Bundesregierung Von der Leyen will Familien weiter fördern

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) lässt sich trotz wieder zurückgehender Geburtenzahlen nicht von ihrem Kurs der Familienförderung abbringen. Sie verwies am Mittwoch in Berlin darauf, dass es immer weniger junge Frauen und damit auch immer weniger potenzielle Mütter gebe.

HB Berlin. Da sich dieser Prozess kaum aufhalten lasse, müsse es vorrangiges Ziel sein, die derzeitigen Geburtenzahlen wenigstens zu halten. "Aber gerade das ist ein Ansporn, hartnäckig zu bleiben auf unserem Modernisierungskurs, denn es gibt keine Alternative dazu."

Von der Leyen stellte die Ergebnisse des "Generationen-Barometers 2009" vor. Aus den Zahlen zog sie den Schluss: "Genügend Zeit für die Familien zu schaffen ist der große politische Auftrag." Sie forderte die Arbeitgeber auf, die Arbeitszeiten stärker zu flexibilisieren und mehr Teilzeitarbeitsplätze zu schaffen. Viele Väter wünschten sich deutlich mehr Zeit für ihre Kinder. Sie sei daher sei fest entschlossen, die sogenannten Vätermonate in der nächsten Legislaturperiode auszuweiten. Seit der Einführung des neuen Elterngeldes bleiben immer mehr Väter eine Zeitlang zu Hause, um ihre Kinder zu erziehen.

Nach neuen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes ging die Geburtenzahl im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um rund 8000 oder 1,1 Prozent zurück. Von der Leyen hatte den zunächst für 2008 vorhergesagten Geburtenzuwachs als Erfolg ihrer Politik gesehen. Nach den neuen Zahlen sagte sie, man könne schon von einem Erfolg sprechen, wenn ein "weiteres Herunterrauschen der Geburtenzahlen" aufgehalten werde. Dafür müssten Kindergartenplätze in guter Qualität geschaffen werden, damit die Eltern sich zutrauten, Kinder zu bekommen.

Zu ihrer eigenen Fehleinschätzung sagte von der Leyen: "Wir haben immer das kommentiert, was das Statistische Bundesamt dargelegt hat." Nun hätten die Statistiker selber Fehler bei den Prognosen zugegeben. Der Einbruch bei den Geburten sei aber "weiß Gott nicht so dramatisch". Immerhin seien im vergangenen Jahr 3000 Kinder mehr geboren worden als noch im Jahr 2006.

Als große Herausforderung für die Eltern in der Erziehung sieht die Studie des Allensbacher Instituts für Demoskopie den Einfluss von Fernsehern und Computern auf die Kinder. "Kinder sind in Sachen Computer ihren Eltern oft weit voraus", sagte von der Leyen. Sie verbrächten deutlich zu viel Zeit vor dem Computer und die Eltern kontrollierten zu selten, welche Seiten sich ihre Sprösslinge im Internet ansehen. "Für Eltern gibt es da noch viel zu lernen. Sie müssen präsent sein in der virtuellen Welt."

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