Bundespräsident unter Druck Kim Jong-Wulff und seine Methoden

Der Unmut in der CDU über Christian Wulff wächst. Der Berliner Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann stellt Wulff infrage - spart nicht mit deutlichen Worten und wagt einen Vergleich mit Nordkorea.
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Ganz anders als in Nordkorea: Bundespräsident Christian Wulff begrüßt während seines Neujahrsempfangs die Vertreter der "Salzwirker Brüderschaft im Thale zu Halle". Quelle: dpa

Ganz anders als in Nordkorea: Bundespräsident Christian Wulff begrüßt während seines Neujahrsempfangs die Vertreter der "Salzwirker Brüderschaft im Thale zu Halle".

(Foto: dpa)

DüsseldorfKarl-Georg Wellmann hat seinen Platz im Geschichtsbuch schon sicher. Der Berliner CDU-Politiker hat es als erstes Mitglied der Unions-Bundestagsfraktion gewagt, Bundespräsident Christian Wulff öffentlich zum Rücktritt aufzufordern.  Das könnte letztlich die Initialzündung für andere Unions-Politiker sein, intensiv den Abgang von Wulff zu betreiben, der seit Wochen wegen  der Finanzierung seines Hauses und seines Umgangs mit den Medien in der Kritik steht.

Wellmanns Rücktritts-Coup am Mittwochabend im ZDF zeichnete sich schon vorher ab. Auf seiner Facebook-Seite nahm er bereits am 7. Januar Wulff ins Visier. Auch wenn der CDU-Mann seine

Einlassungen nur als „Spaß“ verstanden wissen will, deuten sie doch an, was er von Wulff hält. „Die brutalen Anschläge von Wulff auf die Pressefreiheit drängen den Vergleich mit Nordkorea oder Turkmenistan geradezu auf“, schreibt Wellmann auf seiner Facebook-Pinnwand. „Es kann nicht mehr lange dauern und unsere Wutbürger werden seine Verbringung an den Gerichtshof in Den Haag verlangen. Und für die Presse eine Vorführung in Handschellen, á la Strauss-Kahn.“ Starker Tobak, möchte man meinen.

Tage später nutzt Wellmann dann eine Diskussion im Infokanal des ZDF unter der Überschrift „Hat Wulff die Qualitäten eines Bundespräsidenten?“, um ohne Umschweife Wulff zum Rücktritt aufzufordern. Die Diskussion um Wulff werde so schnell nicht enden und die Dinge würden auch nicht in einem Jahr vergessen sein, sagte Wellmann. „Und deshalb wäre das ein Schrecken ohne Ende und ein Ende mit Schrecken wäre besser.“ Das Amt des Bundespräsidenten sei schon jetzt beschädigt, „allein durch die Tatsache der öffentlichen Diskussion auch in großen Leitmedien wie „FAZ“, „Süddeutscher“, „Spiegel“, „Zeit“, wo sie hingucken. Und mein persönlicher Rat an ihn (Wulff) wäre, dass er sich das nicht länger zumutet - sich, der Familie und dem Amt.“

So viel Deutlichkeit und Offenheit zu Wulff war bis dato kaum aus der Unionsecke zu hören.  Der einzige, der seine Ton zu diesem Zeitpunkt schon verschärft hatte, war CDU-Parlamentsgeschäftsführer Peter Altmaier, als er Wulff aufforderte, seine Anwälte „an die Leine“ zu legen und die Antworten auf mehrere hundert Journalistenfragen zur Kreditaffäre ins Internet zu stellen. Doch Wulffs Anwalt Gernot Lehr lehnte dies unter Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht ab – was den Unmut in der Union noch anwachsen ließ.

SPD bass erstaunt über CDU-Kritik an Wulff
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11 Kommentare zu "Bundespräsident unter Druck: Kim Jong-Wulff und seine Methoden"

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  • Übrigens bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart gingen im zusammenhang mit der Kreditvergabe an Wulff mehrere Strafanzeigen gegen die BW-Bank ein. Leider habe ich noch kein reißerischen Artikel über die BW-Bank gelesen, immerhin kam ja das unmoralische Kreditangebot von BW-Bank!
    Aber hierzu ließt man keine kritischen Berichte - warum eingentlich nicht? Ist die Presse doch nicht so unabhängig?
    Das beweist ja mal wieder das man den Medien genauso wenig glauben kann wie den politikern!!!!!

