Euro-Kritiker Konservativ, liberal, rechts – wohin steuert die AfD?

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Frühere Republikaner sorgen im NRW-Verband für Streit
Mitglied der AfD während des Gründungsparteitages in Berlin. Quelle: dpa

Mitglied der AfD während des Gründungsparteitages in Berlin.

(Foto: dpa)

Durchs Netz durchgeschlüpfte Einzelne, wie es Henkel nennt, sind es allerdings, die in anderen Landesverbänden heftige Debatten auslösten und teilweise auch Parteiaustritte nach sich zogen. Die AfD-Verbände Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg haben jedenfalls Mitglieder in ihren Reihen, die Zweifel an der Aussage von AfD-Chef Lucke aufkommen lassen, dass sich seine Partei klar gegen rechts abgrenzen wolle. Lucke hat vor einiger Zeit sogar selbst in einem „Focus“-Interview eingeräumt, dass er einzelne Unterwanderungsversuche nicht ausschließen könne.

In NRW beispielsweise kandidiert Ulrich Wlecke auf Listenplatz 4 für die AfD für den Bundestag. Wlecke ist ehemaliger Schatzmeister der Republikaner und trat einst als Unterstützer des Rechtspopulisten Jörg Haider (FPÖ) in Österreich auf, bevor er zur CDU wechselte. Die Personalie ist im Landesverband umstritten.

Einer, der der Partei deshalb den Rücken kehrte, heißt Stefan Soppe. Im Blog „stadtmenschen.de“ des Kölner Stadt-Anzeigers spricht er von „mehreren Leuten aus der rechten Szene“, die auf die NRW-Landesliste gewählt worden seien. Seinen Parteiaustritt erklärt Soppe damit, dass er es mit seinem Gewissen zur demokratischen Kultur nicht mehr habe vereinbaren können, dieser Partei in diesem Zustand anzugehören. Zugleich habe er den Verfassungs- und Staatsschutz über diese „Machenschaften der AfD-Funktionäre“ informiert. „Zu meiner großen Verwunderung sind die aber schon seit Wochen aktiv“, schreibt Soppe.

Was Wlecke betrifft hat die Beobachtungsplattform „afdwatch.de“ zusammengetragen, dass dieser auch ein enger Vertrauter von Markus Beisicht sei. Gemeinsam hätten beide mit anderen Aktivisten den „Ring freiheitlicher Studenten“ in NRW aufgebaut. Der Gruppierung hatte das Amtsgericht Münster 1981 neofaschistische Tendenzen attestiert. Pikant ist in diesem Zusammenhang außerdem, dass Beisicht Vorsitzender der rechtsextremen Bürgerbewegung „pro Köln“ ist sowie der wesentlich aus ihr hervorgegangenen überregionalen Vereinigung Bürgerbewegung „pro NRW“.

Wlecke selbst hatte seine pikante Vergangenheit bei seiner Kandidatur für den Listenplatz 4 zunächst unerwähnt gelassen. Er erzählte von seiner langjährigen CDU-Zugehörigkeit und erst auf Nachfrage räumte er seine frühere Mitgliedschaft bei den rechten Republikanern ein. „Im Jahr 1989 bin ich mal vorübergehend kurzfristig bei den Republikanern gewesen. Als ich gesehen habe, welche Entwicklung die Partei nimmt, bin ich wieder ausgetreten, wird Wlecke von der „Welt“ zitiert. Die anschließende Empörung versuchte Wlecke dann mit den Worten einzufangen. „Das ist so lange her, dass ich dem überhaupt keine Bedeutung mehr beigemessen habe.“

Auch AfD-Chef Lucke versteht die Aufregung nicht. Wlecke sei Anfang der 1980er-Jahre Mitglied der Republikaner gewesen. Das sei ungefähr dieselbe Zeit gewesen, in der der heutige Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin aktives Mitglied des vom Verfassungsschutz beobachteten Kommunistischen Bundes gewesen war. „Die Republikaner galten damals übrigens nicht als verfassungsfeindlich“, betont Lucke und fügt hinzu: „Herr Wlecke hat die Republikaner verlassen, als sie sich radikalisierten, und ist dann Mitglied der CDU geworden. Wurde dadurch die CDU von rechts unterwandert?“

Fluchtort für Ex-Funktionäre der „Freiheit“
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260 Kommentare zu "Euro-Kritiker: Konservativ, liberal, rechts – wohin steuert die AfD?"

