diesen Ländern sind Soldaten der Bundeswehr stationiert
    Luftwaffenstützpunkt Incirlik
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    Trotz mehrmaliger Einigungsversuche soll die Bundeswehr von der Luftbasis Incirlik abgezogen werden. Bislang wurde der Stützpunkt für die Aufklärungsmissionen gegen den IS genutzt. Die Mission des Anti-IS-Einsatzes trägt den Namen „Counter Daesh“. Wenn deutsche Soldaten wie geplant von der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik nach Jordanien verlegt würden, könnten sie wohl wochenlang keinen Beitrag im Kampf gegen den IS leisten. Beim Einsatz der „Tornado“-Aufklärungsflugzeuge sei durch den Umzug mit einer Lücke von bis zu zwei Monaten zu rechnen, das Tankflugzeug könne zwei Wochen nicht eingesetzt werden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

    (Foto: dpa)
    Nahost
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    Der internationale Einsatz gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ wird mit Hilfe von insgesamt 277 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr durchgeführt. Weltweit sind rund 3500 deutsche Einheiten im Einsatz – und kämpfen dabei nicht nur gegen den IS. Am stärksten vertreten ist die Truppe in Afghanistan.

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    Afghanistan
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    Mit einer Stärke von 995 Soldaten beteiligt sich die Bundeswehr hier an der Nato-Mission Resolute Support. Bei der aktuellen Mission sollen die Soldaten die Kräfte vor Ort ausbilden, beraten und unterstützen. Die Bundeswehr beteiligt sich schon seit 2002 im krisengebeutelten Land am Hindukusch. Erst im Mai bat die Nato laut einem BBC-Bericht die britische Regierung, mehr Truppen in das Land zu schicken. US-Generäle werben seit Monaten um mehr Truppen in Afghanistan. Deutsche Offiziere hatten mehrfach angedeutet, dass Entscheidungen der militärischen Leitnation USA über ihre Truppenstärke auch Auswirkungen auf die deutsche Präsenz in Afghanistan haben werde. Derzeit sind knapp 13.000 internationale Soldaten in Afghanistan stationiert.

    (Foto: dpa)
    Mali
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    In der früheren Rebellenhochburg Gao am Rande der Sahara sind 941 Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie sind am UN-Stabilisierungseinsatz Minusma beteiligt, der zur Umsetzung eines Friedensabkommens von 2015 zwischen Regierung und Rebellen beiträgt. Deutschland verlegte mehrere Transport- und Kampfhubschrauber nach Mali. Die Mission in Mali ist mittlerweile der zweitgrößte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Der UN-Einsatz gilt als einer der gefährlichsten weltweit. Die Bundeswehr beteiligt sich zudem an der Ausbildungsmission EUTM Mali. Ziel soll die Stabilisierung der Sicherheitslage in der Sahelregion sein.

    (Foto: dpa)
    Kosovo
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    Auch im Kosovo beteiligt sich die Bundeswehr. Insgesamt werden im Rahmen der Mission KFOR (Kosovo Force) aktuell 607 Soldaten gestellt. Die Nato-Mission soll das Land sichern und stabilisieren. Die Truppen leisten humanitäre Hilfe und unterstützen Hilfsorganisationen vor Ort. Weil sich die Lage in dem bürgerkriegsgebeutelten Land weiter stabilisiert, will die Bundesregierung den längsten Auslandseinsatz der Bundeswehr nach 18 Jahren weiter zurückfahren.

    (Foto: dapd)
    Mali
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    Insgesamt 144 Soldatinnen und Soldaten sollen bei der Mission malische Streitkräfte ausbilden. Frankreich erwartet von Deutschland und Europa mehr Einsatz beim Antiterrorkampf im westafrikanischen Mali. „Frankreich gewährleistet in Mali und anderen Einsatzgebieten die europäische Sicherheit“, sagte der neue französische Präsident Emmanuel Macron bei einem Truppenbesuch in der Stadt Gao im Norden Malis. Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 in eine Krise geraten. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Tuareg-Rebellen vom Norden in den Süden Malis zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Viele Gebiete des Landes sind aber nach wie vor nicht unter Regierungskontrolle.

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    Nordirak
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    Auch im Nordirak ist die Bundeswehr weiterhin aktiv. Zurzeit beteiligen sich 128 Soldatinnen und Soldaten an der Ausbildung von irakischen Streitkräften. Die Bundeswehr schult seit Januar 2015 Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Armee sowie der religiösen Minderheiten der Jesiden und Kaka'i. Nach Angaben der Ministerin bildeten sie bislang mehr als 10.000 Kämpfer aus. Im Militärcamp Bnaslawa bei Erbil bilden die deutsche Soldaten kurdische Peschmerga auch im Häuserkampf aus, die das Militär als besonders gefährlich einstuft. Auf dem Stützpunkt wurde dazu seit dem Frühjahr ein vom IS befreites Dorf originalgetreu nachgebaut – inklusive eines Grabens und Schutzwalles, die schwere Fahrzeuge abhalten sollen, sowie eines Tunnelsystems, durch das der IS seine Kämpfer verborgen vor den Augen der Gegner von einem Ort zum anderen verschieben kann. German Village – deutsches Dorf – heißt das Übungsgelände.

    (Foto: dpa)
    • dpa
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