Abschied aus dem Bundestag Und tschüss!

Der Bundestag hat seine letzte reguläre Sitzungswoche Ende Juni absolviert, Anfang September kommen die Abgeordneten noch einmal zu Sondersitzungen zusammen. Für viele prominente Parlamentarier heißt das: Koffer packen.
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Diese Politiker treten nicht wieder an
German SPD leader Muentefering reacts during news conference in Berlin
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Franz Müntefering (72), ein Genosse wie aus dem Bilderbuch, hat lange genug dem Parlament angehört um sagen zu können: Jetzt reicht es. Seine wichtigsten Posten: Vizekanzler, Arbeitsminister, Verkehrsminister, Fraktionsvorsitzender. Ganz wird der Kontakt aber nicht abreißen: Aller Voraussicht nach wird nämlich seine Frau Michelle in den Bundestag einziehen. Als SPD-Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis Bochum/Herne II hat sie beste Chancen.

Aigner denkt ueber Wechsel nach Bayern nach
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Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (47) zieht es zurück in die Heimat. Die CSU-Politikerin wechselt im kommenden Herbst in die bayrische Landespolitik. Kühestreicheln wie hier auf einer Alm bei Kreuth am Tegernsee gehören dann zur Imagepflege. Schließlich heißt es, Aigner würde gerne in den Fußstapfen von Ministerpräsident Horst Seehofer treten.

Kerstin Mueller
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Die Grünen-Politikerin Kerstin Müller (49) ist seit 1994 Mitglied des Deutschen Bundestags. Bei der nächsten Wahl tritt sie nicht noch einmal an. Ihre Begründung: Ich möchte Platz für Jüngeren machen. Was gelingen wird: Aus Müllers Heimat Köln wird Katharina Dröge nachrücken, die von ihrem Landesverband einen sicheren Listenplatz bekommen hat. Dröge ist 28 Jahre alt.

Bundestagsvizepraesident Solms will Offenlegung beruflicher Rueckkehroptionen fuer Abgeordnete
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Der Finanzexperte der FDP hätte gerne weitergemacht, doch die Basis verweigerte Hermann Otto Solms einen Spitzenplatz auf der Landesliste. In Hessen unterliegt der 72-Jährige, der seit 1998 Bundestagsvizepräsident ist, bei der Kampfkandidatur dem sozialpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Heinrich Kolb. Anschließend erklärte Solms seinen Rückzug.

Wolfgang Thierse erhält Goldene Narrenschelle
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Mit Wolfgang Thierse (69) verlässt ein alter Bekannter das Parlament. Von 1998 bis 2005 war der SPD-Politiker mit dem markanten Bartwuchs Präsident des Deutschen Bundestags, seit 2005 ist er Vizepräsident. Stark ist sein Engagement gegen Rechtsextremismus.

ZDF-Fernsehrat tagt in Erfurt - Ruprecht Polenz
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Nach 19 Jahren als Bundestagsabgeordneter hat auch Ruprecht Polenz (66) genügend Sitzungen und Abstimmungen hinter sich gebracht. Er ist seit 2005 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Kurios war jedoch sein Kurzauftritt als CDU-Generalsekretär – den Job hatte er nämlich nur von April bis November 2000 inne.

FREE DEMOCRATIC PARTY LEADER GERHARD DURING SPEECH AT EPIPHANY MEETING IN STUTTGART
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Hier führt der Parteichef das Wort: Von 1995 bis 2001 war Wolfgang Gerhardt (68) der Bundesvorsitzende der FDP. Seit 1994 ist er Mitglied des Deutschen Bundestags, jetzt reicht es auch dem Liberalen aus Ulrichstein-Helpershain.

BerlinRita Pawelski kommen bei ihrem letzten Auftritt als Rednerin im Bundestag die Tränen. Michael Glos feiert zum Abschluss ein rauschendes Fest. Kerstin Müller plant bereits seit Wochen ihren Umzug. Und Hermann Otto Solms ist froh, dass er endlich Zeit für seine Familie hat – die Parlamentarier unterschiedlicher Fraktionen eint, dass sie dem nächsten Bundestag nicht mehr angehören werden. Sie haben sich aus verschiedenen Gründen entschieden, nicht mehr zu kandidieren.