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  • Hört endlich auf mit der miesen Propaganda. Die AfD WIRD in den Bundetag einziehen, ob es euch passt oder nicht! Es ist eine Unverschämtheit, wie hier die Demokratie mit Füssen getreten wird.

  • Politisch verfolgten Asyl zu gewähren, ist eine Grundverpflichtung, die jeder demokratisch denkende Mensch eingehen sollte.
    Es ist meiner Ansicht nach nicht nachzuvollziehen, warum Menschen, die der Meinung sind, dass es ihnen in ihrem Land wirtschaftlich schlecht geht, das gleiche Recht genießen, wie politisch verfolgte.
    Asylrecht definiert sich durch den Inhalt der Genfer Konvention für Menschenrechte, hier ist von wirtschaftlichem Asylrecht keine Rede.
    Und das ist auch gut so!
    Schlecht hingegen ist, dass dem deutsche Steuerzahler hunderte Milliarden für "Asylabewerber", die einzig und allein ein sorgloses Leben auf Staatskosten im Sinn haben und ebenso hunderte Milliarden für andere Staaten, die ohne die gescheiterte Gemeinschaftswährung "EURO" besser dran wären, abgenommen werden.
    So kann es nicht weiter gehen, ich stehe voll hinter der AfD!!!!

  • Wohin steuert die AfD?
    Ja, wohin wohl? In die richtige Richtung, wg von diesem falsch
    en Weg, der seit jahren beschritten wird. Wer meint , man müsse die AfD mit recht diskrimminieren, der soll mal vorher nachdenken.
    Jeder halbwegs denkende Mensch kann die Spirale sehen, die sich entwickelt hat.
    Wer das eigene Überleben unserer Nation mit seinen bürgern als " rechts" bezeichnet, der weiß nicht, wovon er spricht.
    Was ist denn rechts? Sich freiwillig aufgeben und auf die Stufe der bankrottgefährdeten Länder fallen? Dann möchte ich all diese sog. " Rechtsbrüller " hören, wenn ihnen Verhältnisse wie in Griechenland und anderswo zugemutet werden.
    Verlasst euch darauf, wenn es so weitergeht, wird genau das auch bei uns kommen.
    Wenn erst die Schulden und Haftungsunion kommt, dann reden wir weiter. inoffiziell haben wir sie schon, doch dann wird es offiziell in Gesetz gegossen.
    Ich glaube, die begreifen immer noch nicht, was das bedeutet. Dem folgt dann auch alles andere.
    Dann ist Feierabend mit Deutschland.

  • Ja, es ist schon erstaunlich, dass eine basisdemokratische Plattform, wie der "Abgeordnetencheck" abgekanzelt wird, nur weil Hunderttausende besorgter Bürger die Abgeordneten zu eindeutigen Stellungnahmen auffordern. Das nennt sich Demokratie, wenn Menschen Ihre Meinung äußern und sofort die Faschistenkeule geschwungen wird? Wo leben wir eigentlich, dass sich jeder den Mund verbieten muss, der nicht Mitte-links steht? Ich kann nur sagen: armes Deutschland. Es wird Zeit, dass die Einheitsdoktrin, mit der unsere Gehirne weich gewaschen werden, endlich öffentlich diskutiert wird. Es muss Schluss sein, mit links-populistischer Stimmungsmache. Ich möchte nicht in einem Deutschland leben, indem ich nicht mehr den Mund aufmachen darf. Das hatten wir schon einmal und das macht mir wirklich Angst.!

  • Keine Partei ist davor gefeit, dass Rechtsextreme bei ihr eintreten. Die CDU war ja auch jahrelang von Leuten "unterwandert", die z.B. in der Nazizeit Richter waren, kurz vor Kriegsende Todesurteile aussprachen und dann Ministerpräsident wurden. Ich bin überzeugt, dass jeder, bei dem eine rechte Gesinnung auffällt, nicht Mitglied der "Alternative für Deutschland" werden kann oder bleiben darf.

