Bundestagspräsident Lammert kritisiert Medien im Fall Wulff

Der Umgang mit der Kreditaffäre des Präsidenten sei nicht angemessen gewesen. So kritisiert Bundestagspräsident Lammert Fernsehen und Zeitung. Art und Dauer der Auseinandersetzung hätten Amt und Autorität berührt.
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Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Quelle: dapd

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).

(Foto: dapd)

OsnabrückBundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat den Umgang der Medien mit der Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff kritisiert. Nicht nur Wulff selbst müsse sich fragen, ob er mit den Vorwürfen gegen ihn angemessen umgegangen sei, sagte
Lammert der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Samstag. „Auch die Medien haben Anlass zu selbstkritischer Betrachtung ihrer offensichtlich nicht nur an Aufklärung interessierten Berichterstattung.“

DieArt und die Dauer der Auseinandersetzung hätten nicht nur Wulff strapaziert sondern auch das Amt und seine Autorität berührt, sagte Lammert der Zeitung.

Wulff steht wegen eines Privatkredits im Umfang von einer halben Million Euro in der Kritik. Während seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident hatte Wulff zur Ablösung des umstrittenen Kredits für sein Wohnhaus, den ihm die Unternehmergattin Edith Geerkens gewährt hatte, von der BW-Bank zunächst ein besonders zinsgünstiges, kurzfristiges Darlehen erhalten.

Mitte Dezember erklärte Wulff, dieses sei inzwischen in einen langfristigen Kredit zu normalen Konditionen umgewandelt worden. Zahlreiche Politiker forderten eine rasche Aufklärung der Umstände der Vergabe des Kredits.

  • afp
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67 Kommentare zu "Bundestagspräsident: Lammert kritisiert Medien im Fall Wulff"

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  • @stupid

    Sehr schwach.

    Aber freut mich, daß es Ihnen nicht all zu nahe gegangen ist, ich hatte mir offen gestanden schon ein klitzekleines bißchen Sorgen gemacht.

    Der Ball lag zu verlockend auf dem Elfmeterpunkt ...

  • Zu…
    01.01.2012, 07:37 Uhr
    hardy
    01.01.2012, 01:57 UhrAnonymer Benutzer: stupid
    Lupenreine korrupte Republik!

    01.01.2012, 01:29 UhrAnonymer Benutzer: stupid
    Das wahre Grauen für Deutschland

    Das muss ein trauriges Leben sein…
    ========================================
    Strategie & Logik

    Nach A kommt immer B!

    Und nun,
    damit sie nicht dumm sterben…

    Von selbst kommen sie nämlich nicht drauf!

    Es ist doch offensichtlich,
    wenn ich so schreibe,
    ihr ERSCHEINEN nicht ausbleibt!

    Erinnern sie sich an >>>ZIELLINIE<<<?

    Schön sie hier zu wissen,
    der SPASS ist da!

    Sie & Ich,
    Kuhstall & Gourmetrestaurant!


    Hirn haben ALLE,
    VERSTAND…


  • Oh, welch teutonisch-akademisch gefaerbte Diskussion.... Wird 2012/2013 weder Moraldefizite innerhalb europ Parteienlandschaft beseitigen, noch eine global aufgestellte und seit zwei Dekaden gefestigte Polit-OK am erfolgreichen Coup hintern.
    Diskutiert weiter, zahlt eure Deputatenmuenzlein ein.
    Mit Franz-Joseflein begann die politische Kultur dieses Landes sich zu bewegen.
    Es lebe der offen-kreative Stammtisch, "Zipfelklatscher" dürfen weiterhin gern spracherotisiche Wallung zum Ausdruck bringen.
    Zur absehbar notwendigen "Lösung" tragen sie wenig bei.

  • @Ferdiand_Hauser

    Alles gut und schön, aber ...

    Wenn ein Mittelständler, dessen Geschäft gut läuft, bei seiner Bank eine größere Bonität besitzt als etwa eine Erzieherin, die den vernachlässigten Nachwuchs der Gesellschaft wieder auf Linie bringt, dann ist das "normal".

    Hier bier "die Politiker" und ihre "Gier" zu lamentieren (mit einem M), ist eine einzige Heuchelei - die ganze Gesellschaft beruht auf diesen Ungerechtigkeiten und wir könnten uns auch einfach vor den Spiegel stellen, um mal herauszufinden, wo das Problem liegt.

