AfD-Chefin im Interview „Wir haben gemeinsame Positionen mit den Linken“

Die AfD muss sich breiter aufstellen, sagt ihre Chefin Frauke Petry. Im Interview erklärt sie, um welche Themen es geht und warum ihre Partei bei der Privatisierung von Bürgervermögen ähnlich tickt wie die Linkspartei.
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Die AfD Sprecher Bernd Lucke (links) und Frauke Petry (rechts). Quelle: dpa

Die AfD Sprecher Bernd Lucke (links) und Frauke Petry (rechts).

(Foto: dpa)

Sie haben bei der Wahl mit der AfD ein beachtliches Ergebnis erzielt, aber den Einzug in den Bundestag verpasst. Hat die Partei damit schon ihren Höhepunkt überschritten?

Nein, unsere Themen bleiben aktuell. Wir sind durch die Bundestagswahl bekannter geworden. Außerdem bekommen wir jetzt  Mittel aus der Parteienfinanzierung, mit denen wir uns organisatorisch besser aufstellen können.

Bislang wird ihre Partei aber nur mit den Positionen zur Euro-Politik wahrgenommen…

Wir müssen uns thematisch breiter aufstellen. Unsere Unterstützer beschäftigt nicht nur der Euro. Auch an Themen wie Rechtstaatlichkeit,  Steuern, Einwanderung und an der  Europapolitik muss gearbeitet werden. Bei den anderen Parteien sehe ich dazu wenige Ansätze. Wir haben hier eine Aufgabe zu erfüllen.

In den sieben Monaten seit der AfD-Gründung haben alle Parteimitglieder auf die Bundestagswahl hingearbeitet. Doch das große Ziel, der Einzug in den Bundestag, wurde verpasst. Lässt sich die Partei so einfach aufrichten?

Verlieren gehört dazu. Deswegen haben wir in der Führung schon vor der Wahl über Szenarien diskutiert, wie es weiter geht, wenn wir nicht in den Bundestag einziehen. Wir sind alle keine Berufspolitiker. Deshalb müssen wir uns jetzt so organisieren, dass die politische Arbeit mit unserem sonstigen Leben zusammenpasst.

Der große Wahlgewinner ist die CDU mit Angela Merkel. Ist das Wahlergebnis nicht eine klare Bestätigung für die bisherige Euro-Rettungspolitik?

Viele Deutsche fühlen sich  mit der Politik von Angela Merkel wohl. Das liegt aber auch daran, dass Frau Merkel ihnen nicht die Wahrheit darüber sagt, was in Europa ansteht.  Außerdem hat sie keinen Koalitionspartner. Egal was wir da im Bund bekommen werden, es wird nicht stabil sein.

Die AfD hat bei der Wahl sehr viele Stimmen von der Linkspartei gewonnen. Warum?

Wir haben auch gemeinsame Positionen mit den Linken. Außerdem ist bei uns auch ein Teil Protestwähler dabei, das sollten wir nicht unterschätzen. 

Wo gibt es denn Gemeinsamkeiten mit der Linkspartei?

Zum Beispiel bei der Bankenrettung, die wir ablehnen. Ein anderes Thema ist die Privatisierung von Bürgervermögen. Viele Mitglieder sind zum Beispiel der Auffassung, dass die Wasserversorgung in die Hand des Staates gehört. Da sind wir mit der Linken auf einer Linie, auch wenn die sicher noch viel weiter gehen würden. Bei uns gibt es eine offene Diskussion darüber, welche Aufgaben der Staat wahrnehmen sollte.

„Richtungsdebatten hat jede Partei“
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12 Kommentare zu "AfD-Chefin im Interview: „Wir haben gemeinsame Positionen mit den Linken“"

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  • Die AfD-Hetzer und Dummschwätzer sterben wohl nie aus, wie man hier wieder lesen kann. Woher kommt nur dieser Hass? Wie kann man Euch helfen? Zum HB-Artikel: Bis auf die reißerische Überschrift ein sachlicher Artikel zur AfD. Na geht doch HB, man muss nur wollen.

