Bundestagswahl 2013 Albig: Steinmeier soll Kanzlerkandidat werden

Der Kieler SPD-Regierungschef Albig rät seinem einstigen Chef Peer Steinbrück von einer Kanzlerkandidatur ab - und spricht sich für Frank-Walter Steinmeier aus. Die SPD will sich erst 2013 auf einen Kandidaten festlegen.
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Der SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier. Quelle: dpa

Der SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier.

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BerlinSchleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat sich für eine Kanzlerkandidatur von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen. „Er wäre ein guter Kanzler für unser Land“, sagte Albig der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Steinmeier sei eine starke Führungspersönlichkeit und „seit der Zeit des letzten Wahlkampfs sehr gereift“. Der auch als möglicher Herausforderer von Angela Merkel (CDU) gehandelte frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) verteidigte den Zeitplan der Parteispitze, den Kanzlerkandidaten erst Anfang kommenden Jahres zu bestimmen. Bei der Euro-Schuldenkrise erwartet er keine Beruhigung.

Albig, der einst Steinbrücks Ministeriumssprecher war, riet diesem von einer Kandidatur ab. Er „würde das Korsett nicht mögen, in das er sich als Kandidat zwängen müsste“. Sein Rat an Steinbrück sei: „Tu dir das nicht an! Es gibt auch andere Stellen, wo Du mit dem, was Du kannst und was Dich stark macht, unserem Land großartig helfen kannst.“ Dagegen sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels der Zeitung, gebraucht werde ein Kandidat, der auch schwankende Wähler von Union und FDP gewinnen könne. Steinbrück sei „wegen seines intelligenteren Krisenmanagements und seines größeren ökonomischen Sachverstands die beste Alternative zu Angela Merkel“.

Steinbrück bekräftigte in der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag), die SPD küre den Kandidaten in der Regel sechs bis acht Monate vor der Wahl. „Wer länger im Ring steht, wird schnell wund gerieben.“ Die Partei habe sich inzwischen „stabilisiert und viel neues Vertrauen gewonnen“. Zu Umfragewerten der SPD, die bei 30 Prozent verharren, äußerte sich Steinbrück gelassen: „Das wird sich in dem Moment ändern, in dem sich die SPD inhaltlich, programmatisch und personell aufstellt für den Bundestagswahlkampf, also um die Jahreswende.“

Dritter möglicher Kanzlerkandidat neben Steinmeier und Steinbrück ist Parteichef Sigmar Gabriel. Wer aus dieser Troika antritt, soll nach der Niedersachsen-Wahl im Januar entschieden werden. Bei der Bundestagswahl 2009 hatte die SPD mit Steinmeier als Kanzlerkandidat mit 23 Prozent das schlechteste Ergebnis der Nachkriegszeit erzielt.

Steinbrück bezweifelte, dass Merkel die eher schwieriger werdende Lage in der Euro-Zone in den Griff bekommen werde. „Ich spreche der Kanzlerin nicht ab, dass sie auch richtige Entscheidungen getroffen hat“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Aber ich spreche ihr ab, dass sie die Kraft hat, das offensichtlich erfolglose Krisenmanagement auf einen neuen, qualitativ anderen Kurs zu bringen.“ Steinbrück unterstützte die Position Gabriels für eine gemeinsame Schuldenhaftung der Euro-Länder, für die aber eine europäische Haushaltskontrolle nötig sei.

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16 Kommentare zu "Bundestagswahl 2013: Albig wünscht sich Steinmeier als Kanzlerkandidaten"

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  • Eigentlich ist es mittlerweile ganz egal, wen die SPD aufstellt. Sie ist inhaltlich zu langsam - kann ihre Themen kommunikativ nicht an den Mann bringen. Mit der Troika wird ein parteiinternes Wettrennen veranstaltet, ohne klare Themen-Personen-Profilierung bei den Bürgern zu erzielen. Oppositionsarbeit sieht eigentlich anders aus - klare Konturen, klare Kante, klare Kontrahenten von Ministern u. Regierungsparteien. Die SPD lässt ein klares Profil und klare Persönlichkeiten in dieser Legislaturperiode vermissen. Eigentlich ist Frau Bundeskanzlerin eine "alternativlose Wahl 2013" - niemand traut der SPD einen anderen Kurs zu.

  • Steinmeier kann ich mir gut als Aussenminister vorstellen.

    Deutlich besser als die berufsempörte Claudia Roth, die wahrscheinlich als erstes die Emanzipation in Saudi Arabien erzwingen würde.
    Oder Westerwelle, der feststellen musste, dass seinen unverkäuflichen Schneid sowieso niemand haben will.




