Energiewende Bürger für Ausbau von Solar- und Windenergie

Trotz der Debatte um hohe Strompreise halten laut Emnid-Umfrage die Bundesbürger den Ausbau erneuerbarer Energien für wichtig. Allerdings hat bisher keine Partei ein Rezept gegen den Anstieg der Strompreise.
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Rosige Zeiten für die Energiewende in Deutschland: Laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage ist für 93 Prozent der Deutschen die Energiewende „wichtig“. Quelle: dpa

Rosige Zeiten für die Energiewende in Deutschland: Laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage ist für 93 Prozent der Deutschen die Energiewende „wichtig“.

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BerlinTrotz hitziger Debatte um hohe Strompreise halten 93 Prozent der Bundesbürger den Ausbau erneuerbarer Energien weiterhin für „wichtig“ bis „außerordentlich wichtig“. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag der Branchen-Initiative „Erneuerbare Energiewende“, deren Ergebnisse am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurden. Damit bewegt sich die Zustimmung bei dieser jährlich durchgeführten Erhebung auf dem Niveau von 2012.

73 Prozent lehnen den von der Wirtschaft verlangten Förderstopp für neue Solaranlagen und Windräder ab. Fast die Hälfte (47 Prozent) der Befragten fordert aber eine gerechtere Kostenverteilung. Und 42 Prozent halten die auf bis zu 6,5 Cent pro Kilowattstunde steigende Ökostrom-Umlage für zu hoch. Allerdings hielten 2012 noch 51 Prozent die damals auf 5,3 Cent gestiegene Umlage für zu hoch. Mit ihr werden über die Stromrechnung Förderkosten für Windparks und Solaranlagen beglichen. Pro Jahr fallen derzeit 20,3 Milliarden Euro an - weshalb es nach der Wahl eine große Reform geben soll.

Mit der Zustimmung zu erneuerbaren Energien gehe eine starke Ablehnung gegenüber Kohle- und Atomkraftwerken im eigenen Wohnumfeld einher, sagte der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer. Eine Renaissance von Kohle- oder sogar Atomkraftwerken sei nicht durchsetzbar. Rund drei Viertel der Befragten (77 Prozent) sehen in der Energiewende mit dem Atomausstieg bis 2022 die Basis für eine sicherere Zukunft von Kindern und Enkeln.

Die Bundesregierung strebt bis 2020 einen Ökostromanteil von mindestens 35 Prozent an, bisher sind es 25 Prozent. Besonders die Grünen setzen auf einen stärkeren Ausbau - allerdings hat bisher keine Partei ein Rezept gegen einen weiteren Anstieg der Strompreise.

  • dpa
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12 Kommentare zu "Energiewende: Bürger für Ausbau von Solar- und Windenergie"

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  • "Brancheninitiative" - ist doch lachhaft, da kann ich auch vorher gleich selbst das Kreuz an der mir gewünschten Stelle machen.
    So etwas als Meldung ohne Anführungszeichen herauszugeben ist ebenfalls Meinungsbeeinflussung. Liebes Handelsblatt, lasst euch nicht über den Tisch ziehen!

  • @RainerFeiden

    Besonders interessant und nicht so breitgetreten ist die Subventionierung von Kohlestrom aus der EEG Umlage.
    Wenn am Markt der Kohle Strompreis unter ein Limmit fällt, wird die Differenz aus der EEG Umlage bezahlt.
    Dann stellen sich unsere entrüsteten Politker gern in die Medien und fabulieren über bezahlbare Strompreise.

    Ich muß nicht erwähnen, wie ich das finde.

    Bis auf Santos hat jeder einen eigenen Kopf zum Nachdenken.

    Schönen Abend noch.

  • Ich denke die meisten Menschen wollen definitiv Strom aus erneuerbaren Energiequellen - Punkt!!!!!

    Aber natürlich bezahlbar sollte er sein. Da fängt es an schwierig zu werden!
    Hätte mal die CDU/FDP-Regierung nicht aus dem Bauch heraus, erst den Ausstieg aus dem Ausstieg beschlossen, um ihn dann kurze Zeit später doch zu verwirklichen!