    Zu Adligen und Ihren Besitztümern habe ich meine eigene Meinung, aber ohne Rechtsgrundlage darf man niemandem etwas wegnehmen. Soweit ich das bisher beurteilen kann steht Frau von Storch voll auf dem Boden unseres Rechtsstaats.

    Ich bin stolz darauf, dass unser Land sich dazu verpflichtet hat, politisch Verfolgten Asyl zu gewähren, aber es kann beim besten Willen nicht sein, dass man alle Armen dieser Welt in unser Sozialsystem aufnimmt. Unsere Mittel reichen ja (angeblich) nicht einmal für unserere eigenen Hartz-IV-ler und für deren Kinder. Dabei sind Kinder unsere Zukunft!

  • Mir, einem liberalen Mitglied der AfD,
    ist bisher noch nie etwas von rechter Unterwanderung aufgefallen. Schlimm, dass sich das Handelsblatt dazu hergibt, jemanden zu beschimpfen, nur weil sich Frau von Storch für eine Rückgabe enteigneten Vermögens einsetzt.
    Wie rechts müsste dann die CDU dargestellt werden?
    Aber das Handelsblatt ist sich ja auch nicht zu schade dafür, einer Linksradikalen wie der Sarah Wagenknecht ständig eine Plattform zu bieten.

  • Es ist eine absolute Unverschämtheit Beatrix von Storch in die "rechtskonservative" Schmuddelecke zu drängen! Wie kann sich das Handelsblatt auf eine Diffamierung von der Konrad Adenauer Stiftung in dieser Weise einlassen? Ist es nicht durchschaubar, dass diese CDU Stiftung kein gutes Haar an der AfD und Frau von Storch lassen möchte?
    Dass zudem noch die kommunistischen Enteignungen nach dem 2. Weltkrieg in Ostdeutschland durch die Sowjets indirekt als "rechtmäßig" dargestellt wird, das Schlägt dem Fass den Boden aus. Ich frage mich was der Autor sagen würde, wenn er von heute auf morgen Enteignet würde!? Wäre das in 50 Jahren dann auch rechtmäßig?

  • "Die dortigen Akteure weisen mehr eine rechte, als eine rechts-konservative Vergangenheit auf, sind allerdings lange nicht so bekannt und aktiv wie von Storch."
    Ja was ist bitte falsch an RECHTS und RECHTSKONSERVATIV?
    Sind solche Ansichten inzwischen verboten? Wenn es RECHTS nicht gäbe, gäbe es auch kein LINKS.
    Wie weit sind wir hier in dieser "DEMOKRATIE" inzwischen gekommen? Verkommen!!!

  • Die angebliche Vagheit der währungspolitischen Aussage

    "Als unscharf werden auch die Aussagen zu einer Wiedereinführung der D-Mark ... gewertet. Die Partei wolle wohl damit auf der einen Seite einer verbreiteten Stimmung entsprechen, andererseits aber auch nicht gegen die wissenschaftliche Mehrheitsmeinung argumentieren müssen."

    Dieses Offenhalten von Möglichkeiten ist vor allem *richtig*. Denn es gibt durchaus verschiedene brauchbare Wege aus dem Euro hinaus (die Wiedereinführung der DM, die auch George Soros schon einmal diskutiert hat, ist eine von ihnen); und welchen man am Ende wählt, wird von der zukünftigen politischen und wirtschaftlichen Situation abhängen. Hier nur politische Taktik zu unterstellen, übersieht diesen wichtigen Punkt.

  • Prinzipiell braucht die AfD keinen Wahlkampf zu veranstalten.

    DAS erledigt schon der "Rest"; staatlich subventioniert, versteht sich.

    Es wäre nur mal angebracht,dem "Volk" beizubringen, dass es überhaupt eine Alternative hat! Und bitte: die hat nichts mit Ermächtigungen zu tun! Eher umgekehrt!

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