Bundesrat Zwei CDU-Landeschefs für Frauenquote

Am Freitag soll der Bundesrat über eine gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte beraten. Einem Zeitungsbericht zufolge zeichnet sich eine Mehrheit für deren Einführung ab. Doch noch gibt es Diskussionen.
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Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) setzt sich für eine Frauenquote ein. Quelle: dpa

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) setzt sich für eine Frauenquote ein.

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BerlinIm Bundesrat zeichnet sich einem Bericht zufolge eine Mehrheit für eine Gesetzesinitiative zur Einführung einer festen Frauenquote für Führungspositionen ab. Das Saarland und Sachsen-Anhalt, deren Regierungschefs der CDU angehören, wollten eine von der Hamburger SPD-Regierung eingebrachte Initiative unterstützen und damit die notwendige Stimmenmehrheit sichern, berichtete die Tageszeitung "Die Welt" am Donnerstag. Der Entwurf sieht vor, Aufsichtsräte künftig zu mindestens 40 Prozent mit Frauen zu besetzen.

"Eine gesetzliche Quote sorgt dafür, dass sich die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz verändern, beispielsweise durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, durch flexiblere Arbeitszeiten oder durch verstärkte Fortbildungsmaßnahmen", sagte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) der Zeitung. Nur mit einer gesetzlichen Quote werde der nötige Druck auf die Wirtschaft erzeugt, Frauen einzustellen und zu fördern.

Laut "Welt" wollen sich Berlin, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, die wie das Saarland und Sachsen-Anhalt von großen Koalitionen aus CDU und SPD regiert werden, bei der für Freitag geplanten Abstimmung im Bundesrat enthalten. Eine feste Frauenquote wird vor allem von SPD und Grünen gefordert. In der schwarz-gelben Regierungskoalition im Bund ist sie umstritten.

Innerhalb der Union wird eine feste Quote etwa von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) befürwortet. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) setzt hingegen auf eine sogenannte Flexiquote, bei der Unternehmen ihre eigene Quote festlegen und diese dann erfüllen müssen. Auch die FDP-Führung ist gegen eine starre Frauenquote.

Frauen in Führung - die Quotendiskussion

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13 Kommentare zu "Bundesrat: CDU-Landeschefs machen Mehrheit für Frauenquote greifbar"

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  • @DagmarK:
    Eine schlechtere Entlohnung von Frauen kann ich mir unter Anwendung der Tarifverträge etc. nicht vorstellen, die Betriebsräte würden hier ganz schnell dem Unternehmer eine Klage anhängen.

    Außerhalb der Tarifverträge entscheiden die Leistungen. Jedes normal geführte Unternehmen ist überglücklich, wenn ein Mitarbeiter (egal ob Mann oder Frau) das Unternehmen außergewöhnlich voranbringt.

    Die Frauen und die Männer qualifizieren sich „auch“ oberhalb der Tarifverträge über ihren Einsatz und ihre Leistungen.

    Im Berufsleben ist leider immer wieder zu beobachten, dass die Mehrzahl der Frauen in erster Linie ihrer geliebten Familie dienen und in erst in zweiter Linie dem Unternehmen. Mehr Verantwortung ist im Normalfall auch mit mehr Arbeitsstunden verbunden, die die Frauen fast durchweg ablehnen, da sie ihren Kindern und ihren Mann dienen wollen.

    Mit meiner Tochter habe ich über das Thema „Quotenfrau“ sehr ausführlich gesprochen. Sie lehnt sehr heftig eine Beförderung aufgrund ihres Geschlechts ab. Für sie zählt alleine (ihre) die Leistung. Einen Arbeitseinsatz mit vielen (täglichen) Mehrarbeitsstunden, die Leitende Angestellte absolvieren müssen, lehnt sie vollkommen ab. Sie möchte Familie und keine Karriere als Vorstands- oder Regierungsmitglied etc.