Pawelski, die Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion, sitzt seit 2002 im Bundestag. Sie hatte sich entschieden, nicht mehr anzutreten, um mehr Zeit mit ihrem Mann zu verbringen. Doch dann kam alles ein wenig anders: „Ich war besonders betrübt bei der letzten Rede, weil ich auch privat in eine sehr ungewisse Zukunft gehe. Nun kann man nicht von 150 Prozent auf Null runter schalten, das geht nicht“, erzählt sie. Ihr Mann hat sie vor kurzem verlassen, nun will sie sich als Politikberaterin selbstständig machen.

Sie sei immer mit Herzblut Politikerin gewesen, berichtet die 64-Jährige. Gab es Freundschaften in der Politik? „Ich konnte immer sehr gut mit Politikerinnen und Politikern aus anderen Fraktionen zusammenarbeiten. Dazu gehört, dass ich in der SPD Freunde habe und auch weiß, dass es in meiner eigenen Fraktion einige gibt, die sagen: 'Gott sei Dank, dass sie geht'.“

„Lovely Rita“, wie sie in ihrem Wahlkreis in Hannover heißt, hat gegen das Betreuungsgeld und für eine gesetzliche Quote für Frauen in Führungspositionen gekämpft – nicht sehr zur Freude ihrer Fraktionsführung. „Bei diesen Fragen hat es auch manchmal Rückschläge gegeben, bei denen ich mich manchmal schon gefragt habe, warum mach' ich das eigentlich?“, erzählt sie. Manches hätte sie im Rückblick anders, selbstbewusster gemacht. Das Betreuungsgeld nämlich kommt trotz der Vorbehalte der Gruppe der Frauen. Ihrer Kanzler-Duzfreundin Angela Merkel rang sie zumindest ab, dass eine feste Quote von 30 Prozent für Frauen in Aufsichtsräten ab 2020 in das CDU-Wahlprogramm kommt. Merkel prägte dennoch den schönsten Moment von Pawelskis Bundestagskarriere: „Als ich als Frau die erste Kanzlerin wählen durfte, die auch noch meiner Partei angehört.“

Einer der Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, der FDP-Abgeordnete Solms, scheidet ebenfalls aus. Er blickt auf 33 Jahre Bundestag zurück. „Es gab begeisternde, frustrierende aber vor allem auch herausfordernde Momente.“ Jetzt freue er sich aber „auf Jahre ohne vorgegebenen Terminkalender“. Rückblickend sieht er vor allem die Zeit der deutschen Wiedervereinigung als einmalige Chance, an einem historischen Prozess nicht nur teilzuhaben, sondern ihn auch aktiv mitgestalten zu dürfen. „Persönlich war das herausfordernd, gelegentlich aber auch an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit gehend.“

Was nun für Solms kommt: „Lesen, schreiben, beraten.“ Der 72-Jährige aus Hessen hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet, nachdem ihm ein jüngerer Parteifreund die Spitzenkandidatur streitig gemacht hatte.

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7 Kommentare zu "Abschied aus dem Bundestag: Und tschüss!"

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  • Bei einer "Sonntagsfrage" gewinnt die AfD Platz eins mit 35 Prozent

    An einer "Sonntagsfrage" zum Wahlverhalten für den nächsten deutschen Bundestag beteiligten sich 2.129 Leser der Baden-Württembergischen online-Plattform "KA-News".

    Die Abstimmmöglichkeit war ab dem 6.7.2013 für zwei Tage geöffnet.

    Die Teilnehmer katapultierten die neue Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) auf den ersten Platz mit 35,98 Prozent.

    Bei der Sonntagsfrage im Juni hatten die Leser noch die SPD auf Platz eins gesetzt - gefolgt von der erstmals zur Wahl stehenden AfD.

    http://www.shortnews.de/id/1037643/bei-einer-sonntagsfrage-gewinnt-die-afd-platz-eins-mit-35-prozent

  • http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/umfragen/id_63395934/forsa-umfrage-beide-politischen-lager-ohne-mehrheit.html

    UMFRAGE


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    Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?

