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Bundespräsident Wulff will Ratingagenturen finanziell haften lassen

"Wir brauchen eine Restrukturierung der Bankenlandschaft, wir brauchen eine andere Struktur der Ratingagenturen": Bundespräsident Christian Wulff geht mit der europäischen Regulierungspolitik hart ins Gericht.
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Christian Wulff sieht bislang kaum Fortschritte bei der Bankenregulierung. Die Politik kontrolliere zudem die Ratingagenturen nicht ausreichend, stellte der Bundespräsident nun fest. Quelle: dapd

Christian Wulff sieht bislang kaum Fortschritte bei der Bankenregulierung. Die Politik kontrolliere zudem die Ratingagenturen nicht ausreichend, stellte der Bundespräsident nun fest.

(Foto: dapd)

Berlin Bundespräsident Christian Wulff will Banken und Ratingagenturen stärker für ihr Rolle in der europäischen Schuldenkrise in finanzielle Haftung nehmen. Wulff sagte am Sonntag im ZDF, der Bürger verlange, dass es bei der Lösung von Problemen in Europa, aber auch in einem Land, fair und gerecht zugehe, dass die Lasten fair verteilt werden.

„Die Bürgerinnen und Bürger haben zu Recht das Gefühl, dass das nicht erfolgt“, klagte er. Sie müssten erleben, dass die Finanzmärkte, die Banken, die Ratingagenturen, „die ihre Spiele machen, immer noch viel Geld verdienen und verdient haben, aber sich nicht angemessen an der Problembewältigung beteiligen“. Das sei inakzeptabel und rufe Empörung bei den Bürgern hervor.

Der Politik agiere im Spannungsfeld der Finanzkrisen zu kurzatmig und habe sich zu abhängig von den anderen Akteuren gemacht, monierte Wulff. „Wir sind in der Notwendigkeit, den Primat der Politik zurückzuerobern“, forderte er. Die Politik müsse den Rahmen setzen, um Zügellosigkeiten, Grenzverletzungen zu unterbinden.

„Wir brauchen eine Restrukturierung der Bankenlandschaft, wir brauchen eine andere Struktur der Ratingagenturen, wir brauchen natürlich auch mehr Mechanismen zu sanktionieren.“ Wenn jemand falsche Angaben mache, betrüge oder Regelverstöße zulasse, müsse das bestraft werden. Das gelte nicht nur für den Fall Griechenland.

Der Bundespräsident mahnte mit Blick auf Schuldenprobleme in einigen Euro-Ländern ein Gesamtkonzept an. Das dürfe nicht wieder nur drei Monate Zeitgewinn bringen, sondern müsse eine Problemlösung für die nächsten zehn bis 15 Jahre bieten. „Und Griechenland wird eine sehr viel längere Zeitachse benötigen, als man in Europa derzeit zuzugeben bereit ist“, sagte er voraus.

Mehr Haftung für riskante Ratings nötig
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25 Kommentare zu "Bundespräsident: Wulff will Ratingagenturen finanziell haften lassen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Volle Zustimmung.
    Türken-Wulff ist der mieseste Präsidnent den wir je hatten. Für den gibt es ja nicht mal mehr ein detusches Volk

  • Richtig.
    Das beste Beispiel erleben wir doch derzeit. Steuersenkung für den kleinen Mann nicht, aber sich die Diäten extrem erhöhren, da waren alle einstimmig dafür.
    Was für eine kriminelle und verlogene Dreckbande
    Und Wulff gehört deazu.
    Außerdem, was hat Türken-Wulff schon zu sagen? Der wird ja nicht mal gehört. Außerdem muß er ohnehin das tun, was seine Mutte Merkel ihm sagt

  • @ Troy

    Stellen Sie sich einmal vor die Erfolgschancen neuer Automodelle würden von einer externen Marketing-Rating-Agentur ermittelt. Da wäre doch jeder Auto-Manager fein raus. Und wenn's schief geht, dann kauft die EU den unverkäuflichen Automüll. Krank - oder?

    Politisch bin ich bei trotzdem Ihnen. Freiwillige Beteiligung der Banken - das ist marktwirtschaftlich wie wahrscheinlich auch rechtlich Unsinn. Die Banken müssen in die Verantwortung. Faule Kredite zu vergeben ist eine schlechte Leistung.

    Nur sehe ich nicht, dass die Ratingagenturen etwas Posives beigetragen. Im Gegenteil. Rating ist das Outsourcen der Verantwortung wie mein Beispiel oben zeigt. Die Risk-Manager der Banken folgen der Rating-Linie. Die Vielfalt der Meinungen/Analysen wird ersretzt durch ein Meinungs/Analyse-Oligopol (oder gar -Kartel). Damit werden die marktwirtschaftlichen Prinzipien des Kapitalismus zu Grabe getragen. Es darf nicht sein, dass drei Rating-Agenturen allein so gewichtige Handlungs- und Entscheidungsgrundlagen liefern. Das hat glasklar die Wirkung planwirtschaftlicher Steuerungsmechanismen.

    Die Stärke des Kapitalismus ist die Vielfalt der verantwortlich getroffenen Kapitalentscheidungen. Und es würden auch keine sechs Agenturen reichen!

    Gäbe es keine Rating-Agenturen hätte längst ein Risk-Manager einer Bank kalte Füße bekommen. Die Kredite wären teurer geworden und die Verschuldung würde besser eingebremst als mit Rating-Agenturen.