    Aber wir haben ja "die" Politiker, denen können wir unsere Sünden aufbinden, sie von der Presse verfluchen lassen und dann in die Wüste treiben. Problem gelöst.

    Das ist lachhaft.

    Vor allem, durch was wollen wir "die" Politiker denn ersetzen, durch eine "Partei, die immer Recht hat", durch einen "Führer", der schon weiss, wo's lang geht???

    Die Demokratie ist die eine schlechte Regierungsform, aber unter allen anderen Modellen immer nich die beste, um mal Churchill flappsig zu zitieren.

    Was hier aus dem Gulli blubbert, ist doch nur die Unfähigkeit, Unvollkommenheiten zu ertragen - und die Unfähigkeit, uns unsere eigene eizugestehen.

    Wenn einer der Herrschaften hier etwas ändern möchte: Hör auf Maulaffen feilzuhalten, gründe eine Partei und stellt Euch zur Wahl. Ihr werdet überrascht sein, daß dann trotzdem immer noch "die anderen" wählen - und vor allem: daß IHR am Ende genau so korrupt seid wie die, über die Ihr schimpft.

    Guckt Euch einfach mal die Vetternwirtschaft bei den Piraten an - sowas hätte den Grünen nach einem Jahr das Kreuz gebrochen.

  • PS: auf den "Stange halten" Witz habe ich eigentlich ein Copyright ;-)

  • @RBern

    ...


    Was "früher" einmal Politikverdrossenheit war ist heute der puren Hetze gewichen. Und in "meiner Generation" hat man Politiker vielleicht von der Strasse geklaubt und in Kofferräume gesperrt (was ein Fehler war) - aber ich kann mich nicht erinnern, daß irgendjemand gefordert hätte, "die Politiker" aufzuknüpfen.

    Das ist die Sprache des Nationalsozialismus, LTI, wenn sie zufälligerweise Victor Klemperer kennen sollten, und man kann mir sagen was man will: Sie quillt samt Mörderbanden aus dem Osten unseres Landes, in dem es kein 1968 gegeben hat, keine Emanzipation des Individuums gegen die Obrigkeit.

    Ich bin auch seit Jahrzehnten unzufrieden mit der Politik, ich verstehe den Unmut - aber ich kann einfach die Sprache dieser verhetzten Dumpfbacken nicht ertragen. Das mögen die Herrschaften bei PI, auf der WELT, auf "Schwach & Sinn" und wo immer sich diese Art Trolle zuhauf findet, austoben, aber das hier ist das Handelsblatt.

    Und - Mein G*tt, früher haben Politiker sich den Geldbeutel in einem New Yorker Puff klauen lassen, sich von Flick finanzieren lassen, wir hatten einen Bundeskanzler, der es für unehrenhaft hält, zu erklären, von wem er sich hat bestechen lassen und dem mir die Merkelsche verdanken ...

    "Die" Politiker von heute sind kleinlaute Würstchen, immer besorgt um ihr Bild in der Öffentlichkeit - aber die VERBRECHER, die dieses Land zT. bis in die 80er regierten, die suche ich heute mit der Lupe.

    Um so unwürdiger ist das Gekreische hier.

    In diesem Sinne eine frohes neues und nur das Beste

  • @Pressezensur

    Nun denn, wenn hier irgendjemand "akademisch bewandert" ist, dann frage ich mich doch, wie so einer dann übersehen kann, wer Herr Lammert ist und was er in den letzten Jahren getan hat: er ist "the last man standing", der einzige, der "seiner" Kanzlerin zu widersprechen wagt, wenn sie die Grenzen der Demokratie mißachtet (auch in Sachen Euro, Ihr Luschen!, der Mann müßte Euer Held sein), der als einziger Anstand einfordern kann, wenn ein Haderlumpo aus Oberfranken, den da allen noch "cool" finden, keinen mehr hat.

    So viel kann es mit der akademischen Bildung nicht her sein, wenn man in den letzten Jahren nicht bemerkt hat, wer Herr Lammert ist und was er tut.

    Der Mann ist in der CDU, die ich nicht wähle, und er ist jedenfalls _mein_ Held. Und auf dem trampelt hier ein halb besoffener, geifernder Mob herum, der von nichts eine Ahnung hat und einfach seinen Frust los werden will. Ehrlich, mir kommt das kalte Kotzen angesichts so viel geballter Dummheit.

