Die Wahl bei ARD, ZDF und RTL „Haben Sie gedacht, Sie laden einen Idioten ein?“

Zahlen, Sprüche, Wutausbrüche: Am Wahlabend im TV wurden „schonungslose“ Analysen angekündigt – doch die Parteien hielten sich zunächst zurück. Bis zu einem Flirtversuch von Trittin und Schäubles Wutausbruch bei Jauch.
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Wolfgang Schäuble in Günther Jauchs Talkshow: Schwer genervt. Quelle: dpa

Wolfgang Schäuble in Günther Jauchs Talkshow: Schwer genervt.

(Foto: dpa)

„Das wird möglicherweise ein historischer Wahlabend“: Ulrich Deppendorfs Geheimnistuerei in der ARD-Wahlsendung hat um genau 18 Uhr ein Ende. „Halten Sie sich fest!“, sagt Jörg Schönenborn, der WDR-Chefredakteur und ARD-Umfragen-Fuchs noch, bevor er die erste Wahlausgangs-Prognose mit CDU-Gewinnen und FDP wie AfD knapp unter fünf Prozent bekannt gibt.

„Die nächste halbe Stunde ist wirklich sehr sehr kritisch“, sagt Peter Kloeppel im RTL-Studio, auf dessen Boden ähnliche Balkendiagramme in 3D projiziert sind. Zunächst bestimmen Bilder von erwartungsvollen, bei Bekanntgabe der erste Prognosen dann jubelnden oder bedrückten Wahlkämpfern das Geschehen. Die Sender zeigen sie, wie sie Fußballfans zeigen, bevor und nachdem ihre Mannschaften Tore geschossen oder Gegentore bekommen haben. Für den relativ meisten Jubel sorgt das Ergebnis der FDP - außer bei der FDP selbst.

Vor ZDF-Mikrofonen äußern sich erste Politiker, Armin Laschet (CDU), Andrea Nahles (SPD) und Christian Lindner für die FDP, der wenig später auch in der ARD Wählerinnen und Wählern dankt und sich als kommender Mann positioniert.

Gegen 18.10 Uhr formuliert Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD, in der ARD die Metapher, die an diesem Wahlabend am häufigsten benutzt werden wird: „Der Ball liegt bei Frau Merkel.“ Es geht um die Frage, wer mit der CDU die nächste Bundesregierung bilden wird.

„Darauf werden wir heute Abend x-mal gucken“, sagt Schönenborn mit Blick auf den 4,9 Prozent-Wert der AfD. Er freut sich auf „ganz neue Rechenspiele“, die er in Kuchendiagrammen präsentiert. Wenig später analysiert er in Grafiken schon „Wählerströme“, wie er „sie noch nie gesehen hat“. So habe die AfD den zweitgrößten Zustrom von der Linkspartei bekommen. „Das nächste Mal acht Prozent“, kündigt ein euphorisierter AfD-Kandidat im ZDF an.

„Den Herren hinter mir kennen Sie noch vom letzten Wochenende“, kündigt Ulrich Deppendorf eine Schaltung nach München zu BR-Fernsehchefredakteur Sigmund Gottlieb an, der sich bei Berichten von der bayerischen Landtagswahl nicht gerade der politischen Neutralität verdächtig gemacht hatte. „Schaun wir mal, was sich noch tut“, strahlt CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt in die Kamera.

In einer Ministerpräsidentenrunde mit Wilfried Kretschmann, Stanislaw Tillich und Klaus Wowereit sagen alle sinngemäß, dass sie die Ergebnisse „jetzt“, aber noch „nicht heute Abend“ „in aller Ruhe“ „kritisch“ bis „schonungslos analysieren“ wollen. Diesen Formulierungen begegnet man am weiteren Wahlabend noch häufig.

Die schwarz-grüne Halskette
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91 Kommentare zu "Die Wahl bei ARD, ZDF und RTL: „Haben Sie gedacht, Sie laden einen Idioten ein?“"

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  • Schäuble bei Jauch laut Handelsblatt:

    „Haben Sie gedacht, Sie laden einen Idioten ein?“

    Da kampft aber vermutlich einer gewaltig mit seinen Minderwertigkeitskomplexen. Was denkt er denn, was viele Menschen in diesem Land, nach dem Pfusch der Eurorettung, ggf. über ihn denken? Denken einige Bürger vielleicht genau das, was er dem Moderator der Sendung in den Mund gelegt hat?