    Die politisch verordnete Quotenfrau erinnert mich an die mitfahrenden Heizer auf der E-Lock in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts in England, weil die damals zuständige Gewerkschaft der Heizer es so wollte.

    Der beste Beweis, dass wir ohne Quotenfrauen auskommen, ist die Bundeskanzlerin.

    Kein Mensch auf der Welt würde Frau Merkel als Quotenfrau oder als mitfahrende Heizerin auf der E-Lock bezeichnen. Diese Dame hat es wie die Männer geschafft, alleine mit ihren Leistungen (u. Einsatz) zu überzeugen und ist sogar Bundeskanzlerin geworden.

  • @Rene: JA, mit einem Federstrich machen wir uns die Welt wie sie uns gefällt!
    Ich möchte nicht leugnen, dass es so etwas wie eine gläserne Decke(zumindest in manchen Unternehmen)gibt. Aber ist diese tatsächlich der entscheidende Grund für die mangelnde Präsenz von Frauen in den Führungsetagen? Ist die Verfügbarkeit von weiblichem Personal in bestimmten Bereichen nicht viel entscheidender? Selbst heute beobachten wir immer noch einen Hang der weiblichen Studierenden zu geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern, während die so genannten MINT-Fächer weiterhin eher eine Männerdomäne bleiben. In den Zeiten, in denen die heutige Führungsetage studiert hatte, sah dieses Phänomen noch gravierender aus (man wird schließlich i.d.R. nicht mit Ende 20 Mitglied des Vorstands). Man kann also nicht erwarten, dass wir in den Führungsetagen eines Industrielands eine annähernd 50:50 Aufteilung zwischen Männern und Frauen vorfinden, wenn der Pool an Frauen, die in den entsprechenden Bereichen qualifiziert sind, von vorne herein signifikant kleiner ist! Doch selbst in den Studienfächern die auf den ersten Blick gute Karrieremöglichkeiten bieten und darüber hinaus eine hohe Frauenquote aufweisen (bspw. BWL, Jura) lohnt es sich genauer hin zuschauen. Hierzu genügt bereits ein Besuch in einer Marketing- oder Personalwirtschaftsvorlesung. Daraufhin könnte man leicht zu dem Schluss kommen, dass es nur noch weibliche BWL Student_innen gibt! Besucht man hingegen eine Vorlesung im Bereich quantitative Methoden oder Ökonometrie sieht das Ganze schon wieder ganz anders aus! Betrachtet man zudem die Resorts der weiblichen Vorstandsmitglieder innerhalb der DAX Unternehmen genauer, so stellt man fest, dass diese (wenig überraschend) fast ausschließlich in den folgenden zwei Bereichen tätig sind: Personal und Compliance! In so fern halte ich eine "Frauen-Quote" nicht nur für falsch, sondern zudem auch für kontraproduktiv! Um das gewünschte Ziel zu erreichen müssen wir viel früher ansetzen!

  • Verehrte Frau DagmarK,
    woher nehmen Sie Ihre Glaubensgewißheit, Frauen würden schlechter entlohnt?
    Trotz großem Propagandagetöse ist es bislang nicht gelungen, auch nur einen einzigen Fall von ungleicher Entlohnung bei gleicher Leistung ans Licht der Sonnen zu zerren.
    Was eine 'anonyme Bewerbung' bringen soll, erschließt sich niemand:
    Sie würden den Partner ja auch nicht von einer anonymisierten Liste auswählen.

  • Anonyme Bewerbungen würden da ganz schnell Abhilfe schaffen, ohne weitere Regelungen.

    Anstatt sich an einer Frauenquote aufzureiben wäre es wesentlich sinnvoller, sich für gleiche Löhne für Frauen einzusetzen. Aber wenn ich mir unsere Frauenriege im Bundestag so ansehe wäre eine Frauenriege für die wohl sinnvoller. Uns Allen würde viel erspart bleiben.

