Haustürwahlkampf der SPD „Mir öffnen auch mal Männer in Unterhosen“

Die SPD kämpft an den Haustüren der Republik um Stimmen: Fünf Millionen Besuche sind das Ziel. An diesem Freitag soll die Marke geknackt werden. Ortsbesuch in einem Wahlkreis, der seit jeher von der CDU dominiert wird.
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Basisarbeit: An 3500 Häusern hat SPD-Kandidatin Bettina Bähr-Losse geklingelt.

Basisarbeit: An 3500 Häusern hat SPD-Kandidatin Bettina Bähr-Losse geklingelt.

Sankt AugustinIm Ortsteil Niederpleis stehen in den Einfahrten der Einfamilienhäuser Geländewagen oder Hybridautos. Die Gärten sind gepflegt, der Rasen gemäht. Neben der Straße fließt unter Platanen der Pleisbach. Im Sommer pflücken Familien auf den Feldern der nahe gelegenen Burg Erdbeeren. In dieser Idylle geht die SPD auf Stimmenjagd. Es ist das Revier von Bundestagskandidatin Bettina Bähr-Losse. Sie und ihr Team gehen hier auf Wahlkampftour. Bähr-Losse kandidiert im Wahlkreis Rhein-Sieg-Kreis II in Nordrhein-Westfalen.

An einer Kreuzung vor dem Ort stehen die Kandidatin und ihr Team zur Lagebesprechung. Jeder erhält Flyer und Blöcke, sogenannte Gimmicks. Die vorbeidonnernden Busse und Lkw lassen den rot-weißen SPD-Schirm kräftig wackeln. „Wer möchte denn mit wem?“, fragt Denis Waldästl. Der 35-Jährige ist Wahlleiter der Kandidatin Bähr-Losse. Als letztes meldet sich Brigitte, die auf jeden Fall mit dem „Profi“ Tim laufen möchte. „Ich habe das ja noch nie gemacht“, sagt sie, zögert und lacht verlegen. Als die anderen weg sind, baut Waldästl den Schirm ab, verstaut ihn im Auto und zieht mit Bähr-Losse los.

Die Genossen wollen mit dem Haustürwahlkampf fünf Millionen Wähler erreichen. Länger als drei Minuten sollen die Besuche nicht dauern. Dies schreiben die Sozialdemokraten in einem „Tür-zu-Tür“-Wegweiser zum Haustürwahlkampf. Das Ziel: Unentschlossene und Nicht-Wähler überzeugen. Bei rund 500.000 SPD-Mitgliedern macht das zehn Türen pro Mitglied. Ein ehrgeiziges Ziel, das laut Generalsekretärin Andrea Nahles am Freitag erreicht werden soll. Am Mittwoch waren nach Angaben der Partei bereits 4,1 Millionen Hausbesuche geschafft.

An der ersten Tür, Hausnummer zwei, Bähr-Losse klingelt. Aus dem Türspalt lugt ein älterer Herr. Er schaut misstrauisch, so wie die meisten an diesem frühen Nachmittag. Es sind vor allem Senioren, die die Türen öffnen. Bähr-Losse spult den Satz ab, den sie an diesem Tag noch 66 Mal sagen wird: „Guten Tag, Ich möchte mich nur kurz vorstellen: Ich bin Bettina Bähr-Losse und kandidiere am 22. zum ersten Mal für den Bundestag. Damit sie mich auch mal...“ Sie kommt nicht mehr dazu, den Satz zu beenden. „Brauche ich nicht, bin CDU-Wähler“, sagt der Herr im Türspalt, wendet sich ab und lässt die Tür ins Schloss fallen. Bähr-Losse macht kehrt, geht die Einfahrt hinunter. „Sowas hat man immer mal wieder. Die Leute sind hier eher konservativ.“

Im Bundestagswahlkreis 98 geht es tatsächlich eher konservativ zu: Seit 1949 hat die CDU im Wahlkreis Rhein-Sieg-Kreis II die meisten Stimmen geholt. Der Herausforderer Norbert Röttgen (CDU) kandidiert zum sechsten Mal. Vor vier Jahren holte er mehr als 50 Prozent der Erststimmen. Röttgen war mal Bundesumweltminister, bei der Landtagswahl in NRW kandidierte er für das Amt des Ministerpräsidenten. Ein politisches Schwergewicht. Bähr-Losse ist dennoch zuversichtlich: „Die Chancen aufs Direktmandat waren nie größer“, sagt die 46-Jährige. Durch seine ‘Im-Zweifel-zurück-nach-Berlin’-Taktik habe der Minister Röttgen bei der Landtagswahl vor drei Jahren stark an Sympathie eingebüßt.

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8 Kommentare zu "Haustürwahlkampf der SPD: „Mir öffnen auch mal Männer in Unterhosen“"

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  • (o:) Ich hab zuerst auch was Anderes gelesen:
    "Wir öffnen auch mal Männern die..."

  • "Mir öffnen auch mal Männer ihre Unterhosen." ... ts ts ... was soll denn das

  • "Die Leute sind hier eher konservativ."


    Die Leute sind dort nur nicht bescheuert! (:
    Aber jetzt weiß ich, wer da letzte Woche draußen stand.
    Und wir dachten, das seien die Zeugen Jehovas. (o:)

  • OTZ :
    Betrugsverdacht gegen Machnig - FDP erstattet Anzeige

  • Warum überhaupt noch Wahlkampf?
    Der Bürger hat doch die letzten Jahre klar vor Augen.
    Geld für Europa ist vorhanden, weil vom deutschen Steuerzahler erwirtschaftet. Geld fürs eigenen Volk ist nicht vorhanden, obwohl auch vom deutschen Steuerzahler erwirtschaftet. Zur Rettung einer Gemeinschaftswährung und gleichzeitig zum Nachteil des eigenen Sozialstaates werden sogar Milliarden Schulden gemacht. Ein Unding!
    Der kleine Mann merkelt es am eigenen Portemonnaie, wie ungesund eine Angela Merkel fürs eigene Land bislang gewesen ist. Warum sollte sie ändern, was ihr persönlich als erfolgreiche Politik erscheint. Wird sie nicht, es sei denn eine ALTERNATIVE Kraft im Land gebietet es ihr – daher geht kein Weg vorbei an einer neuen Partei – AfD.

  • Warum überhaupt noch Wahlkampf?
    Der Bürger hat doch die letzten Jahre klar vor Augen.
    Geld für Europa ist vorhanden, weil vom deutschen Steuerzahler erwirtschaftet. Geld fürs eigenen Volk ist nicht vorhanden, obwohl auch vom deutschen Steuerzahler erwirtschaftet. Zur Rettung einer Gemeinschaftswährung und gleichzeitig zum Nachteil des eigenen Sozialstaates werden sogar Milliarden Schulden gemacht. Ein Unding!
    Der kleine Mann merkelt es am eigenen Portemonnaie, wie ungesund eine Angela Merkel fürs eigene Land bislang gewesen ist. Warum sollte sie ändern, was ihr persönlich als erfolgreiche Politik erscheint. Wird sie nicht, es sei denn eine ALTERNATIVE Kraft im Land gebietet es ihr – daher geht kein Weg vorbei an einer neuen Partei – AfD.

  • Wer (wie die Blockparteien) ständig lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er vor den Wahlen (an der Haustür vor-) spricht.

    Wählt Alternativen! Die Ohrfeige für die Blockparteien muß bis nach Brüssel hörbar und spürbar sein.

  • Ich habe diese Sozialverräter abgewiesen. Meine Stimmen sind bereits bei der AfD.

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