Bundestagsdebatte AfD-Antrag zur deutschen Sprache erntet Spott

Die AfD möchte Deutsch als Landessprache im Grundgesetz festsetzen. Ein SPD Abgeordneter nimmt der Partei den Wind aus den Segeln – auf Plattdeutsch.
Update: 02.03.2018 - 18:00 Uhr 4 Kommentare

Gekonnt gekontert: Saathoff kritisiert AfD auf Plattdeutsch

BerlinMit Hohn, Spott und Kostproben ihrer Heimatdialekte haben Politiker der anderen Bundestagsfraktionen auf einen AfD-Antrag reagiert, Deutsch als Landessprache im Grundgesetz zu verankern. „Das ist keine irre Idee der AfD“, verteidigte der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner am Freitag im Bundestag den Vorstoß seiner Partei. Das Deutsche sei durch einen „um sich greifenden Englisch-Wahn“ bedroht sowie durch „massive Zuwanderung“. Einige Behörden seien inzwischen sogar dazu übergegangen, Informationen teilweise auch in arabischer oder türkischer Sprache zu verbreiten.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff aus Emden in Ostfriesland hat mit einer Rede auf Plattdeutsch gekontert. „Düütschland word neet armer dör anner Spraken, Düütschland word rieker.“ Deutschland werde nicht ärmer durch andere Sprachen, sondern reicher, sagte der Politiker am Freitag im Bundestag.

„Düütschland profiteert daarvan, dat wi tosamenwassen in de Welt. Tosamenwassen in de Welt geiht nur, wenn man sük tegensiedig unnerhollen un verstahn kann un wenn man de richtige Spraak proten kann.“ (Deutschland profitiert davon, dass wir in der Welt zusammenwachsen. Das Zusammenwachsen in der Welt funktioniert nur, wenn man sich gegenseitig austauschen und verstehen kann und wenn man die richtige Sprache sprechen kann.)

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) bat Saathoff während dessen knapp fünfminütiger Rede, darauf zu achten, dass ihn alle verstehen könnten. Saathoff entschuldigte sich anschließend beim Stenographischen Dienst des Bundestages, der alle Reden mitschreiben und dokumentieren muss: „Ich gelobe Besserung.“

Die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann kritisierte ihrerseits die Sprache der AfD-Anträge. Diese seien voller Fremdwörter und unschöner „Bandwurmsätze“. Im Internet verbreite die AfD ihr Parteiprogramm zudem auf Russisch. Der FDP-Abgeordnete Stephan Thomae fragte: „Wie lange wollen sie eigentlich die Geduld dieses Hauses missbrauchen mit ihren deutschtümelnden Anträgen?“ Johann Saathoff (SPD) kritisierte die AfD auf Plattdeutsch. Sein Parteikollege Mahmut Özdemir sagte, in seiner niederrheinischen Heimat würde man zu dem Vorstoß der AfD wohl sagen: „Da haben die Schwadroneure mal wieder Stuss zusammengefrickelt.“

Für Heiterkeit sorgte der bayerische Grüne Erhard Grundl mit der Frage: „Wie schaut es mit Extrem-Dialekten wie etwa dem Oberpfälzischen aus?“ Die AfD wolle offensichtlich ihre „eigene Kleinkariertheit“ dem ganzen Land überstülpen. Die Zunahme von Anglizismen kommentierte Grundl mit dem Satz: „Wir chatten, wir liken, rechtsaußen wird wohl mehr gehatet.“


  • dpa
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4 Kommentare zu "Bundestagsdebatte: AfD-Antrag zur deutschen Sprache erntet Spott"

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  • Die Islamisierung auf Plattdeutsch hat keine Zukunft, genau wie diese merkwürdige Partei
    die sich sozial demokratisch nennt.

  • Wenn man die SPD weiter so wirken lässt, wird sie wohl bald auch noch Suaheli als deutsche Amtssprache vorschlagen. Kein Wunder, dass in der BRD das Tollhaus vorherrscht.

  • Geht' s noch ?
    Der Bundestag als Comedy-Plattform ?
    Der nächste kommt mit Bayrisch.
    Kaspertheater passt aber zur SPD.

  • BUNDESTAGSDEBATTE
    SPD-Abgeordneter kontert AfD mit Rede auf Plattdeutsch
    Die AfD möchte Deutsch als Landessprache im Grundgesetz festsetzen. Ein SPD Abgeordneter nimmt der Partei den Wind aus den Segeln – auf Plattdeutsch.

    ......................

    EIN ZEICHEN VON RESPEKT UND DISZIPLIN IST SOLCHES VERHALTEN NICHT !!!

    Es gibt ( oder doch noch nicht ? ) Anweisungen daß im Deutschen Parlament das AMTSDEUTSCH ZU SPRECHEN IST !

    Es ist auch Respektlos jedem Deutschen Wähler gegenüber der das Plattdeutsch nicht kann.

    Schon so hat Deutschland Zwiespaltigkeiten und Trennungen in seiner Gemeinschaft und durch Unterschiede in der deutsche Sprache zu erheben wird das mit einander nicht besser und Verständnis voller werden.

    AUCH GIBT ES HEUTE AUSLÄNDISCHE MITBÜRGER IN DEUTSCHLAND LEBEND UND ARBEITEND, IN MEHRERE GENERATIONEN DIE SICH IN DEUTSCHE GESETZEN, KULTUR, TRADITIONEN, WORT UND SCHRIFT BESSER AUSKENNEN ALS MANCHER HIER GEBÜRTIGER DEUTSCHE(R) !

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