Bundespolitische Rolle FDP-Vorstandsmitglied rüttelt an Sonderstatus der CSU

Die CSU ist nur in Bayern aktiv, dennoch nimmt sie seit langem entscheidenden Einfluss auf die Bundespolitik. Die Sonderrolle hatte Urvater Strauß erkämpft. Nach der Bayern-Wahl regt sich Widerstand gegen den Status.
39 Kommentare
Fahnen mit dem Logo der CSU: Der Sonderstatus der Seehofer-Partei ist so manchem ein Dorn im Auge. Quelle: dpa

Fahnen mit dem Logo der CSU: Der Sonderstatus der Seehofer-Partei ist so manchem ein Dorn im Auge.

(Foto: dpa)

BerlinNach dem Wahldebakel der Liberalen in Bayern fordert die Hamburger FDP-Chefin Sylvia Canel, die bundespolitische Sonderrolle der CSU zu beenden. „Aus der Wahl in Bayern folgt grundsätzlich, dass der Sonderstatus der CSU zu hinterfragen ist“, sagte Canel, die auch dem FDP-Bundesvorstand angehört, Handelsblatt Online. Bayern sei nicht Deutschland, jedes Bundesland ticke anders. „Und gerade deshalb haben die Liberalen auf den Zusammenhalt der Koalition gesetzt, auf Maximalforderungen verzichtet und eine Politik der kleinen Erfolge erduldet. Im Gegensatz zur CSU, die stets lautstark ihre Regionalpolitik auf dem Rücken der Koalition zelebrierte.“

Vor diesem Hintergrund hält es die FDP-Politikerin für fraglich, ob „eine CSU in Bayern, die nur von Bayern gewählt werden kann, also eine Minderheit in Deutschland repräsentiert, so viel Einfluss auf die Bundespolitik nehmen“ dürfe, wie es in der Vergangenheit innerhalb der Koalition der Fall war. „CSU und CDU sollten sich in allen Bundesländern zur Wahl stellen, genauso wie die SPD, FDP, Grüne und Linke es tun“, sagte Canel.

Mit ihrer Schwesterpartei CDU bildet die CSU im Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft. Ihre in der deutschen Politik einzigartige Doppelrolle im Bund und in Bayern hat der Partei in der Vergangenheit einen beträchtlichen Einfluss auf die Bundespolitik gesichert. Zu verdanken hat das die CSU ihrem ehemaligen Vorsitzenden Franz Josef Strauß. In seiner jahrzehntelangen Amtszeit als Parteichef von 1961 bis 1988 legten die Christsozialen die Grundlage für ihre jahrzehntelange Dominanz im Freistaat und ihre bundespolitische Sonderstellung. Bayern und die CSU wurden deutschlandweit im öffentlichen Bewusstsein zur Einheit.

1976 hatte Strauß für seine Partei Sonderrechte auf Bundesebene 1976 durchgesetzt. Neben einem Vetorecht bei Grundsatzfragen sieht die Vereinbarung unter anderem vor, dass der erste Stellvertreter des Unions-Fraktionschefs automatisch ein CSU-Politiker ist, der ausschließlich von den bayerischen Abgeordneten gewählt wird.

Seehofer: Es gibt keine Leihstimmen
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Bundespolitische Rolle - FDP-Vorstandsmitglied rüttelt an Sonderstatus der CSU

39 Kommentare zu "Bundespolitische Rolle: FDP-Vorstandsmitglied rüttelt an Sonderstatus der CSU"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Bayern verläßt die deutsche Föderation und wird wieder mit allen Rechten der Freistaat Bayern."


    Richtig!
    Bayern könnte dies, was die meisten nicht wissen, aus verfassungsrechtlichen Gründen als Einziges unter allen Bundesländern.

    Besonders putzig ist ja, daß das jetzt von einer Angehörigen einer Partei kommt, die gerade am Sonntag aus dem Landtag in Bayern rausgeflogen ist und dem nächsten Bundestag möglicherweise auch nicht mehr angehören wird. (:
    Die sollen sich erst einmal um ihre eigenen Probleme kümmern, da gibt es reichlich zu tun!

    Ob eine schon vor vielen Jahren angedachte Ausweitung der CSU auf alle Bundesländer zum Vorteil gerade der FDP dort wäre.....?


  • @

    Zitat : Wissen Sie wer wählen geht?? alte ideologisch verbohrte Nutzniesser des Systems!! Und die meißten wählen aus REINER GEWOHNHEIT!!

    - du das sind etwa 70 % der Bevölkerung...?!!!

    Sind die alle "Alte ideologisch Verbohrte" ?