  • Spätestens, als die Frauen ihr Wahlrecht vor knapp 100 Jahren durchsetzen konnten haben sie gezeigt, dass durch intelligentes Selbstbewußtsein eine Frauenquote überflüssig ist. Es wäre eine Beleidigung für das sogenannte "schwache Geschlecht" und sie würden nur beschmunzelt, wenn eine Beförderung per Gesetz erzwungen worden wäre.

  • Ich will ne Homo-Quote. Und ne Baby-Quote. Na eigentlich will ich Vorstand werden, per Gesetz.

  • Die Parteien-Politik ohne Bürgerbeteiligung beschert uns eine Krise nach der anderen!

  • II.
    Gleichheitsideologien fordern ihren Tribut. Die Geschichte über Prokrustes, den Unhold aus der griechischen Mythologie, erzählt davon. In der Gegend lebten Riesen und Nicht-Riesen. Die Ungleichheit führte zu Unterdrückung. Nur Gleichheit bringt Gerechtigkeit. Die Riesen sollten das Recht haben, Nicht-Riesen, und die Nicht-Riesen das Recht haben, Riesen zu sein, überlegte Prokrustes und machte sich ans Werk. Der Unhold ging sein Vorhaben nicht zimperlich an. Der Maßstab für das Ideal war sein Bett. Waren die Menschen zu groß für das Bett, hackte Prokrustes ihnen die Füße und andere überschüssige Gliedmaßen ab, waren sie zu klein, hämmerte und streckte er sie zur Größe der Riesen aus. Die Auswirkungen der Behandlung durch den Folterer waren schmerzhaft. Zwar war das Ziel erreicht – die genormten Menschen waren endlich alle gleich –, doch sie waren verstümmelt. „Ist das nicht vernünftig?“, wandte sich Prokrustes an Pallas Athene, die sich selbst ein Bild über seine eigenwilligen Ideen über Gleichheit und Gerechtigkeit machen wollte. Sie kehrte kopfschüttelnd um. Prokrustes’ Argumentation hatte ihr die Sprache verschlagen. „Es war das erste Mal, dass sie als Göttin eine ideologische Rede vernommen hatte, und sie fand keine Entgegnung“, konstatiert Friedrich Dürrenmatt (1980) in seiner literarischen Nacherzählung des Prokrustes-Mythos.

    So bleibt uns nur, sich mit dem Niedergang einer ganzen Kultur abzufinden.

  • I.
    Wie eine Studie aus Norwegen zeigt, kosten Regelungen, die von Ideologen durchgesetzt werden, um ihre Traumwelt herbeizuregeln, die meisten anderen in der Gesellschaft richtig viel Geld.

    http://webuser.bus.umich.edu/adittmar/NBD.SSRN.2011.05.20.pdf

    Dies ist nicht anders zu erwarten- Gleichmacherei funktioniert bekanntermaßen nur in eine Richtung: die nach unten. Der Ausgang des großen Menschenexperiments 'Sozialismus' ist noch nicht so lange her, daß dies niemand mehr wüßte.
    Es ist sinnlos, gegen feministische Ideologen zu argumentieren: Erkenntnisresistenz ist ja gerade Hauptmerkmal einer Ideologie, besonders, wenn sie mit solch religiöser Inbrunst wie die feministische daherkommt.

  • Die Quote wird von denjenigen vehement abgelehnt, die ihre Felle davonschwimmen sehen und befürchten, Privilegien aufgeben zu müssen. Daher ist eine Quote unabdingbar, um die gläserne Decke für Frauen durchlässiger zu machen. Ist der angestrebte Anteil an Frauen in Führungsgremien einmal erreicht, wird sich niemand mehr fragen, ob da eine Quotenfrau sitzt. Schon gar nicht die Frauen selbst, denn die wissen, dass sie ebenso qualifiziert sind, wie ihre männlichen Kollegen. Sonst wären sie nicht bis dahin gekommen.

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