  • Ich hab die Schnauze auch langsam voll, noch mehr so Müll vom HB und ich muß mein Abo überdenken.
    Peter Laue

  • Bin ich jetzt auf der Seite von der Bild Zeitung oder vom Handelsblatt?
    Das ist unterstes Niveau und geschmacklos!

    Hr. Wulff mit dem Nordkoreanischen Diktator zu vergleichen ist eine starke Beleidigung des Bundespräsidenten - als Bundespräsident würde ich rechtliche Schritte gegen das Handelsblatt einleiten.

    Hier beweist das Handelsblatt die inkompetenz und den Abstieg zum billigen Schmierblatt!!!!

  • Dem kann man nur zustimmen. Aber der Schreiberling des Artikels freut sich vielleicht auf die Beförderung durch Bilderbegland. Man muss auch mal gönnen können...

  • Zitat: "ich kann mich nicht erinnern, dass Wulff Inhaftierungen, Folter oder Exekutionen angeordnet hat"

    naja. teilweise hat ers wohl indirekt getan, bis auf die Exekutionen natürlich.

    Schließlich nervt der mich schon so doll, dass man von Folter reden kann, zweitens schickt er immer seine Drohungen per Anwälte raus, die irgendjemanden verklagen wollen, wenn er sich über ihn lustig macht. Somit kann er auch für Inhaftierungen verantwortlich gemacht werden. Natürlich ist er nicht mit Kim Jong zu vergleichen, denn wer würde schon öffentlich Tränen vergießen, wenn er von dr Bildfläche verschwindet geschweige denn in Ohnmacht fallen.

  • Handelsblatt, allein diese Überschrift, zeugt von IHRER geistigen Umnachtung.

    Man darf in Deutschland keinen positiven Aspekt oder Vergleich zu Gunsten der NS-Diktatur anbringen ohne, dass ein Hurrican über den Kommentator reinbricht und das HANDELSBLATT vergleicht unser STAATSOBERHAUPT mit dem Diktator von Nordkorea???

    Ich kann mich nicht erinnern, dass Wulff Inhaftierungen, Folter oder Exikutionen angeordnet hat.

    Ich absoluter Befürworter der Pressefreiheit, aber für SIE ist diese ein Freifahrtsschein für alles!!!

    An den Autor: Wäre Wulff wie Kim Jong, dann wären Sie jetzt nicht mehr in der Lage sich über Ihren Artikel zu freuen.

    Denken Sie darüber mal nach, falls Sie das können!

  • Eigentlich sollte man von einer Zeitung wie dem Handelsblatt weniger reißerische Schlagzeilen erwarten. Die Berichterstattung der letzten Tage bewegt sich doch langsam in eine ehrverletzende Richtung und steht nun wirklich nicht mehr in einem gesunden Verhältnis zum Sachverhalt. Auch Journalisten sollten lernen, ihre Beißreflexe zu beherrschen.

  • Siehe Roman:
    Wie wird man einen Kuckuck los?
    uebersetzt aus dem Koreanischen...
    von Won Young Yoou II.- Los Angeles CA - USA

  • Jepp, das ist mittlerweile wirklich absolut unterstes Niveau. Der Mann ist immernoch, bei allen Fehlern die er möglicherweise gemacht, unser Bundespräsident.

    Das ist "Stürmerniveau"

  • also, die ausrede von wulffs anwälten macht doch das ganze noch lächerlicher als es ohnehin schon ist. die würde der journalisten zu schützen. jajaja. das ich nicht lache. einerseitz spricht wulff vom krieg der medien und stahlgewitter gegen ihn und dann wollen die wulff-wadenbeisser gerade diese unsinnige begründung vorschieben. also bitte. Liber herr wulff: zuerst feuern sie bitte diese dilettanten und dann können sie guten gewissens gehen, wohin der pfeffer wächst.

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