Bundesregierung Altmaier holt Ulrich Nußbaum als beamteten Staatssekretär ins Wirtschaftsministerium

Der künftige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sorgt bei der Wahl des beamteten Staatssekretärs für eine Überraschung.
Update: 12.03.2018 - 11:34 Uhr 4 Kommentare
Peter Altmaier holt Ulrich Nußbaum als beamteten Staatssekretär Quelle: dpa
Ulrich Nußbaum

Der frühere Finanzsenator in Bremen und Berlin gilt als ausgewiesener Finanzfachmann.

(Foto: dpa)

BerlinDer parteilose Ulrich Nußbaum wird beamteter Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Dem früheren Finanzsenator in Bremen und Berlin sollen zentrale Abteilungen im Bundeswirtschaftsministerium unterstellt werden.

Darunter befinden sich die Wirtschafts-, Industrie- und Außenwirtschaftsabteilung. Das erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte jüngst gefordert, das Ministerium wieder zum Kraftzentrum der sozialen Marktwirtschaft zu machen. Die Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gilt als erstes wegweisendes Signal in diese Richtung.

Der aus einer Handwerkerfamilie in Rheinland-Pfalz stammende Nußbaum ist nicht nur ein exzellenter Jurist. Mit dem Unternehmer könnte auch wieder eine starke unternehmerische Sicht in das Ministerium einziehen. Der 60-Jährige gilt als bestens verdrahtet in der Wirtschaft. In Berlin erreichte Nußbaum die schwarze Null im Haushalt.

Als Gesellschafter eines Fischverarbeitungsunternehmens hat er ein Millionenvermögen gemacht, bevor er in die Politik einstieg. Von 2003 bis 2007 war er parteiloser Finanzsenator in Bremen, im Jahr 2009 trat er sein Amt als Berliner Finanzsenator an. Nußbaum galt als beliebtester Senator der Stadt, die schwarze Null war für ihn der Maßstab für Erfolg.

Im Dezember 2014 beendete er seine Amtszeit und begründete seinen Rücktritt damals damit, dass er die SPD in Berlin bei ihrem parteiinterne Verfahren nicht behindern wolle, einen Nachfolger für den regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zu finden.

Nußbaum hatte es immer abgelehnt, in eine Partei einzutreten. „Leute wie ich sind zu unabhängig, die müssen sich nicht immer an die Parteilinie halten, um weiter einen Job zu haben. Das wirkt unberechenbar“, sagte Nußbaum auf die Frage, warum er nie in die SPD eingetreten sei.

So wird Merkels viertes Kabinett aussehen
Vizekanzler und Finanzministerium (SPD)
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Olaf Scholz (59) gilt als gesetzt. Das Schlüsselressort kann als Gegenpol zum Kanzleramt gesehen werden. Der bisherige Erste Bürgermeister von Hamburg gilt als der beste Verhandler der SPD. Seit Langem verfügt er über einen guten Draht zu Fraktionschefin Nahles, die sich bewusst nicht in die Kabinettsdisziplin einbinden lässt. Eine der zentralen Fragen wird sein, wie sich Scholz gegenüber der Kanzlerin beim Thema Europa positionieren wird.

Familienministerium (SPD)
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Berlin-Neuköllns Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) macht bei der Eröffnung einer sanierten Schultoilettenanlage in der Hans-Fallada-Schule Fotos mit den Schülerinnen und Schülern. Giffey soll neue Familienministerin werden.

Justiz (SPD)
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Die bisherige Familienministerin Katarina Barley (49) gilt als „Universalwaffe“ der SPD. Sie soll sich künftig um das Justizministerium kümmern, das bislang von Heiko Maas geleitet wurde.

Außenministerium (SPD)
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Amtsinhaber Heiko Maas wird im Kabinett weitermachen – allerdings nicht als Justiz-, sondern als Außenminister.

Arbeit und Soziales (SPD)
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Nachdem Katarina Barley Justizministerin werden soll, übernimmt Ex-SPD-Generalsekretär Hubertus Heil das Bundesarbeitsministerium.

Umweltministerium (SPD)
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Im Umweltministerium soll Svenja Schulze, die wie Amtsinhaberin Barbara Hendricks aus NRW stammt, das Ruder übernehmen. Die 49-Jährige gilt im größten SPD-Landesverband als Hoffnungsträgerin: Sie war fünf Jahre lang Wissenschaftsministerin, nach der Wahlniederlage 2017 wurde sie Generalsekretärin. In der Bundespartei wurde sie im Dezember in den engeren Führungszirkel gewählt.

Kanzleramtschef (CDU)
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Kanzleramtschef soll der Merkel-Vertraute Helge Braun (45) werden. Die Kanzlerin hält große Stücke auf den Narkosearzt aus Hessen. Er ist eher ein Mann der leisen Töne. Dafür war Braun schon mehrfach als Krisenmanager im Hintergrund gefragt. In der vergangenen Wahlperiode war er als Staatsminister bei der Kanzlerin zuständig für die Bund-Länder-Beziehungen und koordinierte für Merkel die Bewältigung der Flüchtlingskrise.

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4 Kommentare zu "Bundesregierung: Altmaier holt Ulrich Nußbaum als beamteten Staatssekretär ins Wirtschaftsministerium"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Frau Stephanie Maurer
    12.03.2018, 14:13 Uhr
    Wenn Nussbaum den ganzen Job macht, dann könnte man ihn auch direkt zum Wirtschaftsminister ernennen. Hier scheinen die Kernkompetenzen abgedeckt. Und Altmaier kann weiter Frühstücksdirektor spielen!"

    "Herr Frank-Michael Roediger
    12.03.2018, 10:58 Uhr
    Prima, dann hat Altmeier mehr Zeit für Bockwürstchen."

    geballte Kommentar-Kompetenz hat mal wieder zugeschlagen ;)


  • Wenn Nussbaum den ganzen Job macht, dann könnte man ihn auch direkt zum Wirtschaftsminister ernennen. Hier scheinen die Kernkompetenzen abgedeckt. Und Altmaier kann weiter Frühstücksdirektor spielen!

  • Hoert sich gut an, das Wirtschaftsministerium braucht einen guten Draht zum Finanzministerium. Das koennte
    Herr Nussbaum sein.

  • Prima, dann hat Altmeier mehr Zeit für Bockwürstchen.

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