    Bei Ihnen sind paar Schräubchen locker.-....lassen Sie sich mal helfen und halten sich nicht so viel mit zugedoppten "Jugendlichen" auf ! !

  • @Vicario

    Wissen Sie wer wählen geht?? alte ideologisch verbohrte Nutzniesser des Systems!! Und die meißten wählen aus REINER GEWOHNHEIT!!

    Unerthalten Sie sich mal mit junge Menschen. Die haben das Betrugssystem schon lange durchschaut!

    http://www.sueddeutsche.de/politik/erstwaehlerprojekt-vor-der-bundestagswahl-aufbrausende-politiker-eingeschuechterte-schueler-1.1772910

  • Jaaa, die Franken wollen viel lieber zu Niedersachsen gehören, unter Gabriel...Tja, warum fuhr dann die CSU gerade in Franken Rekordgewinne ein (außer in Nürnberg)? Die meisten bayrischen Vereine der Königstreuen gibt's übrigens in Aschaffenburg (in Unterfranken, vom Handelsblatt gelegentlich auch Niederfranken genannt)

  • - In Bayern haben die 63,9 % der Nichtwähler folgendes erreicht :

    Korrektur :

    - In Bayern haben die 63,9 % der Wähler Dank der 36.1 % der Nichtwähler folgendes erreicht :

  • @ Freidenker

    Zitat : Nichtwähler stellen sich eben GEGEN DAS BETRUGSSYSTEM!

    - In Bayern haben die 63,9 % der Nichtwähler folgendes erreicht :

    aus den realen 30,4 % der CSU - Wähler sind es Dank der Nichtwähler eben so 47,7 % geworden !

    Und der Bayerische Löwe hat daraufhin dioe Lüge durch sein Land gebrüllt :
    Jeder zweite Bayer har CSU gewählt, obwohl es nicht mal jeder dritte Bayer war !

    Das sind Ihre Ergebnisse der "INTELLIGENTEN" Nichtwähler !

    Erst Gehirn einschalten, dann Dampfblasen von sich geben......!

  • @ Freidenker

    Zitat : Nichtwähler stellen sich eben GEGEN DAS BETRUGSSYSTEM!

    - wie macht sich das bemerkbar und was erreichen die Nichtwähler damit ?

  • Na nix neues vom Hb. welches die Wahrheit NICHT STEHEN LASSEN KANN!

    Journalisten ahben wohl noch nicht gewusst, dass die Menschen lügen und betrügen?! Wobei das CHRISTENTUM da wirklich Spitzenreiter ist!

    DAS HB IST LÄCHERLICH! WEIL ES IM AUFTRAGE DER REICHEN AGIERT!!

    Zitat:

    "Der Hitler-Faschismus war mit jeweils eigenen und zum Teil sogar konträren Zielen seit 1919 vom Vatikan, seit Mitte der 1920er Jahre auch von der Hochfinanz (internat. vewrbundene Finanzkreise) und seit Ende der 1920er Jahre auch vom jüdischen Na(tional)zi(onismus) unterstützt worden."

    Deshalb auch der Papstbesuch im BUNDESTAG! Und jetzt dieses angebliche Aufarbeiten der Kriminellen wie Höness. HERRSCHAFTSSPRACHE IST SOOO LEICHT ZU DURCHSCHAUEN :)

    http://www.nachrichtenspiegel.de/2012/01/03/herrschaftssprache-verharmlosung-verschleierung-umkehrung/

    Schämnt euch Ihr Journalisten als Claqueuere des Kapitals!!

    http://www.freitag.de/autoren/andreas-kemper/afd-antifaschismus-war-rechts-nazis-nicht

    DARAN HAT SICH BIS HEUTE NICHTS GEÄNDERT!!

  • GrosseKoalition
    wienaiv sind Sie denn?
    Jens Spahn gelernter Bankkaufmann, hat noch nie in seinem Leben auch nur einen einzigen Tag irgendwo und irgendwie im Gesundhetiswesen gearbeitet
    Lauterbach sitzt im Aufsichtsrat der privaten Rhön-Kliniken
    Und denen trauen Sie zu, dass sie diese Dinge ordentlich machen?

  • Was will denn Frau Canel? Etwas, was seit 1948 ist, nun beenden, nur weil sie in Bayern verloren haben?
    Dass die FDP 5 Jahr mit in der Regierung war, wa doch ohnenhin nur ein einmaliger Fall.
    Abr ich mache der Frau Canel einen anderen Vorchlag:
    Bayern verläßt die deutsche Föderation und wird wieder mit allen Rechten der Freistaat Bayern.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%