    Es haben 22918 Besucher abgestimmt
    Stand: Donnerstag, 18.07.2013, 15.14 Uhr

    CDU/CSU 20.1% (4609 Stimmen)

    SPD 10.2% (2339 Stimmen)

    Die Grünen 3.2% (739 Stimmen)

    FDP 2.5% (573 Stimmen)

    Piratenpartei 1.5% (331 Stimmen)

    AfD 51.1% (11713 Stimmen)

    Die Linke 3.5% (809 Stimmen)

    Keine Partei 3.3% (747 Stimmen)

    Andere Parteien 4.6% (1058 Stimmen)

    * Diese Nutzerumfrage ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Online-Umfragen sind einem hohen technischen Missbrauchsrisiko ausgesetzt, die Ergebnisse dieser Umfrage könnten eventuell von Dritten manipuliert worden sein.

  • @ Ludwig: statt 90% besser 98% und nicht das Volk wurde verkauft oder verschenkt, sondern der Ausbeutung preisgegeben.

  • Viel Touristen aus aller Welt, werden sich wundern warum so
    viele gepanzerte Gehwagen vor der Tür stehen.

    Aber bei uns sitzt man in Parlamenten bis fast Lebensende und damit länger als es je ein Diktator geschafft hat. Das
    hat uns frische Politik gebracht, die so frisch ist, dass man sie nicht mal mit Febrezze verbessern konnte.

  • Koffer packen heißt es vor allem für viele FDP Abgeordnete. Diese Partei hat ihre Wähler maßlos enttäuscht und wird die Quittung bekommen. Diesmal wird es wohl nochmal fpr 5,14 % reichen, 2017 ist dann endgültig Schluß für diese Pfeifen.

  • "und tschüss" Ist doch noch freundlich formuliert. Nachts im Dauereinsatz schuften, ja klar, lecker Esssen gehen mit Lobbyisten, Staatsanwälten, Firmenbossen und anderen wichtigen Stützen der Gesellschaft. Da muss manchmal so viel gearbeitet werden, dass leider keine Zeit mehr bleibt, sich um 90% der Bevölkerung zu kümmern. Wenn man sooo müde ist kann man wirklich nicht mehr alles lesen, was einem so zur Abstimmung vorgelegt wird, auch wenn sich Freshfields so viel Mühe gegeben haben.

    Die gesammte Bundestagsmannschaft hat, mit wenigen Ausnahmen, das Volk an eine Währungsvision verkauft. Nein, verschenkt. Das werde ich ihr nie verzeihen können.

  • Besonders schade ist es um die altgedienten abgehenden FDP-Politiker, die der Partei Substanz gaben, allen voran Hermann Otto Solms. Solms gehörte zu jenen FDP-Politikern, die den Liberalen ein ruhigeres und verlässlicheres Erscheinungsbild kraft Kompetenz dahinter gaben. Das konnte man von der jungen Garde leider nicht immer sagen.
    Schade auch um Klose und andere altgediente Parlamentarier.
    Bemerkenswert der Verschleiss bei den Grünen - es ist nicht zu vergessen, dass, je jünger ein Parlamentarier aus dem Parlament ausscheidet, desto höher seine Versorgungsansprüche sind.

    Die Schlagzeile "Und tschüss!" halte ich für unangemessen.
    Respekt vor dem Parlament ist eine Tugend der Demokratie.
    Kritik ja, aber nicht saloppe Würdelosigkeit.

    Ich behaupte, dass einige der Abgehenden von morgens bis nachts im Dauereinsatz geschuftet haben, auch wenn das in das allgemeine, wohlfeile Bild der unfähigen Politiker nicht recht passen will. "Und tschüss!" ist das nicht der passende Ton, um ein politisches Lebenswerk zu würdigen.
    Fast alle Abgehenden haben wirklich viel für unser Land geleistet, ob man ihre Ansichten und Leistungen nun befürwortet (hat) oder nicht.

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