    Mit welchem Konzept????????????????

    Mit keinem Konzept! Das ist bis heute so geblieben!

    Es wird so viel Ökostrom produziert, dass dieser wertvolle Strom schlicht und ergreifend an die Österreicher verschenkt werden muss!!!!
    Warum wohl? Unter anderem fehlen Netze und Speichertechnologie!!!!!!

    Warum gibt es keine Lösung? Weil die Pappnasen kein Konzept haben!!!!!!

    Dann die Befreiung der EEG-Umlage! Die ist mittlerweile gestiegen auf über 1.600 Firmen. Alle lassen sich befreien und - logo wer zahlt?

    Der "Michl", der zahlt natürlich auch die höhere Steuer aus dem teuren Strom noch für den Staat!!!!!!!!!!!!!

    Alles beschlossene Sache der Gurkentruppe!!!!!!!!!!!!!

  • Wenn wirklich eine große Mehrheit der Deutschen "dafür" wäre, dann könnte mann doch einfach jeglichen Zwang, Ökostrom zu kaufen und zu bezahlen, aufheben. Die dann zu erwartende hohe - freiwillige - Nachfrage nach Öko-Strom würde dann das restliche erledigen und die "Energiewende" würde marktwirtschaftlich fortgesetzt.

    Geht man nach der Weigerung der Politiker, die Zwänge aufzuheben, scheint es eher KEINE Mehrheit dafür zu geben. "Kein Politiker, keine Partei, kein Staat, ist schlauer und gerechter als der Markt" (Zitat eines Gründungsvaters der BRD)

  • Die Umfragewerte sind völlig unglaubhaft. Die Meinungsforschungsinstitute liefern scheinbar bestellte Ergebnisse. Politische Entscheidungen sollten nicht auf solchen Umfragen basieren.

  • Und zum 2.:
    Man darf wohl unterstellen, dass die befragten Bürger eine funktionierende (!) Energiewende erwarten. Sie funktioniert aber nicht, wegen fehlender Speichermöglichkeiten und fehlender Grundlastfähigkeit. Abschalten kann man die konventionellen Kraftwerke nicht, da sie auf absehbare Zeit zur Bereitstellung der Grundlast gebraucht werden. Die Kosten für die "Betriebsbereitschaft" wird man wohl überwiegend wieder dem Privatmann aufhalsen. Der kann sich ja schlecht wehren und hat sich ja auch in der Vergangenheit als hervorragende Finanzierungsquelle für dieses "ausgeklügelte" Energiewende-Projekt bewährt!
    Auch lachhaft: gestern stand im Handelsblatt zu lesen, dass der Zubau an Windkraftanlagen 3000 MW in 2013 beträgt. Gleichzeitig will man Wasserstoff in Salzstöcken einlagern, ist allerdings derzeit noch in einer 2 MW-Pilotanlage. Bis 2022 hofft man dann 1000 MW an Speicherkapazität geschafft zuhaben. Nochmal: 3000 MW Zubau an Windkraft in 2013, 1000 MW Speicherkapazität (erhofft) in 2022! Bravo!!!!!!!!!! Der Netzbetreiber Tennet meldete die Tage im ersten Halbjahr 2013 an 177 von 181 Tagen ins Netz eingegriffen zu haben, um es vor Überlastung zu schützen. Dabei wurden Kraftwerke heruntergefahren und Windräder gestoppt. Hier bei uns auf dem Hunsrück kann ich das alle paar Tage beobachten. Bei Wind laufen von den Batterien an Anlagen welche, in derselben Anlage stehen aber einzelne Räder still - wegen Überlastung. Und der Zubau geht ungereglt weiter, als wenn es kein Morgen gäbe. Und für so einen Unsinn ruinieren wir uns unsere Landschaft und unseren Lebensraum. Die Unfähigkeit und Uneinsichtigkeit sind einfach unglaublich.

