30 Prozent der Aufsichtsratsposten Union und SPD einigen sich auf Frauenquote

Mindestens 30 Prozent der Aufsichtsratsposten in börsennotierten Unternehmen sollen mit Frauen besetzt werden. Dass Union und SPD das mit einer gesetzlichen Quote erzwingen wollen, sorgt für großen Unmut in der CDU.
Update: 18.11.2013 - 11:25 Uhr 61 Kommentare
Die beiden Verhandlungsführerinnen der Arbeitsgruppe Familie, Frauen und Gleichstellung: SPD-Vize Manuela Schwesig (l.) und Annette Widmann-Mauz (CDU). Quelle: dpa

Die beiden Verhandlungsführerinnen der Arbeitsgruppe Familie, Frauen und Gleichstellung: SPD-Vize Manuela Schwesig (l.) und Annette Widmann-Mauz (CDU).

(Foto: dpa)

BerlinUnion und SPD haben sich in den Koalitionsverhandlungen auf eine Frauenquote für Aufsichtsräte geeinigt. Es werde in mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen ab 2016 eine gesetzliche Quote von 30 Prozent geben, teilten die Parteien in der Nacht zu Montag mit. Weiter heftig gestritten wird über das Betreuungsgeld sowie über die Finanzierung von Pflege und Krankenkassen.

Nach dem Durchbruch bei der Frauenquote sprach die Verhandlungsführerin der Union bei dem Thema, Annette Widmann-Mauz, von einem Durchbruch bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen. Eine starre Quote bei Vorständen sei dagegen nicht sinnvoll. Deswegen werde auf den Führungsebenen unterhalb des Vorstands gesetzlich eine flexible Quote festgeschrieben. Die börsennotierten Unternehmen müssten demnach selbst "verbindliche Zielgrößen" für einen höheren Frauenanteil festlegen, teilten beide Unterhändlerinnen mit. Schwesig sprach von einem "wichtigen Signal, um die Aufstiegschancen von Frauen zu verbessern".

Der CDU-Wirtschaftsrat wandte sich in deutlichen Worten gegen den Quoten-Beschluss. „Eignung und Leistung müssen Maßstab für Stellenbesetzungen bleiben. Deshalb fordere ich die Verhandlungsspitzen der Union auf, eine starre gesetzliche Quote von 30 Prozent weiblichen Aufsichtsräten zu verhindern“, sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, Handelsblatt Online. Der Wirtschaftsrat habe „volles Vertrauen“, dass Selbstverpflichtungen wirken. Unternehmen hätten zudem ein „starkes eigenes Interesse“ an mehr qualifizierten Frauen in Schlüsselpositionen. „Nur so lässt sich der demographische Wandel wirksam bekämpfen“, betonte Steiger.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fürchtet negative Folgen für die Unternehmen. „Erfahrungen mit entsprechenden Regelungen in Norwegen haben nämlich gezeigt, dass die Einführung einer verbindlichen Frauenquote in den Aufsichtsräten den Unternehmen schadet – weil schlicht zu wenige geeignete Kandidatinnen mit den entsprechenden Erfahrungen in der Unternehmensführung zur Verfügung stehen“, heißt es in einer IW-Analyse. Auch die Hoffnung, dass Frauen im Aufsichtsrat eher Frauen in den Vorstand berufen, habe sich nicht bewahrheitet. „Weibliche Führungskräfte entscheiden in Besetzungsfragen ebenso auf Basis von Kompetenzen, Leistungen und Erfahrungen wie ihre männlichen Pendants und nicht auf Basis des Geschlechts.“ Warum daher in Deutschland künftig das Geschlecht einer Person eine Rolle spielen solle, „bleibt das Geheimnis der künftigen Koalitionspartner“.