  • Was für eine arme Polemik in den Kommentaren.
    Selbst CDU, CSU, SPD,FDP, GRÜNE und LINKE haben Gemeinsamkeiten. Daraus zu schließen, die AfD würde sich der LINKEN anbiedern , ist der größte Blödsinn, den ich seit langem gelesen habe.
    Die #AfD ist weder rechts noch links einzuordnen. Gesunder Menschenverstand braucht keine Schubladen!
    Zu den Kommentaren auf FB und Co:
    Es ist kaum zu vermeiden, dass dort irrgeleitete und unverbesserlich posten. Wenn jemand die AfD noch besser machen möchte, ist erherzlich eingeladen, ihr beizutreten und mitzuwirken. Wenn wir uns mal in den anderen Parteiblogs umsehen, sieht es dort ähnlich aus. ALso kein Alleinstellungsmerkmal.

  • "Kein Platz für Fremdenfeindlichkeit" ?
    Was ist dann mit den Anti-Rumänen-Sprüchen auf der Seite der AFD ?
    Nicht nur die Partei, sondern auch die Wähler klingen besonders "freundlich" (siehe den 1. Link):

    "Die AfD unterstützt die Petitionen gegen Hundemorde in Rumänien!
    https://www.facebook.com/notes/maja-prinzessin-von-hohenzollern/warum-jeder-deutsche-steuerzahler-den-mord-an-25-mio-unschuldigen-hunden-in-rumä/738847092798621"

    Eine Initiative der AFD auf ihrer Facebook Seite
    (https://www.facebook.com/alternativefuer.de)

  • "Nein zum Euro
    Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen."

    Stimmt das??? - Eher nicht. Lucke fordert die Trennung/ Entkoppelung von EU-Defizit-Partnern (GIPSI), ggf auch temporär (also mit Rückkehrmöglichkeit). S.a. seine verschiedenen Interviews auf youtube.

  • Danke Handelsblatt für das Interview! Ich finde es gut, wenn man die Parteispitze selbst zu Wort kommen lässt und nicht einfach igend etwas zusammeninterpretiert, sondern den Lesern die Möglichkeit gibt, sich anhand solcher Informationen eine eigene Meinung über die AfD zu bilden!
    vg

  • Was außer der Ablehnung des € haben diese Parteien schon gemein???
    *
    Außer den "Protest-Wählern" die morgen schon wieder auf eine andere Gruppierung setzen, rein gar nichts!

  • Wieder so ein reißerischer Artikel, bei dem die Überschrift etwas ganz anderes suggeriert, als der Inhalt (zur Erinnerung der -handwerklich hundsmiserable- Artikel: "AfD-Chef will NPD-Wähler gewinnen"). Langsam kann man wirklich an der journalistischen Qualität des HB zweifeln, insbesondere auch, wenn man wie ich nicht zum harten Kern der AfD-Anhänger gehört.

  • Selbstverständlich gibt es zwischen allen Parteien, welche unsere Grundordnung nicht prinzipiell ablehnen, Gemeinsamkeiten. Ich persönlich habe mit meinen Ansichten auch eine gewisse Überschneidung mit allen Parteien. Sogar mit den Grünen, obwohl ich die für weniger wählbar als die Linke halte. Dennoch, die größte Übereinstimmung hat die AfD immer noch mit de FDP (erkennt man eigentlich schon mit dem Wahl-O-Mat). Und da wir dringend wieder eine liberal-bürgerliche Partei im Parlament brauchen, würde ich mich freuen, wenn FDP und AfD zusammen kämen. Die FDP sollte nun ja kein Problem mehr damit haben, die andauernden Euro-Rettungsmaßnahmen zu hinterfragen.

  • Wie ich die Zusammenhänge verstehe, hat die sogenannte "Euro-Rettungspolitik" hat die Kluft zwischen reich und arm verstärkt: Rekordgewinne bei Goldman&Sachs gegenüber Rekord(jugend)arbeitslosigkeit in Südeuropa.
    Die Linke richtet ihr Augenmerk auf das Ergebnis dieser ungeheuerlichen Umverteilung; die AfD auf die Methode -> die €-Politik. Aber irgendwie sind sie doch verbunden.
    Mir sind die Gemeinsamkeiten auch schon aufgefallen.

  • Die AFD als Partner von Die Linke:
    Schöner Schlamassel vmtl für beide: fast so wie Spion und Spion aus der us-amerikanischen Mad.

    Humor bleibt, wenn man trotzdem lacht, wenn die Partei-Strategos sich mal wieder was ausdenken.

    Und was machen wir, wenn das Sandmännchen mehr Gemeinsamkeiten mit der Maus haben sollte als mit sich selbst?

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