    Wo man diese Art akademischer Bildung herbekommt, ist mir jedenfalls absolut schleierhaft. Mir hat man jedenfalls beigebracht, als ich noch Geschichte studierte - bevor ich einen TI 99/4A und dann einen 8086 in die Finger bekam und Sachen wie Cobol, Pascal, Clipper spannender fand - die QUELLEN zu prüfen, sie gegeneinander abzuwägen und erst dann ein Urteil zu fällen, wenn ich validiert habe.

    Erzählen Sie mir bitte nicht, daß der Mob hier auch nur die Hauptschule zuende gebracht hat. Oder - lesen Sie einfach den ganzen Mist mal en bloc durch.

    Ich jedenfalls schäme mich geradezu für das unterirdische Niveau, das hier von 14jährigen Schulabbrechern geboten wird, die die Welt mit "Doom" zu verwechseln scheinen, oder was immer man heute so spielt ...



  • @RBern

    Das war vor'm zubettgehen zu einer für mich "normalen" Zeit und Die Sylvesternacht habe ich gemütlich im Kreise der Familie mit unspektakulären Dingen verbracht, ein Glas Corbières zum Fondu und ein halbes Glas Sekt zum Anstoßen. Programmieren & Alkohol geht irgendwie nicht zusammen.

    Ein frohes Neues

  • Warum wir die Staatskrise wollen (2)

    Können wir ausschließen, daß sich auch andere Politiker bei der BW-Bank für 1% Geld geborgt haben? Daß diese Politiker es anschließend gar in Staatsanleihen klammer EU-Staaten angelegt haben, die mit 6,5% und mehr verzinst werden? Daß sie nachher die richtigen Entscheidungen zur Rettung dieser Staaten treffen?

    Können wir ausschließen, daß Politikern nicht nur bei der BW-Bank aufgrund erstklassiger „Bonität“ - B wie Bundestagsmandat oder Bundesminister - Finanzierungsmöglichkeiten zu Sonderkonditionen offenstanden und offenstehen? Weil in der Vergangenheit deutlich geworden ist, daß vor allem Landesbanken und andere öffentlich-rechtliche Einrichtungen besonders schlecht wirtschaften?

    Wenn schon der erste Mann im Staat, der immerhin 10/9 dessen verdienen soll, was die Kanzlerin einsteckt, es nötig hat, auf diese Finanzierungsmöglichkeiten zuzugreifen - um wieviel mehr dann erst die wesentlich ärmeren Volksvertreter im Bundestag?

    Kurzum: All jene, die jetzt ein parteiübergreifendes Interesse darin sehen, eine drohende Staatskrise an die Wand zu malen, sollten bedenken: In seinem Kern durchschaut, ist in Wirklichkeit das parteiübergreifende Interesse selbst in der Krise und aufs höchste bedroht. Und das ist gut so.

  • Warum wir die Staatskrise wollen (1)

    Gibt es derzeit eine „offensichtlich nicht nur an Aufklärung interessierte Berichterstattung“? Oder nur eine offensichtlich nicht an Aufklärung interessierte Politikerkaste? Lassen wir die Opposition zu Wort kommen: „Es wäre verheerend und nahe an einer echten Staatskrise, wenn innerhalb von zwei Jahren zum zweiten Mal ein Bundespräsident zurückträte. Rückhaltlose Aufklärung soll nicht zum Rücktritt, sondern zu einer Rückkehr in eine angemessene und glaubwürdige Amtsführung führen.“ --- Jeder merkt sofort - hier hat jemand den zweiten Schritt vor dem ersten getan: Erst Begnadigung, dann Aufklärung. Wer eine solche Logik vertritt, muß die Klarheit fürchten.

    Nein, „verheerend“ ist es nicht, wenn Wulff seinen Hut nimmt. Verheerend sind jene Dinge, die offen auszusprechen nicht mehr erlaubt sein sollen.

    Bislang ist nur Wulff im Zusammenhang mit der Baden-Württembergischen Bank genannt worden. Aber wer sagt uns denn, daß nur Wulff dergleichen Sonderkonditionen bei den Schwaben erhielt? Ist es auszuschließen, daß auch noch andere Politiker Schwäbisch verstehen? Und die Kunst der Fremdfinanzierung beherrschen? Deutet nicht vielmehr alles in diese Richtung?

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