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61 Kommentare zu "30 Prozent der Aufsichtsratsposten: Union und SPD einigen sich auf Frauenquote"

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  • Als Mann bin ich etwas verwundert ob der Überlegungen zu einer Quote in Aufsichtsräten- wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die natürlich nach Eignung und Wissen auswählt, wer die Gechicke eines Unternehmens leiten soll. Eine Qoute stellt außerdem den Gleichbehandlungsgrundsatz in Frage- denn: Heutzutage sind viele Männerdomänen gefallen-siehe SEB.

  • Diese Auftritte der beurlaubten Finanzbeamtin und egozentrischen Selbstdarstellerin aus der Provinz, die nichts als heiße Luft produziert, sind krank – bitte Neuwahlen, sofort!

  • Interessant! 30 Prozent?

    Mir wurde damals der Beitritt in die Arbeitsgruppe Familie, Frauen und Gleichstellung verwehrt, warum auch immer? Die Frauenquote in dieser Gruppe beträgt heute 87,5 %!!! Und Ja, ich bin ein Mann!

  • Ist schon auch bezeichnend dieses Gesetz. Es geht ja nur um die besten Jobs. Ausichträte, da wo man so richtig Geld abgreifen kann.
    Mit Gleichberechtigung hat das nichts zu tun.
    Das heißt im Klartext, die anderen Frauen sind dieser sozialistischen Politik egal

  • TomOrden
    Leistung zählt nicht mehr, sondern nur noch die Quote
    Ist ja auch in unseren Schulen so. Die sid voll in Weiberhand mit all den Nachteilen, die das mit sich bringt.
    Männerquote bei Lehrern ca. 28%, Tendenz fallenend

  • Diese GroKo, und sie wird kommen, wird unser Land mit Riesenschritten in eine DDR 2.0 führen.
    Das sit doch auch das, was Merkel immer wollte, nun gelingt es ihr ganz leicht.
    Fehlt jetzt nur der Arbeitszwang für Frauen und die Wiedereröffnug von Bauzen für alle die nicht systemrelevant sind

  • Joker1
    das ist doch auch kein Wunder. Denn unsre Politik ist doch mittlerweile völlig verostet.
    Man muß ja nur dieser schwesig zuhören, das ist original DDR.
    Und die Schaltstellen in unserem Land sind mit strammen Ossis besetzt, Merkel und Gauck. Da können wir nicht anderes erwarten
    Diese Koalition wird einen gewaltigen Rechtsruck im Land auslösen und davor habe ich Angst.
    Wieder einmal sind es Politker die unser Land zerstören.

  • Liebes HB,
    wärt Ihr bitte so freundlich, bei unseren Politkaspern mal nach zu fragen, welcher Art die 30% sein sollen?
    Blond (mit allem drum und dran) oder brunette?
    Im Hosenanzug (spotz!) oder im Rock?
    Darf´s auch mal etwas Bildung haben oder sollte es doch mehr die "Femen"-Manier sein, mit Titten den halben Tag raus hängen lassen, falls in der Aufsichtsratssitzung mal was nicht so läuft?
    Ich durfte im Laufe meines Lebens nämlich erfahren, daß Frauen nicht gleich Frauen sind. Die Einen würde man gern heiraten, die Anderen reichen gerade so fürs Bett. Mit den Einen kann man reden, diskutieren, streiten und auch wieder lachen. Bei den Anderen ist man froh, wenn man sie nicht sieht.
    Vlt. könnten die Genderspezialisten mal etwas konkretisieren um welche Art von Frau es sich bei den 30% handeln soll.
    Dann könnte man ja von neuem darüber debattieren. Oder die merken ganz schnell selber, das eine Frau mit Bildung, Intelligenz, Schverstand und auch Interesse an der Arbeit die bessere Wahl für einen Posten ist. Und das wiederrum letzendlich ihre eigene, persönliche Entscheidung sein sollte.

  • Das wäre doch ein schönes Thema für eine Volksabstimmung. Ich bin 100% sicher die Quote würde scheitern.
    Es muss endlich Schluss damit sein, dass laut genug schreiende Minderheiten, der Mehrheit vorschreiben wie es zu laufen hat!

  • @Michel
    Sie tragen wohl rosarote Unterwäsche, gell.

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