  • Die Bürger sind gegen diese Abzocke der sog. Erneuerbaren Energien am deutschen Bürger! Die AfD wird dies auch nochmal ganz klar herausarbeiten. Die Energiewende ist schwachsinn und birngt Wohlstandsverlust über das deutsche und europäische Volk!
    Das EEG (Erneuerbare Energie Gesetz) ist asozial und perfide. Der Bürger ist nicht weiter gewillt die steigenden Erneuerbaren Energiekosten auf seiner Stromrechnung zu tragen! Das EEG abschaffen und am 22.09.2013 die AfD (Alternative für Deutschland) wählen. Zum Wohl des deutschen und europäischen Volk! Danke!

  • Geben Sie mal bei Wikipedia "Strompreis" ein, dann sehen Sie, wer der Preistreiber ist. Während die Konzerne den Strompreisanstieg unter der
    Inflationsrate gehalten haben, sind die Steuern auf Strom und Die EEG-Umlage förmlich explodiert! Der Staat ist in diesem Segment der Preistreiber,
    nicht die bösen Konzerne. Erhellend ist auch die Präsentation des bdew, welche auf folgender Seite aufgerufen werden kann:
    https://www.bdew.de/internet.nsf/id/05B6EBC2BF77350DC1257AD700582730/$file/130527_BDEW_Strompreisanalyse_Mai%202013_presse.pdf
    Auf Seite 24 der vorgenannten Präsentation des bdew sind auch die absoluten Belastungen aus diesem glorreichen EEG aufgeführt.
    Zu den 31,6 MRD Euro darf man dann noch die Mwst. hinzurechnen, welche nach dem ersten * unten in 2011 7,5 MRD ausgemacht hat.
    Damit zahlen die deutschen Verbraucher in 2013 wohl Minimum 40 MRD Euro an EEG-Umlagen und Steuern, die Netzentgelte kommen
    noch hinzu. Und: derzeit stammt nur ein Fünftel der Erzeugung aus "Erneruerbaren". Wenn man 2050 80% aus EE beziehen will, darf man
    die 40 MRD noch vervierfachen und landet dann bei 160 MRD, pro Jahr! Und das Speicherproblem ist weder gelöst noch in diese Preise
    eingerechnet. Und die "Betriebsbereitschaft" der koventionellen Kraftwerke auch nicht!
    Der ganze Zauber ist weder bezahlbar noch praktikabel. Es wäre sinnvoller gewesen diese vielen Milliarden in unsere
    Brücken und Strassen, in Kindergärten und Schulen, in Energieeffizienzmassnahmen un d in die Erforschung sauberer Energien zu
    investieren, statt in diese nutzlose, zerstörerische Technologie, welche der Gesellschaft und der Umwelt doch nur Schäden zufügt.
    Ich befürworte auch eine saubere Energieversorgung. Strom muss aber verlässlich fliessen und bezahlbar bleiben. Mit diesem EEG wird
    jedoch nur erreicht, dass sich die Bevölkerung irgendwann mit "Grausen" von "Öko und Sauber" abwendet, wenn sie mal verstanden hat,
    was das EEG anrichtet.

  • Tendenziell waren solche Ergebnisse zu erwarten. Die genannten Zahlen wecken ein starkes Misstrauen.

    Es stellt sich die Frage wer gefragt wurde und wie die genauen Fragestellungen lauteten.

    Beispielsweise habe ich Umfragen gesehen wo man "Erneuerbare Energien" sehr wichtig, wichtig, weniger wichtig finden konnte. Die Antwort dass man auf diese gerne verzichten möchte, war nicht vorgesehen.

    Vandale

  • "Mit der Zustimmung zu erneuerbaren Energien gehe eine starke Ablehnung gegenüber Kohle- und Atomkraftwerken im eigenen Wohnumfeld einher"

    Genau, die Menschen haben viel lieber Windmühlenparks vor ihrer Haustüre *Ironie Ende*

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