    Was uns die Technik heute an Analyse-/Meinungsvielfalt erlaubt, wird durch Rating eingeebnet. Meine Meinung: Rating-Agenturen als verantwortungslose (was sie faktisch sind), zentralwirtschaftliche Organisationen ächten und so in die Verantwortung nehmen, dass sie Pleite gehen.

  • der bundeskasper hat gesprochen, how. bei köhler hätte ichs ja noch verstanden, weil der wenigstens ahnung von der materie hat, aber wulff? solange ich zurückdenken kann, gibts bei der regierung nur idioten, die dem volke nur eines vormachen: nach der wahl ist alles anders als vor der wahl. ich bin auch nicht begeistert von ratingagenturen. wozu gibts diesen schmarrn eigentlich? wer bestimmt, wann ein staat oder ein unternehmen pleite ist? natürlich sind die ratingagenturen ein instrument zum schutze des finanzsystems. und da ich ein ganz großer gegner davon bin, da das finanzsystem die korruption verschlimmert hat, stelle ich folgendes fest: ohne finanzsystem, gebe es keine pseudodemokratien mehr, die ja eigentlich nur im sinne der sogenannten eliten handeln.vielleicht wollte uns wulff schon damit andeuten, als er meinte, der islam gehört zu uns, dass wir bald auch die scharia in abgeschwächter form ins rechtssystem eingliedern sollten. dann könnte man noch besser das volk unterdrücken und einschüchtern. obs besser als die derzeitige pseudodemokratie ist, bezweifle ich mal stark. wulff ist der schlechteste bp, den deutschland je hatte, auch wenn man eigentlich einen bp ja im eigentlichen sinne nie braucht, da er nix bewirken kann.

  • Herr BundesPräsident wacht mal wieder kurz auf....
    bis zum nächsten Sommerfest....
    dann werden die Bänker eingeladen....

  • Primat der Politik?
    Wer hat denn die hunderte Milliarden schwere Rettungsfonds beschlossen. Wer hat denn bis jetzt nur kurzfristig agiert? Wer hat denn nicht die Courage gehabt, ein bankrottes Land für Bancrott zu erklären?
    Wer hat alle diese Maßnahmen, ohne eine Befragung des Volkes beschlossen?
    Die Politik.
    Die Ratingagenturen hatten ja nur die Mißstände benannt.
    Jetzt, die Ratingagenturen für die Fehler der Politik (im Schutz der Banken) als Schuldige zu benennen ist ein weiterer Schritt im Wettbewerb der Politik, das heisst:
    Weglaufen vor der Verantwortung.

  • Die Politik ist in der Geiselhaft der Banken. Die Verstrickung der Politiker in das Desaster von 2008, wo deutsche Politiker mittels der Landesbanken eine aktive Rolle innehatten, darf unter keinen Umständen zur Sprache kommen. Die Banken wissen das,
    darum können Sie auch so dreist weiter machen.
    Eine Aufarbeitung und rechtliche Würdigung jener Ereignisse wird seitens der Politik,
    parteiübergreifend unbedingt vermieden. Hier wird vertuscht.
    Da die Banken über diese unselige Verstrickung Bescheid wissen, können Sie der Politik jederzeit in die Parade fahren!

    Herr Wulff´s Äusserungen sind nichts anderes als der hilflose Versuch Handlungsfähigkeit vorzutäuschen. Ein Trauerspiel.

  • Ich denke der Bundespräsident, spricht über Problem und deren Lösung, wovon er keine Ahnung hat, aber er kommt wieder in die Presse, und das sogenannte Sommerloch ist gefühlt.
    Er glaubt wie viele die Rechtsanwälte sind, sie haben die Weisheit mit Löffeln gegessen, aber dies ist Grund falsch.
    Rechtsanwälte in der Politik, sind ein Greul und ein großes Übel für die Bevölkerung, man sieht wo dies in der Politik hinführt. Weg mit Rechtsanwälten im öffentlichen Leben.
    Danke

  • Wulff kritisiert das Banken viel Geld verdienen und sich nicht an der Umschuldung Griechenland beteiligen. Nun, würden sich die Banken, auch freiwillig daran beteiligen, führt das zwangsläufig, lt. Reglement der Ratingagenturen, zu einen default. Er soll besser den Mund halten - er hat keine Ahnung!

    Nun, ich meine, wenn Kreditvergabe in der Regel zu Verlusten führt, werden keine mehr vergeben. Insofern ist es erfreulich wenn die Erträge von Banken positiv sind. Pleiten hatte es bei staatlichen Banken in D genug.

    Aber,und das habe ich nie bestritten, die Ratingagenturen haben Fehler gemacht. Jetzt daraus den Schluss zu ziehen, ihre jetzige Beurteilung der Schuldenstaaten Europas wäre wieder einer, ist falsch. Sowohl den Gläubigern als auch den Schuldnern ist mit einer objektiven Lagebeurteilung geholfen, oder?! Und dabei bleibe ich die Staatsverschuldung ist wie soll es anders sein in der Verantwortung der Politik was haben die Ratingagenturen mit der Ausgabenseite der Politik zu tun?!!

    Es ist auch ein grosser Fehler von der deutschen Regierung gewesen sich derart massiv an der Vergemeinschaftung der Schulden peripherer EU-Staaten zu beteiligen. Ich befürchte bei einen haircut wird Deutschland dank Schäuble und Merkel die Hauptlast abbekommen. Griechenland wird seine Schulden nie bezahlen (können)! Der cashflow von Oliven u. Feta ist einfach zu gering.

    Das war es für heute!

  • Neutralität und parteiliche Unabhängigkeit sieht anders aus, Herr Wulff.

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