  • Warum haben wir keine Einheit mit Österreich? Wir könnten dann auch eine Partei wählen die ganz klar für die Euroauflösung ist. Der Milliardär Stronach (magna) wird eine Partei gründen die eine Lösung des Fasses ohne Boden anstrebt.
    Was sagte die CDU 1999: Der Maastricher Vertrag verbietet ausdrücklich, dass die europ. Union oder die anderen Partner für die Schulden eines Mitgliedstaates haften.... Eine Überschuldung eines Euro-Teilnahmerstaates kann daher von vornherein ausgeschlossen werden. Teilauszug aus dem CDU-Wahlprogramm 1999

  • Sind die drei von der SPD nicht diejenigen welche unter Schröder den Heuschrecken Tür und Tor geöffnet, die Zeitarbeit forciert und mit Hartz4 tausende Arbeiter in den finanziellen Abgrund gestoßen haben. Jetzt wollen S.S.G. mit ihrer neuerlichen Zuwendung zum Volkswohl uns den Rest geben, also die Kavallerie steht bereit, Arbeiter duckt euch die SPD und die Grünen sind im Anmarsch und es geht weiter wie unter CDU/FDP. Ach ja, auch über 80 im Ausland gefallene Soldaten gehen ja auch auf das Konto der beiden Friedensparteien.
    W.Moritz, Worms

  • Steinbrück sei „wegen seines intelligenteren Krisenmanagements und seines größeren ökonomischen Sachverstands die beste Alternative zu Angela Merkel“.

    Huahahahaha!!! Steinbrück will, dass das, was die Menschen in Deutschland erarbeiten, an korrupte Regierungen und Banken verteilt wird.

    Der soll ökonomischen Sachverstand haben ?

  • Wir brauchen keine Parteien. Wir brauchen uns, als denkende, freie Menschen. Drum: Keine Partei wählen

  • Bei dem, was die drei bisher ausgeplappert und angerichtet haben, ist es müßig, von Kanzler zu träumen. Sie reihen sich nahtlos ein in die Machenschaften der bisherigen Regierungen, daher wird sich für die Bevölkerung nichts zum Positiven ändern und eine Kanzlerschaft erübrigt sich. Insgesamt werden die drei auch froh sein, daß sie mit Verantwortung für die BRD nicht weiter behelligt werden. Außer weiterer Steuer-und Abgabenbelastung für die produktive Normalbevölkerung wird auch denen nichts Besseres einfallen. Am besten, man überlässt die SPD weiterhin sich selbst, denn beschäftigen mit sich selbst kann sie ja.

  • Naja, Gabriel wäre der Garant das die SPD die 5% Hürde nicht schafft,aber Steinmeier geht zur not auch noch , dann kommen sie eben auf 7% !

  • Ja - Steinmeier soll antreten. Mit diesem Architekten der Agenda 2010 kriegt die SPD dann wieder 23 %. Mit Gabriel wären es viell. 25 % und mit Steinbrück 21 %. Und für Frau Nahles erwärmen sich 19 %. Endlich gehts in Deutschland wieder aufwärts....mit drei Loosern und einer Kr#mpfhenne am Steuer wird das ganz bestimmt was (als Juniorpartner der CDU)

  • Die SPD braucht keinen Kanzlerkandidaten. Sie wird sowieso nicht gewählt, es könnte höchstens mit 2 oder mehr Koalitionspartnern klappen, dann ist es egal wer es von diesen 3 Herren macht, am besten auslosen.
    Dieser Partei fehlt es leider immer noch an Profil, das hat sie mit der damaligen großen Koalition aufgegeben.
    Die Agenda 2010 war zwar nötig, aber nicht in der jetzigen Form, die Rentner und Kinderarmut fördert. Da haben die 5€ für Bildung durch v. d. Leyen auch nichts genützt. In der Bildungspolitik war die SPD mal lange mein Favorit. Leider sehe ich da auch nicht mehr viel.
    In der Arbeitsmarktpolitik haben sie versagt, 7 Millionen Aufstocker, Leiharbeiter und Leute die 3 Minijobs abarbeiten müssen, sind kein wirklich gutes Aushängeschild, für die Gewerkschaften auch nicht. HartzIV, die Menschen inkl. ihrer Familien werden sich selbst überlassen, beschimpft und ausgegrenzt, Kleinrentner genauso.
    In der Wirtschaftspolitik haben sie sich zu Vasallen der weltweiten Finanzwirtschaft gemacht, statt hier Maßstäbe für Europa zu setzen, die Investitionen und Schaffung von Arbeitsplätzen im Inland schaffen.
    Die Subvenstionspolitik ist undurchsichtig, Empfänger berufen sich auf den Datenschutz.
    Der Demokratie selbst hat die SPD damit absolut keinen Gefallen getan, im Gegenteil.
    Deutschland ist ein entsolidarisiertes Land, die Neider haben Oberwasser, nur Geld zählt.
    Juristen bereichern sich an kleinen Webmastern und Handwerksbetrieben, Jugendliche werden kriminalisiert weil sie sich Musik, die man sowieso überall auf die Ohren gedröhnt bekommt, auf ihren Stick laden, oder ihre gekaufte CD kopieren.
    Menschen werden ausgeschnüfffelt, der Verfassungsschutz ist auf dem rechten Auge blind, in Deutschland wird doppelt soviel abgehört wie in den USA. Detektive hecheln IP's und W-LAN Besitzern her um ihnen Kostennoten von 500 € schicken zu können.
    Lobbyisten lassen sich die Gesetze auf den Bauch schneidern.
    Viel Glück beim profilieren, liebe SPD

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