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BundestagsfraktionSandra Detzer ist neue wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen

Stabübergabe bei den Grünen: Nach dem Wechsel von Dieter Janecek ins Wirtschaftsministerium übernimmt den für die Grünen wichtigen Posten wieder eine Frau.Silke Kersting, Julian Olk 24.01.2023 - 17:51 Uhr Artikel anhören

Bei der Bundestagswahl 2021 wurde Detzer in den Bundestag gewählt.

Foto: imago images/Arnulf Hettrich

Berlin. Sandra Detzer ist neue wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion. Die 42-Jährige, erst seit den Bundestagswahlen 2021 im Parlament vertreten, wurde am Dienstagnachmittag von ihrer Fraktion in das Amt gewählt. „Ich bin dankbar, dass mir die Fraktion für diese wichtige Aufgabe ihr Vertrauen geschenkt hat“, sagte Detzer dem Handelsblatt.

Die deutsche Wirtschaft sei zwar besser durch das vergangene Jahr gekommen, als viele erwartet hatten. Doch die Herausforderungen seien enorm. „Als wirtschaftspolitische Sprecherin will ich meinen Betrag dazu leisten, unser Land nachhaltig wettbewerbsfähig zu machen“, erklärte Detzer.

„Wenn wir unsere Kräfte bündeln, können wir unseren Wohlstand innerhalb der planetaren Grenzen sichern.“ Die Neuwahl war notwendig geworden, weil ihr Vorgänger Dieter Janecek, 46, als Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus kürzlich ins Bundeswirtschaftsministerium gewechselt war.

Für Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist die Wahl Detzers eine gute Nachricht. Die Baden-Württembergerin lässt sich ebenso wie Habeck dem Realo-Flügel der Partei zuordnen. Die Realos gelten als anschlussfähiger zu den Koalitionspartnern von SPD und FDP, das macht eine Kompromissbildung leichter, die gerade in der Wirtschaftspolitik der Ampel besonders oft notwendig ist. „Auch der Bundeswirtschaftsminister und seine Mannschaft haben im letzten Jahr einen hervorragenden Job gemacht“, so Detzer.

Detzer hatte in der Fraktionssitzung weder eine Gegenkandidatin noch einen Gegenkandidaten. In den Tagen zuvor war noch der Name Maik Außendorf gefallen, der des digitalpolitischen Sprechers der Fraktion. Der Parteilinke stellte sich aber letztlich nicht zur Wahl.

Seit 2021 im Bundestag

Die Politikerin wurde am 21. April 1980 in München geboren. Studiert hat sie Politikwissenschaft und Volkswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in ihrer Heimatstadt. Im Studium habe sie sich viel mit den Grundfesten staatlicher Institutionen und dem Zusammenwirken von Staat und Markt beschäftigt, schreibt sie auf ihrer Website. „In Forschungsprojekten habe ich an der Uni Heidelberg zum Thema Sanierung der öffentlichen Haushalte gearbeitet, eine Doktorarbeit zum Thema Fiskalföderalismus geschrieben.“

Der 46-Jährige ist als Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus kürzlich ins Bundeswirtschaftsministerium gewechselt.

Foto: IMAGO/Christian Spicker

Im Anschluss an ihre Doktorarbeit hat Detzer für den Ausschuss der Regionen in Brüssel im Stab des Generalsekretärs gearbeitet. 2010 stieg sie bei den Grünen ein, zunächst als Haushaltsreferentin in der Bundestagsfraktion. Mitglied der Partei war sie damals noch nicht.

Nach der Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg, aus der die Grünen als Wahlgewinner hervorgingen, zog es auch Detzer ins Ländle. In der grünen Landtagsfraktion hat sie als Parlamentarische Beraterin für Finanzen und Wirtschaft gearbeitet.

2016 entschied sie, selbst für ein politisches Amt zu kandidieren und wurde Landesvorsitzende der Grünen in Baden-Württemberg. Dieses Amt behielt sie bis 2021. In dieser Zeit beschäftigten Detzer vor allem interne Querelen um den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, der mit seinem polemischen Politikstil die Parteiführung immer wieder in Bedrängnis brachte.

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Bei der Bundestagswahl 2021 wurde Detzer dann in den Bundestag gewählt. Dort beschäftigt sie sich bislang vor allem mit den Themen Wettbewerb, Rohstoffe, Handwerk und Verbraucherschutz. Vor Janecek war die heutige Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion. Sie folgte auf Kerstin Andreae, die heute Hauptgeschäftsführerin beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist.

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