    Zur Definition: "… In psychology, an idiot has the least intelligence on the IQ scale (this now is equivalent to someone who is mentally retarded or the more politically correct “mentally challenged”); an imbecile is not quite as dumb as an idiot and is now considered equivalent to moderate retardation; a moron is then the highest level of intelligence for someone who is mentally retarded, thus considered as being mildly mentally retarded. Specifically, those who have an IQ between 0 and 25 are idiots…"

    Quelle: http://www.todayifoundout.com/index.php/2010/03/the-words-moron-imbecile-and-idiot-mean-different-things/#2Y28xAGXrtculOqQ.99

    http://en.wikipedia.org/wiki/Idiot

  • Na dann träum mal schön weiter! Die Hoffnung stirbt zuletzt!
    Wie können die meisten Wähler eine richtige Enscheidung treffen wenn min. 70% aller Deutschen politische Analphabeten sind?

  • Bist du Murat Dinç?

  • 'Würde Deutschland aus dem Euro austreten würden die Probleme in Griechenland und Spanien die neue deutsche Währung nicht mehr belasten und die Währungskurse würden explodieren und damit die Wirtschaft hierzulande abwürgen… Damit hat Deutschland ein Interesse, dass Griechenland irgendwie im Euro bleibt. Warum sonst glauben Sie „rettet“ Frau Merkel die Griechen (nur halb)???'
    Was sind sie denn für eine Nullnummer?
    Die Wirtschaft würde bei einer DM Einfuhr abgewürgt werden?
    Überlegen sie sich doch mal was die USA macht, damit der Dollar sich nicht abwürgt, sie druckt und druckt und druckt Geld.
    Und wenn Deutschland auch Geld drucken würde nach der DM Einführung, würde die DM auch nicht sehr viel Wert gewinnen, mit dem Unterschied, dass Deutschland Geld drucken würde für die Deutschen, und nicht der Mafiosi Drahgi für die Südeuropaeer..

  • der Wahlsieg der Bankenrettungskanzlerin ist auf alle Faelle das Deutschland in 4 Jahren aermer dran ist als Griechenland

  • Zum Glück habe ich mit den Sauereien die uns jetzt bevorstehen nichts mehr zu tun....

  • Sich auf der einen Seite beschweren, dass die Rettung des „kleinen“ Griechenlands für den armen deutschen Steuerzahler zu teuer wird und auf der anderen Seite leugnen, dass Deutschland vom schwachen kleinen Griechenland und noch viel mehr vom Euro profitiert

    __________________

    Also wenn Sie das als Argument anführen, dann müssen Sie es aber auch zu Ende führen:

    Dazu sollte man das Verhältnis ansehen, also was gezahlt werden muss bzw. wie hoch die Haftung ist + die Effekte, die ja erbärmlich sind.
    Oder finden Sie das Schrumpfen der griechischen Wirtschaft und die haushohe Arbeitslosigkeit einen Erfolg inkl. des hilflosen Versuches durch zeitweilige Einstellung in den Staatsdienst das Problem zu lösen?

    Demgegenüber hat man dann den Vorteil, dass man in der Tat Waren nach Griechenland liefern kann, die aber die Kohle nicht haben zu bezahlen. Bleibt also als letzter Vorteil das nicht vorhandene Währungsrisiko, gegen das man sich ja auch versichern kann. Ob das das Versenken von Mrd. rechtfertigt, kann bezweifelt werden.

    Wägt man also dieses gegeneinander ab, dann kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass eine es verkehrte Strategie ist, die in Griechenland selbst durch die Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird und die man ihnen jetzt aufzwingt. Wodurch sich eigentlich nur der Widerstand gegen diese Rettungsversuche verstärkt mit dem Schluss, dass die Massnahmen boykottiert werden, oder aber umgesetzt werden (man will ja die Kohle) auf eine Art und Weise, die man nur als passiv-aggressiv bezeichnen kann. Was keine gute Basis ist, wenn man in absehbarer Zeit, zurück zur Normalität will. Somit bleibt Griechenland für lange Zeit am Tropf.....und das wird sehr teuer, da ja nicht nur diese wirtschaftlichen Hilfen gegeben werden, sondern ja zB auch die Renten über einen Brüsseler Strukturfonds finanziert werden.

  • Es werden sogar 25%

  • Um die 50 Euro, habe auch schon mal darüber als Gaudi nachgedacht...;-)

  • @Gurkenmurkser
    vergleichen Sie mal den Anteil nichteuropäischer Länder am Euro-Rettungssystem (SMP, EFSM, ESM) gegenüber denen der vier größten Ekonomien in Europa (Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien). | http://de.wikipedia.org/wiki/Euro-Rettungsschirm| Über den IWF zahlen diese nichteuropäischen Länder 223Milliarden und kommen so auf einen Ateil gegenüber den oben genannten EU-Länder von 20%. 20% an Hilfen für den Euro aus dem Ausland. Es genügt also nicht allein Ihr Meinungs-Mandala auszumalen, sie müssen erkennen, wie wichtig (teuer) ein internationales Finanzinstrument wie der EUR für die Weltgemeinschaft geworden ist.

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